2012 Erbach bald im Viertelstunden-Takt
Mit Schulbeginn 16. April 2012 ändern sich Stadtbuslinien – Künftig sechs statt fünf Busse
Infos zum Homburger Stadtbus gibt’s unter Tel. (0 68 41) 12 02 70 im Stadtbus-Büro im Talzentrum.
Künftig werden sechs statt fünf Bussis durch Homburg flitzen: Mit dem Schulbeginn am 16. April wird ein neues Konzept für den Stadtbus verwirklicht. Erbach wird im Viertelstunden-Takt ans Zentrum angebunden
Von Pfälzer Merkur-Mitarbeiter Ralph Schäfer
Homburg. Nicht nur die Erbacher wird’s freuen: Wenn nach den Osterferien am Montag, 16. April, die Schule wieder beginnt, tut sich einiges bei den Stadtbuslinien. Grund genug für Oberbürgermeister Karlheinz Schöner und den für den Nahverkehr zuständigen Beigeordneten Rüdiger Schneidewind, zusammen mit Saar-Pfalz-Bus-Geschäftsführer Uwe Loeschmann und Linienmanager Sven Krupa das Konzept gestern im Rathaus vorzu-stellen.
„Wir sind froh und glücklich, dass wir mit unserem Bussi über ein gutes Nahverkehrsangebot verfügen", meinte Schöner. Nicht ohne zu erwähnen, dass das Ganze ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand nicht laufen würde: „Wir liegen bei 800 000 Euro pro Jahr, die zu stemmen sind."
Schöner forderte die Bürger auf, auch angesichts der Spritpreis-Entwicklung verstärkt den Bus zu nutzen. Die Stadt sei darauf ausgerichtet, dass die Menschen teilnehmen am Leben. Dies sei nur gesichert bei einem ver-nünftigen Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), „nach meiner Meinung die Pflichtaufgabe einer Kommune." „Wir sind bisher mit fünf Bussen gefahren, künftig werden es sechs sein", kündigte Schneide-wind an. Dies bedeute Mehrkosten von 85 000 Euro jährlich. Künftig werde man pünktlicher fahren und Erbach besser einbinden können. Auch das neue Kombibad sei schon eingebunden in die Planung. Saar-Pfalz-Bus-Geschäftsführer Uwe Loeschmann begrüßt es, „wenn Kommunen an einem solchen Stadtbus-Konzept festhalten. Eine qualitative Verbesserung wäre uns wichtig."
Linienmanager Sven Krupa betonte, es werde künftig zwei Liniengruppen geben: Gruppe eine fährt von Bruchhof über Sanddorf und das Homburger Zentrum zum Hauptbahnhof, wechselt dort die Liniennummer und fährt über das Uniklinikum zur Birkensiedlung und zurück zum Hauptbahnhof. Nach erneutem Liniennummer-Wechsel geht’s nach Erbach und zurück zum Bahnhof.
Die zweite Liniengruppe fährt von Kirrberg über die Uni und das Zentrum zum Hauptbahnhof, dann nach Erbach (Berliner Wohnpark) und zurück zum Bahnhof, von dort wieder nach Kirrberg. Die künftigen Linien 514 und 515 fahren Erbach in zwei gegenläufigen großen Schleifen an. „Das bedeutet", so Krupa, „dass Erbach im Viertel-stunden-Takt ans Zentrum angebunden wird."
Um die Kostensteigerung möglichst gering zu halten, wird es Einschränkungen in den Randzeiten geben: Montags bis sonntags fährt der Stadtbus künftig statt bis Mitternacht nur noch bis 23 Uhr, samstags wird der Halbstundentakt in einen Stundentakt umgewandelt und sonntags starten die Bussis statt 13 erst um 14 Uhr.
