Startseite Suche Sitemap
 

Elektromobilität als Ergänzung, nicht als Konkurrenz des Bahn– und ÖPNV-Systems im ländlichen Umfeld

Elektromobilität im motorisierten Individualverkehr kann nur als sinnvolle und energieeffiziente Alternative zu den herkömmlichen Verbrennungsmotoren angesehen werden, wenn sie auf der zusätzlichen Erzeugung von umweltverträglichen erneuerbaren Energien aufbaut, eine energieeffiziente Fahrzeugtechnik in Leichtbauweise nutzt und vorrangig in ländlichen Gebieten erprobt und eingesetzt wird, in denen sie eine noch unzureichende Erschliessung mit dem öffentlichen Nahverkehr regional ergänzt und Mobilitätsbedürfnisse abdeckt, die durch die Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuss-, Rad- und öffentlicher Nahverkehr) nicht befriedigt werden können. Insofern hebt sich das Elektromobilitätskonzept E-WALD mit dem wichtigen Bestandteil „DEREK – Dezentrales Regeneratives Energiekonzept“ sehr innovativ und unterstützungswürdig von Elektromobilitäts-Projekten in Grossstädten wie Berlin ab, die ohnehin über ein dichtes Netz an Bussen, S-und U-Bahnen verfügen,.das durch Elektroautos unnötige Konkurrenz erfährt.

Ganz wichtig ist allerdings auch bei E-WALD, die ergänzende und nicht konkurrenzierende Funktion zum bestehenden Bahn– und ÖPNV-System  sowie zum Fahrradverkehr sicherzustellen und keine Konkurrenz zu diesen Verkehrsmittels des sogenannten „Umweltverbundes“ zu schaffen. Dies erfordert spezielle Anreize organisatorischer wie auch finanzieller Art zur weitestmöglichen Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes als Zubringer zu den Elektromobil-Standplätzen und umgekehrt die vorrangige Ausrichtung der Elektromobile als Zubringer zu den nächstgeeigneten Bahnhöfen, Haltepunkten und Busbahnhöfen bzw. P&R-Plätzen. Eine Parkraumbewirtschaftung im gesamten Projektgebiet soll mit einer Staffelung der Parkgebühren mit dem motorisierten Individualverkehr Anreisenden umso günstigere Parkgebühren bieten, je „früher“ sie auf die Verkehrsmittel des Umweltverbundes und in Folge zu den Elektromobilen umsteigen und je geringer also dadurch die mit dem MIV zurückgelegte Anfahrt und damit die hiermit verbundene Umweltbelastung ist. Am günstigsten muss die Nutzung des touristischen Zusatzangebots „Elektroauto“ für diejenigen angeboten werden, die bei der Anreise in die Urlaubsregion konsequent und ökologisch vorbildlich Bahn und Bus benutzen. Zu wünschen ist dabei die Buchungsmöglichkeit der Elektrofahrzeuge schon beim (Bahn-)Fahrkartenkauf im Sinne der Buchung einer kompletten ökologisch vorbildlichen Mobilitäts- bzw. Reisekette. Ein finanzieller Anreiz müsste durch ein Splitting des Benutzungsentgelts erfolgen, indem für Anreisende mit Verkehrsmittels des Umweltverbundes ein ermässigter Tarif gegenüber Anreisenden mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) kalkuliert und angeboten wird. Ansatzpunkte dazu kann das in in der Nationalpark- und Naturparkregion Bayerischer Wald eingeführte Gästeservice Umwelt-Ticket (GUTI) zusammen mit dem Bayerwald-Ticket-Tarif liefern: Gäste der teilnehmenden Gemeinden können dort umweltbewusst ohne Auto kostenlos mit Bus und Bahn unterwegs sein. Sie kommen bequem zu Wanderungen mit unterschiedlichem Ausgangs- und Zielort, Sie sparen Treibstoffkosten und Parkgebühren und werden bequem und sicher chauffiert. Jedenfalls sind für eine sinnvolle Verknüpfung der Miet-E-Mobile zusätzliche Verbesserungen und Verdichtungen des ÖPNV-Angebots in der Region erforderlich, die Freistaat, Landkreise und Kommunen parallel schaffen müssen.

Verkehrsclub Deutschland VCD

Arbeitskreis Ostbayern

Johann Meindorfer

Seite weiterempfehlenSeite drucken