VCD-Mitglieder lehnen Hochmoselübergang klar ab
Resolution des VCD Rheinland-Pfalz, beschlossen bei der Jahreshauptversammlung 2010 in Koblenz
Koblenz-Moselweiß, 24. April 2010
Der VCD-Landesverband Rheinland-Pfalz setzt sich für den Erhalt des Moseltals ein und lehnt die geplante Hochmoselquerung zwischen Platten und Rachtig ab. Der Hochmoselübergang wäre ein Teilstück der Bundesstraße 50, der neu gebaut werden soll. 25 km lang, 330 Millionen Euro teuer, vierspurig und mit einer gigantischen Brücke über die Mosel im Beton-Stil der 70er Jahre versehen. Die weithin im Moseltal sichtbare Brücke soll 1,7 km lang und mit 160 m höher als der Kölner Dom werden.
Die Kraftfahrtstraße schlägt eine Schneise durch das reizvolle Moseltal, eine vom Weinbau geprägte Jahrhunderte alte Kulturlandschaft. Der Ingenieurstraum aus den 60er Jahren wurde ursprünglich zu militärischen Zwecken geplant. Nach dem kalten Krieg wurden neue Argumente nachgeschoben, z.B. soll die Anbindung des belgischen und niederländischen Raumes mit dem Rhein-Main-Gebiet verbessert werden. Überprüft man sukzessive die zahlreichen innerdeutschen und europäischen Verbindungen, die profitieren sollen, kommt heraus, dass andere Straßen viel schneller und kürzer zum Ziel führen würden. Alternativen, wie kleinere Straßen oder die Verbesserung der Bedingungen für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr wurden nie geprüft. Vorhandene und regional ausreichende Infrastrukturansätze wurden trotz bestehendem Baurecht fallen gelassen, um die große Lösung zu erzwingen.
Die Brücke zerstört nicht nur eine einmalige Kulturlandschaft, die künftig zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören könnte. Sie fügt auch der wirtschaftlichen Grundlage eines ganzen Landstrichs großen Schaden zu. Auch viele Weingüter sind bedroht. Der Brückenbau stört den empfindlichen Wasserhaushalt an den Hängen und damit das nötige Mikroklima für den Weinbau.
Diese Resolution unterstützt die von der Bürgerinitiative Pro-Mosel gestartete Petition an den Bundestag. Ziel der Resolution und der Petition ist ein sofortiger Baustopp und die Überprüfung von Alternativen und einer Verbesserung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit des Brückenbaus sollen auf Grundlage neuester Erkenntnisse geprüft werden, bevor irreversible Schäden am Moseltal entstehen.
Rückfragen bitte an die Vorsitzende des LV RLP
Dr. Helga Schmadel
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