Mehr Wettbewerb im Busverkehr
Kreistag des Saar-Pfalz-Kreises beschließt organisatorische Neuordnung des Liniennetzes
Die Europäische Union fordert ihn, der Saarpfalz-Kreis will ihn umsetzen: den Wettbewerb im öffentlichen Personennahverkehr. Dazu beschloss man gestern im Kreistag eine strukturelle und formelle Neuordnung von Buslinien. Für den Nutzer ändert sich allerdings nichts.
Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf 17.11.2011
Saarpfalz-Kreis. Der Saarpfalz-Kreis ordnet einen Teil seiner Buslinien neu, wenngleich auch nur organisatorisch. Somit ist die wichtigste Botschaft der gestrigen Kreistagssitzung: Für den Fahrgast bleibt alles so, wie es ist. Wohl wird sich die finanzielle Ausgestaltung des Busbetriebs ändern. Hier passt sich der Kreis den Vorgaben der Europäischen Union an. Die verlangt mehr Wettbewerb im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Und für diesen Wettbewerb haben die Kreistagsabgeordneten gestern die Weichen gestellt.
Dabei lasen sich die Sitzungsvorlagen durchaus sperrig. Von Buslinienbündelungen war die Rede und von deren Vergabe. In der Kurzform: Buslinien in der organisatorischen Verantwortung des Kreises werden formal zu Bündeln zusammengefasst. Diese „Buslinienbündel“ werden zum Betrieb ausgeschrieben. Der Anbieter, der den Ausschreibungsvorgaben entspricht, bekommt den Zuschlag. Achim Jesel vom Amt für Planung und Regionalentwicklung des Saarpfalz-Kreises erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung die Hintergründe der Entscheidungen. „Wir entsprechen damit einer Anforderung der Europäischen Union.
Mehr Wettbewerb ist das Ziel, Stichwort Marktöffnung. Bislang war der ÖPNV ein geschlossener Markt.“ Mit dem Mehr an Wettbewerb hätten nun auch Anbieter außerhalb Deutschlands die Möglichkeit, sich um den Betrieb von Linien zu bewerben, „rein theoretisch“, so Jesel.
Um diesen Wettbewerb zu ermöglichen, gibt es nun Übergangslösungen, zwei Jahre würde man brauchen, um alles entsprechend vorzubereiten. Im Rahmen dieser Zweijahresfrist beschloss der Kreistag gestern zum einen vier Buslinienbündel, namentlich das Linienbündel Saarpfalz-Kreis Nord (Linien 505, 508 und 566), das Linienbündel Stadt Blieskastel (Linien 532, 532 und 533), das Linienbündel Blieskastel/Gersheim (Linien 547, 577 und 562) sowie das Linienbündel Stadt Homburg (Linien 511, 512, 513, 572, 573, 574 und 567). Im Anschluss an diese rein organisatorische Neuordnung beschloss der Kreistag auch die Vergabe der einzelnen Bündel zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit. Warum die Bündelung? Jesel: „So erhoffen wir uns günstigere Preise. Und sie gibt die Möglichkeit, ertragsstarke Linien mit ertragsschwachen zu kombinieren.“
Kommt diese organisatorisch-finanzielle Neuordnung des ÖPNV schon alleine im Wort wuchtig daher, so wird sich für den Fahrgast, und das betonte Jesel, erstmal gar nichts ändern. „Damit ist keine Fahrpreiserhöhung oder Tarifänderung verbunden.“
Busse gehen in die Knie
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Die Busse der Saarbahn GmbH werden ab sofort an allen Haltestellen abgesenkt. Die Saarbahn-Busflotte verfügt über eine sogenannte Kneeling-Funktion, was bedeutet, dass die Fahrzeuge an Haltestellen einstiegsseitig um ca. 8 Zentimeter abgesenkt werden können. Dies erleichtert insbesondere Fahrgästen mit einer Gehbehinderung oder Gästen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck den nahezu ebenerdigen Zu- und Ausstieg an Bushaltestellen.
