Schienenverkehr im Landkreis Rotenburg
Der Landkreis Rotenburg liegt mitten im Elbe-Weser-Dreieck zwischen der Lüneburger Heide im Süd-Osten, der Nordseeküste mit Bremerhaven und Cuxhaven im Norden sowie zwischen den beiden Hansestädten Hamburg und Bremen.
Am bekanntesten sind im Straßenverkehr zwischen Hamburg und Bremen die Autobahn A1 und die Bundesstraße B 75, die beide über Bremen und Hamburg weiter über Lübeck führen. Insbesondere in Nord-Süd-Richtung gibt es weitere Bundesstraßen.
Im Bundesverkehrswegeplan ist im Landkreis Rotenburg der Ausbau der Autobahn 1 (A1) auf 6 Fahrspuren und eine Küsten-Autobahn A22 als Neubau-Projekt mit 4 Fahrspuren geplant. Damit sollen zwischen Elbe und Weser die Autobahnfahrspuren von 4 auf dann 10 Fahrspuren erweitert werden!
Wegen zunehmender Verkehrsprobleme wird in der regionalen und überregionalen Politik immer wieder eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene artikuliert.
Im Vergleich der Umweltfaktoren hat der Schienenverkehr einen erheblich geringeren Roll-Widerstand, Energie- und Flächenverbrauch sowie erheblich niedrigeres Unfallpotential bezogen auf die gleiche Verkehrsleistung im Straßenverkehr.
Die Verkehrsentwicklung der letzten vier Jahrzehnte war jedoch eine andere. Regionale, nationale und internationale Güterverkehre haben sich im Transportaufkommen vervielfacht und werden im überwiegenden Anteil auf der Straße transportiert. Güterverkehre per Bahn mit regionalen Zielen im Elbe-Weser-Dreieck haben im Jahr 2008 einen verschwindend geringen Anteil am Gesamt-Verkehrsaufkommen. Im Güterverkehr bietet die Deutsche Bahn AG, früher Deutsche Bundesbahn, über ihre Güterverkehrssparte zwischenzeitlich DB Cargo, Railion und DB Logistics genannt, nur noch Verladestellen in den Seehäfen Hamburg, Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven sowie für Industriebetriebe z. B. in Stade oder im Güterverkehrszentrum Bremen (GVZ) an. Im Elbe-Weser-Dreieck bietet nur die EVB mit Hauptsitz für den Schienenverkehr in Bremervörde mehrere Güterverkehrs-Ladestellen auf lokaler Ebene. Weitere regionale Ladestellen im Güterverkehr werden durch die OHE in Visselhövede und Soltau bedient. An der Bahnlinie der DB AG bestehen auf den Bahnhöfen zwischen den Großstädten Hamburg und Bremen seit mehreren Jahren keine öffentlichen Güterverkehrs-Ladestellen. Dies gilt auch für die Mittelzentren Buchholz (Nordheide) und Rotenburg (Wümme), wobei in Rotenburg noch zweimal pro Woche ein Industrie-Anschlußgleis bei Bedarf befahren wird.
Neben dem schon geschilderten Autobahn-Ausbau stehen im Elbe-Weser-Dreieck einige Ausbau-Planungen z. B. als Umgehungsstraßen an. Verbesserungen im Schienenverkehr sind dazu im Vergleich eher selten im Blickfeld der Betrachter.
Seit etwa 1995 gilt im Berufsverkehr nach Hamburg in den Morgenstunden ein verbesserter Fahrplan, welcher nicht unbedingt nach einem Stundentakt ausgerichtet ist. Dafür fahren die Züge von Bremen bzw. Rotenburg über Scheeßel, Lauenbrück , Tostedt und Buchholz (Nordheide) bedarfsgerecht etwa alle 45 Minuten in den Morgenstunden. Später gilt nunmehr seit mehren Jahren ein Stundentakt über den ganzen Tag bis zum späten Abend. Nach Übernahme der Regional-Express – Züge der Metronom GmbH von der Deutschen Bahn AG (DB Regio) und gleichzeitiger Verdichtung zweistündlicher Takt-Verkehre über Mittag und am Abend auf einen Stundentakt, konnte in den Metronom-Zügen ein Fahrgast-Zuwachs von 50 % innerhalb weniger Jahre verzeichnet werden.
Aktuelle Downloads zu dieser Thematik:
Michael Frömming: Schienenverkehr mit Zukunft
Roland Sellin: Der Altkreis Rotenburg (Wümme) als Baustein eines landesweiten Bahnkonzeptes

