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VCD Rheinland-Pfalz begrüßt Ausschreibung des Dieselnetzes Südwest

Ausschreibung wichtiges Instrument zur Angebotsverbesserung

Koblenz, 23.07.2012 | von Johannes Barthel

Der Landesverband Rheinland-Pfalz des ökologischen Verkehrsclubs VCD begrüßt das Ausschreibungsverfahren für das Dieselnetz Südwest und die Vergabe von Los 1 an DB Regio ab Dezember 2015 sowie von Los 2 an die „Regentalbahn AG – Die Länderbahn (Netinera)“ ab Dezember 2014. Wichtig ist nun, dass die wesentlichen Vorgaben der Ausschreibungstexte von den Unternehmen auch umgesetzt werden, damit die geplanten Angebotsverbesserungen für die Bahnkunden auch spürbar werden.  

„Das Ausschreibungsverfahren bringt den nötigen Wettbewerb in den Nahverkehr auf der Schiene und ist schon deshalb zu begrüßen, weil es dem Besteller ermöglicht eine von ihm festgelegte Bedienungshäufigkeit und –qualität zu einem marktgerechten Preis einzukaufen“, erklärt Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende des VCD-Landesverbandes. In der Ausschreibung sind wesentliche Verbesserungen für die Fahrgäste enthalten, allen voran die Bedienung der Strecken mit neuen und barrierefreien Fahrzeugen vom Typ LINT des Herstellers Alstom. Zusätzliche Verbindungen, mehr Zugbegleitpersonal und der vorgesehene Ausbau des personenbedienten Fahrscheinverkaufs sollen das Bahnfahren in der Region ebenfalls attraktiver gestalten.

„Wichtig ist nun, dass die Vorgaben aus der Ausschreibung von DB Regio und der Regentalbahn auch eingehalten werden, und dass dafür das Qualitätsniveau kontinuierlich überprüft wird“, fasst Schmadel zusammen. Die bisherigen Betreiberwechsel im SPNV in RLP führten mehrheitlich zu einer besseren Angebotsqualität mit modernen Zügen und einer deutlich besseren Pünktlichkeit im RLP-Takt. Allerdings sieht der VCD-Landesverband Rheinland-Pfalz dabei auch einige Punkte, die verbesserungswürdig sind. Bisher ist jedes Unternehmen selbst für den Fahrscheinverkauf zuständig ist, weshalb an gemeinsam befahrenen Streckenabschnitten teilweise mehrere Fahrkartenautomaten verschiedener Unternehmen stehen. „Schon heute stehen im Mainzer Hauptbahnhof drei verschiedene Automaten, an denen sich das Angebot teilweise, aber eben nicht in allen Fällen, überschneidet. Kommt nun noch ein vierter Automat der Regentalbahn dazu, wird der Fahrgast weiter verunsichert, an welchem Automat das passende Ticket erhältlich ist“, ist Schmadel besorgt. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen und von den Bestellern, dem Zweckverbänden SPNV-Süd und SPNV-Nord, auf mehr Serviceorientierung und bessere Kundeninformation beim Vertrieb gesorgt werden. Am besten soll das durch den Ausbau personenbedienter Verkaufsstellen erreicht werden.

Als positiv sieht der VCD an, dass das Dieselnetzes Südwest ebenso wie die anderen zuletzt vergebenen rheinland-pfälzischen SPNV-Vergabeverfahren eine Tariftreueregelung besitzt. „Dass damit dem Lohndumping schon in der Ausschreibung ein Riegel vorgeschoben wurde ist ein wichtiges Zeichen, dass soziale Gerechtigkeit in Zukunft dem Wettbewerb im SPNV nicht zum Opfer fällt“, ist sich Schmadel sicher. Einen Verlust von Arbeitsplätzen durch den Betreiberwechsel auf den Strecken an der Nahe und in Rheinhessen befürchtet der VCD nicht, da der neue Betreiber Regentalbahn ja neue Arbeitsplätze dort schafft, wo sie bei DB Regio verlorengehen.

Der VCD wünscht den beiden Ausschreibungssiegern einen guten Start im Dezember 2014 beziehungsweise 2015. Der Landesverband hofft, dass dass die Richtigkeit der Investitionen des Landes in das Dieselnetz Südwest sowie in die anderen SPNV-Netze des RLP-Taktes von stetig ansteigenden Fahrgastzahlen bestätigt werden.

Rückfragen und Interview-Wünsche

Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende Landesverband RLP •
Fon (06133) 4431 • rheinhessen@vcd.org

 

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