Bisher sind bereits alle Busse der Saarbahn GmbH mit modernster Niederflurtechnik ausgestattet. Das heißt, dass nahezu im gesamten Fahrzeug ein Zugang ohne störende Podeste und Stufen möglich ist. Die Kneeling-Technik macht den Zugang und den Ausstieg jetzt noch einfacher. Somit ist besonders an Haltestellen mit erhöhtem Bordstein ein nahezu ebenerdiger Zugang zu den Fahrzeugen möglich. Das Kneeling kann natürlich nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn die Haltebuchten der Busse nicht durch unberechtigt parkende Pkw blockiert sind. In solchen Situationen hat der Fahrer keine Chance, sein Fahrzeug nah genug an den Bordstein heranzufahren. Deshalb wurde in einer konzertierten Aktion der Saarbahn, der Polizei und dem Ordnungsamt eine Vereinbarung getroffen, um Falschparker künftig umgehend abschleppen zu können. Die Verbesserung des Fahrgastflusses unterstützt diese Maßnahme zusätzlich, in dem künftig grundsätzlich vorne ein- und hinten ausgestiegen werden soll. Einsteigende Fahrgäste müssen bei dieser Regelung nicht erst warten, bis aussteigende Fahrgäste den Bus verlassen haben. Bislang war dieser Vorneeinstig, der sich in den letzten Jahren bewährt hat, erst ab 9.00 Uhr in den Bussen der Saarbahn geregelt.
Uneingeschränkt vorne und hinten ein- und aussteigen können nach wie vor mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Eltern mit Kinderwagen, sowie Fahrgäste mit Rollator oder schwerem Gepäck. Diese sollten sich im Haltestellenbereich gut sichtbar aufhalten, um dem Fahrer des heranfahrenden Busses ihren Mitfahrwunsch und den Wunsch zum Einstieg an der hinteren Tür zu signalisieren.
Der VCD begrüßt diese neue Möglichkeit, älteren und behinderten Menschen die Nutzung des ÖPNV zu erleichtern. Gleichzeitig appelliert der VCD an die Ordnungsämter dafür Sorge zu tragen, dass die Haltestellen nicht zugeparkt werden, was oft der Fall ist.
Karl Heinz Janson 19.04.2011
Neue Fahrzeuge für Saar-Pfalz-Bus
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Auf dem Homburger Christian-Weber-Platz wurden am 22. Januar 2011 acht von insgesamt 17 neuen Linienbussen der Saar-Pfalz-Bus vorgestellt. Deren Anschaffung förderte die Landesregierung, vertreten durch die Umweltministerin Dr. Simone Peter, mit Übergabe eines Schecks in Höhe von 824.000 €, rund 50 % der Buskosten, an die Geschäftsführer Uwe Loeschmann und Bernhard Ehmann. Landrat Clemens Lindemann begrüßte die Unterstützung durch die Landesregierung. Er sah darin eine Anerkennung für das Engagement des Kreises in Sachen Nahverkehr, dessen weitere Verbesserung er als wichtige Aufgabe sieht auch, im Hinblick auf das Biosphärenreservat Bliesgau.
Landesweit hat die Saar-Pfalz-Bus GmbH seit Jahresbeginn 17 Fahrzeuge vom Typ MAN Lions City in Betrieb genommen worden, zehn davon fahren im Saarpfalz-Kreis. Von den dort eingesetzten Bussen verfügten acht über Dieselmotoren mit neuer Abgastechnologie nach Euro-6-Norm, die ab 2012 verbindlich wird. Zwei weitere Busse haben Erdgasantrieb. Die Busse mit Dieselmotor haben 44, die mit Erdgasantrieb 43 Sitzplätze. Neu entwickelte Automatikgetriebe von Voith bzw. ZF in den Bussen tragen mit zur Energieeinsparung bei. Alle Busse sind behindertengerechte Niederflurfahrzeuge. (MP)
Saar-Pfalz-Bus GmbH stellt Buszug in Homburg vor
10.07.2009 Pressemitteilung der Saar-Pfalz-Bus GmbH
Die Saar-Pfalz-Bus GmbH plant für das Schuljahr 2010/2011 den Einsatz eines neuen Fahrzeugkonzeptes: den „Buszug“. Derzeit werden mögliche Einsatzstrecken ermittelt. Der Test-Buszug, der vorgeführt wurde, besteht aus einem Standard-Linienbus mit einem 11 m langen Anhänger (Gesamtfahrzeuglänge 23 m). Insgesamt kann das Gespann bis zu 160 Fahrgäste befördern (Steh- und Sitzplätze), d. h. rund die doppelte Kapazität eines normalen Linienbusses.
