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Kreis Sigmaringen  Der Verkehrsverbund naldo hat seine Fahrpreise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 4,6 Prozent erhöht. VCD-Sprecher Wolfgang Lohmiller führte deshalb ein Interview mit Geschäftsführer Wolfgang Lang, das bisher allerdings nicht veröffentlicht wurde:

 

VCD: Herr Lang, als ich kürzlich mit der Bahn von Mengen nach Sigmaringen gefahren bin, musste ich als Inhaber einer naldo-Card statt bisher zwei Euro Zwei Euro dreißig bezahlen. Dies bedeutet eine Preissteigerung von fünfzehn Prozen. Wie kommt das?

 

Lang: Im öffentlichen Personennahverkehr hat in den vergangenen Jahren bedauerlicherweise ein politischer Paradigmenwechsel stattgefunden. Insbesondere die staatlichen Kürzungen der Ausgleichszahlungen im Schülerverkehr, die Schwerbehindertenfreifahrt und der Fördermittel für die Fahrzeugbeschaffung senken die Einnahmen der Verkehrsunternehmen in einem Maße, das durch zusätzliche Restrukturierungserfolge nicht mehr aufgefangen werden kann. Naldoweit betrugen die Kürzungen im Jahr 2006 ca. 3,6 Mio. €. Selbst die positive Einnahme-entwicklung im naldo kann dabei nur einen anteiligen Deckungsbeitrag leisten. So waren wir gezwungen die Preise 2007 um durchschnittlich 4,6% anzupassen.

 

VCD: Die naldo-Tarife sind sehr günstig über weitere Entfernungen, etwa zwischen Bad Saulgau und Tübingen. Aber über kürzere Entfernungen wird kräftig abkassiert. Sind naldo die Langstreckenkunden wichtiger als die über kurze Entfernungen?

 

Lang: Uns sind alle Kunden gleichermaßen wichtig. Seit Verbundstart werden die Fahrkarten für weitere Entfernungen vergleichsweise günstig abgegeben; außerdem haben wir Einzelsparscheine mit der naldoCard um 20% günstiger abgegeben. Zum 01.01.07 haben wir die  Fahrkarten für weitere Entfernungen stärker belastet als die Preisstufe 1, da wir hier die Grenze der Zumutbarkeit erreicht haben. Gleichzeitig haben wir aber die Rabatte etwas abgebaut.

 

VCD: Inwieweit wirkt sich die letzte Kürzung der Regionalisierungsmittel auf das Fahrangebot und die Preise bei naldo aus?

 

Lang: Das Fahrtenangebot wird in der Zuständigkeit des Landes gekürzt werden. Dies kann zu Fahrgastabwanderungen und damit verminderten Einnahmen bei naldo führen. Auch die Kürzungen der Zuschüsse für die Beschaffung von Bussen, die mit der Kürzung der Regionalisierungsmittel zusammenhängen, belastet die Verkehrsunternehmen. Beide Faktoren werden die Diskussion über die Fortschreibung der Fahrpreise zusätzlich belasten.

 

VCD: Welche Möglichkeiten oder Sonderangebote  können Sie Bahn—und Buskunden anbieten, um einigermaßen preisgünstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren?

 

Lang: naldo hat attraktive Sonderangebote z.B. mit dem Abo 63 Plus, dem Tricky Ticket oder dem Semesterticket in seinem Angebot. Naldo kann  auch im Berufsverkehr mit seinen Abonnements durchaus mit dem privaten PKW mithalten: Ein Arbeitnehme,r der an 220 Tagen im Jahr von Bad Saulgau nach Sigmaringen pendelt, bezahlt ausschließlich für die Betriebskosten seines PKW jährlich 1.843,07 €, während ein naldo Jahres-Abo bereits für 788,40 € pro Jahr, als um mehr als 1000 € günstiger, zu erwerben ist.

 

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