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VCD informiert über Anforderungen für Elektromobilität im Individualverkehr: „Elektroautos sind keine Universallösung für Verkehrsprobleme“

Ergänzung statt Konkurrenz für das bestehende Bahn– und ÖPNV-Systems 
Während Elektromobilität bei der Bahn, bei Strassen- und U-Bahnen längst Realität und Normalität ist, werden dabei im Bereich des Individualverkehrs gerade mal die ersten Schritte unternommen. Damit Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für Elektromobilitätskonzepte im Individualverkehr und deren Förderung in zukunftsfähige und ökologisch verträgliche Vorhaben und Konzepte münden, hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) für Entscheidungsträger in Politik und Behörden, aber auch für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger Anfordeungen an Elektromobilitätskonzepte im Individualverkehr und deren Förderung zusammengestellt. Verschiedene Mandatstrager hat der VCD gebeten, diese bei Ihren Aktivitäten und Vorhaben sowie in der gegenwärtigen Diskussion hierzu zu berücksichtigen. Ganz wichtig ist der Einsatz energieeffizientester Fahrzeugtechnik in Leichtbauweise und die ergänzende und nicht konkurrenzierende Funktion des bestehenden Bahn– und ÖPNV-Systems sowie des Fahrradverkehrs, der Verkehrsmittel des sogenannten „Umweltverbundes“. Die Energiebereitstellung müsse auf der zusätzlichen Erzeugung von umweltverträglichen erneuerbaren Energien aufbauen und dürfe nicht das ineffiziente System von zentralen Kohle- oder Kernkraftwerken mit seinem geringen Wirkungsgrad auch noch stützen.  Im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung wird derzeit unter anderem für bis zu 6 „Bayerwald- Landkreise“ das insbesondere auf Tourimusregionen und touristische Verkehre ausgerichtete Elektromobilitätskonzept „E-WALD“ an der Hochschule Deggendorf erstellt, das unter www.e-wald.eu ersichtlich ist. Dieses sieht der  VCD als sehr innovativ und unterstützungswürdig. In seiner aktualisierten Form mit dem nun dazugekommenen wichtigen Bestandteil „DEREK – Dezentrale Regenerative Kraftwerk Bayerischer Wald“ enthalte erfreulicherweise sich in der Verfügbarkeit ergänzende regenerative Energien und eine gezielten Nutzung von im Projektgebiet anfallenden Resthölzern und baue damit auf der zusätzlichen regionalen Erzeugung von umweltverträglichen erneuerbaren Energien auf. Nur mit diesem Bestandteil sei ein Elektromobilitätskonzept vertretbar. Wünschenswerte Ergänzungen seien spezielle Anreize organisatorischer wie auch finanzieller Art zur weitestmöglichen Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes als Zubringer zu den Elektromobil-Standplätzen und umgekehrt die vorrangige Ausrichtung der Elektromobile als Zubringer zu den nächstgeeigneten Bahnhöfen, Haltepunkten und Busbahnhöfen bzw. Park &Ride-Plätzen. Organisatorisch wäre dabei zur Erleichterung des Zugangs zu dem Angebot die Buchungsmöglichkeit der Elektrofahrzeuge beim Fahrkartenkauf im Sinne der Buchung einer kompletten Mobilitäts- bzw. Reisekette. Auch ein finanzieller Anreiz solle durch ein Splitting des Benutzungsentgelts zu erreichen, indem für Anreisende mit Verkehrsmittels des Umweltverbundes ein ermässigter Tarif gegenüber Anreisenden mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) kalkuliert und angeboten wird. 

Elektromobilität im motorisierten Individualverkehr kann aus Sicht des VCD nur als sinnvolle und energieeffiziente Alternative zu den herkömmlichen Verbrennungsmotoren angesehen werden, wenn sie auf der zusätzlichen Erzeugung von umweltverträglichen erneuerbaren Energien aufbaut, eine energieeffiziente Fahrzeugtechnik in Leichtbauweise nutzt und vorrangig in ländlichen Gebieten erprobt und eingesetzt wird, in denen sie eine noch unzureichende Erschliessung mit dem öffentlichen Nahverkehr regional ergänzt und Mobilitätsbedürfnisse abdeckt, die durch die Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuss-, Rad- und öffentlicher Nahverkehr) nicht befriedigt werden können Dem gegenüber wäre ein Einsatz von Elektroautomobilen in Bereichen, in denen ein bestehendes dichtes und gutes ÖPNV-Angebot – wie insbesondere in Ballungsräumen - besteht, als unerwünschte Konkurrenzierung und Kannibalisierung des ÖPNV-Systems unter den derzeitigen Rahmenbedingungen von Energieerzeugungsstrukturen (Energiemix), auf dem Markt verfügbarer ineffizienter Fahrzeugtechnik und verbreitetem zu hohem Geschwindigkeitsniveau des motorisierten Individualverkehrs nicht vertretbar. 

Ein Infopaket zur Elektromobilität mit der ausführlichen VCD-Position und dem VCD-Magazin „fairkehr“ mit Beiträgen zum Thema sowie zu elektrisch betriebenen Zweirädern wie E-Bikes/ Elektrofahrrädern bzw. Pedelecs gibt es gegen Spende beim VCD, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512,
Fax 09421/963910, Email vcd-straubing@vcd-bayern.de. Öffnungszeiten sind
Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr sowie Samstag bis 14 Uhr. Gegen 3 € (auch in Briefmarken) wird es auch gerne zugesandt.
Mit freundlichen Grüssen 
Johann Meindorfer

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