Dieter Grünewald erläuterte die Vorteile des Buszuges: „Das Fahrzeugkonzept ermöglicht den effizienten Einsatz von Buskapazitäten. So können in Spitzenzeiten Fahrzeuge eingespart und in Schwachlastzeiten der Anhänger einfach abgekoppelt werden. Das bringt Einsparungen im Energieverbrauch, in der Instandhaltung und bei den Personalkosten.
Darüber hinaus bietet der Anhänger den Fahrgästen einen hohen Fahrkomfort.“ Die Sicherheit des Buszuges wird durch Automatiktüren, elektronisches Bremssystem und elektronisches Stabilitätsprogramm gewährleistet. Das Fahrzeug ist im Innen- und Außenbereich durch drei Kameras vom Fahrerraum aus überschaubar. Die Kommunikation wird durch eine Gegensprechanlage zwischen Anhänger und Fahrer ermöglicht. Der Raum zwischen Bus und Zugfahrzeug wird durch Absperrbänder gesichert.
UNSERE DISKUSSIONSRUNDE
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in Luxemburg wird ein solcher "Bus-Zug" bereits im Liniendienst betrieben. Es handelt sich dabei um Fahrzeuge des Fuhrunternehmers "Voyages Emile Weber", der damit Fahrten für die Linie 118 "Luxemburg - Kircherg - Trier/Mesenich" übernimmt. Ebenso sind zu Spitzenzeiten (Berufsverkehr) Doppeldeckerbusse im Einsatz.
Auffällig sind die Zugbusse schon, ich war selber ganz überrascht, als ich die an der Haltestelle "Coudenhove-Kalergi" an der Universität Kirchberg gesehen habe. Vor allem die Absperrbänder zwischen Bus und Anhänger springen ins Auge.
Interessant sind in Luxemburg auch die "Bus-Trams", das sind dreigliederige Gelenkbusse (mit zwei Drehgelenken) des Fahrzeugherstellers "Van Hool", die auf ausgewählten Strecken mit hoher Taktdichte (7-10 min) in Luxemburg-Stadt fahren. Da die Fahrzeuge durch die drei Segmente ausschwenken sind damit keine engen Kurvenradien befahrbar. Eingesetzt werden solche Busse beispielsweise zwischen Kirchberg und Luxemburg-Gare (Bahnhof), dem Verlauf der geplanten Straßenbahn "LuxTram", die im nächsten Jahrzehnt in der Stadt gebaut werden soll. Die Liniennummer ist mir leider entfallen.
Christian Rohé
Die Idee ist über 50 Jahre alt. Hier eine interessante Darstellung aus Österreich. Macht es so mehr Spaß, Bus zu fahren? Jedenfalls ist es besser, einen Sitzplatz im Anhänger zu haben als einen engen Stehplatz vorne.
Ralph Schrickel
Auch im Saarland gab es schon mal so was. Der Trolleybus nach Heusweiler fuhr von 1956 bis 1960 mit einem Anhänger zu Spitzenzeiten. Er hatte eine Ausnahme-genehmigung, weil dies nicht den deutschen Gesetzten entsprach. Ob diese neuen Monster in den Orten Sinn machen mit 50 m langen Haltestellen, sei dahingestellt.
Karl-Heinz Janson
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