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20 Jahre VCD Saarland

Zwei Jahre nach Gründung des VCD Bundesverbandes gründete sich 1988 auch im Saarland ein lokaler Landesverband. Der derzeitige Vorstand hat zum Jubiläum unter der Redaktion von Karl Heinz Janson eine Festschrift herausgegeben. Die 24-seitige Broschüre beleuchtet die bisherigen Aktivitäten des VCD und das aktuelle Verkehrsgeschehen.

Alle Mitglieder des VCD Saarland erhalten das Heft bis Jahresende zugesandt. Weitere Interessenten können das Heft beim Vorstand per Mail anfordern.

Die Broschüre kann man als pdf (2,85 MB) hier downloaden. 

 

 

 

20 Jahre – kommt die Verkehrswende?

Gedanken von Dietrich Strohmaier


Seit 20 Jahren ist der VCD Saarland aktiv. Er hat viel getan und sicher auch dazu beigetragen, dass manches nicht ganz so schlimm geworden ist. Mittlerweile gibt es sogar hier einen Verkehrsverbund, den saarVV. Aber nach wie vor ist etwa Saarbrücken die Stadt mit der höchsten Autodichte in Deutschland und das Saarland liegt im CO2-Ausstoß mit ca. 20 t/Jahr pro Kopf etwa gleichauf mit den Schlimmsten, nämlich den USA. Die Klimaerwärmung ist in Folge der Finanzkrise zur Zeit in den Hintergrund gerückt.

Aber auch wenn in einiger Zeit letztere überwunden sein dürfte – die Klimaerwärmung wird uns und unseren Nachkommen erhalten bleiben. Die jetzt rasant gesunkenen Ölpreise werden dazu noch eher beitragen. Dass der Ernst
der Lage noch nicht erkannt ist wird am CO2-Ausstoß deutlich: Der liegt in Deutschland im Durchschnitt bei ca 11 t/Jahr und Kopf.

Umweltverträglich wären etwa 2,5 Tonnen. Auf den Verkehr entfallen davon etwa 30 %. Wie sieht es denn nun bei uns VCD-Mitgliedern aus? Darüber liegen mir keine Zahlen vor. Unser Bundesvorsitzender sagte kürzlich, dass immerhin 80 % der VCDler ein Auto hätten. Auch wenn viele eher mit Zug und Bus fahren - diese verursachen auch CO2 - gehe ich davon aus, dass die meisten von uns mehr als die verträglichen 2,5 Tonnen CO2 verursachen. Es gibt nur wenige, die kein Auto haben, nicht fliegen, wenig konsumieren und heizen usw. Eine Verkehrswende zu alternativer Mobilität müsste deshalb zuerst in unseren Köpfen beginnen.

Das ist schwer, aber der einzige Weg. Wie sollte es sonst gehen? Wir können uns verändern! Und wir dürfen auch unserem Mitmensch, der z.B. einen
Riesenschlitten fährt, sagen, dass er sich ungebührlich verhält. Die
Pyromanen werden erst dann ablassen wenn der letzte Tropfen Öl
verbrannt ist. 

Dass auch wir uns schwer tun, zeigt die derzeitige Argumentation des gesamten VCD: Die Appelle richten sich vor allem an die Politik, d.h. an die anderen. Das ist wohlfeil und nicht wirkungsvoll genug wie die Entwicklung zeigt. Die eigene Verwicklung führt offensichtlich zu Handlungsblockaden.

An dem geschilderten Konflikt zeigt sich zudem ein wesentliches Manko unserer Gesellschaft. Sie ist nicht gerecht wie etwa die zunehmende ungleiche Vermögensverteilung zeigt. Und so wird es auch hingenommen, dass die einen beliebig zur Umweltverschmutzung beitragen, sogar noch von Staats wegen dabei gefördert werden, während die anderen nicht unterstützt sondern eher als Spinner, Ökos usw. abgetan werden. Es ist zu erwarten, dass dies zu Verwerfungen führen wird.

Ich wünsche mir, dass die Arbeit des VCD dazu beitragen wird, derartiges zu verhindern.

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