Kapazitätssteigernder Streckenausbau Regensburg-Straubing-Passau bis 2011 fertig
Wirtschaftsminister Zeil antwortet dem VCD zum Verbesserungsbedarf im Bahnverkehr:
Kapazitätssteigernder Streckenausbau Regensburg-Straubing-Passau bis 2011 fertig –
Verhindern Kommunen Geschwindigkeitsanhebung durch Anpassung von Bahnübergängen auf der Gäubodenbahn?
Auf eine Zusammenstellung des Verbesserungsbedarfs im Bahnverkehr des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) verweist Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil den notwendigen barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs Straubing in die grundsätzliche Zuständigkeit des Bundes, wobei die DB AG als Massnahmenträger mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung „die Möglichkeit einer Bezuschussung erörtern“ müsse. Unabhängig davon habe der Freistaat mit der DB AG in einer Rahmenvereinbarung etliche grössere Bahnhöfe – ohne Straubing - zum Ausbau benannt. Wie der barrierefreie Ausbau von Bahnhöfen nach 2012 umgesetzt werden könne, hänge u.a. von der verkehrlichen Bedeutung, aber auch vom „Umfeld mit besonderen Einrichtungen für mobilitätsbeeinträchtige Menschen“ ab. Hier sieht Johann Meindorfer vom VCD Vorrang für Straubing mit seiner Vielzahl an Behinderteneinrichtungen; ihre „verkehrliche Bedeutung“, die sich vor allem in Bahnnutzern messe, müsse auch die Stadt die Bahnnutzung fördern. Im Bahn-Fernverkehr habe Straubing wie auch andere Oberzentren keine adäquate Fernverkehrsanbindung mehr, hatte der VCD angeführt. Der Freistaat möge sich daher auf Bundesebene, dafür einsetzen, dass der Bund Vorgaben an die bundeseigene DB AG für eine bundesweite Grunderschliessung aller Oberzentren und sonstigen touristischen / verkehrlichen Aufkommensschwerpunkte im eigenwirtschaftlich von der DB AG zu betreibenden Fernverkehr macht, hatte Johann Meindorfer vom VCD geschrieben. Zeil antwortete, dass man Angebotsver-besserungen fordere und ein vom Bundesrat bereits beschlossener Gesetzentwurf von 2008 ein Mindestangebot von 6 Zügen für alle Oberzentren vorsah, dieser aber bisher vom Bundestag nicht aufgegriffen wurde. „Ein zusätzlicher Halt in Straubing wäre nur dann möglich, wenn zusätzliche Fernverkehrszüge angeboten würden, schreibt der Minister.Finanzmittel des Freistaates für einen mehrmals täglich durchgehenden Regionalschnellverkehr (Linz –) Passau – Plattling – Straubing – Regensburg – Neumarkt – Nürnberg (– Würzburg ) bis eine zweistündliche Bedienung im Fernverkehr für das Oberzentrum Straubing sichergestellt ist, hält Zeil für nicht vertretbar. Er verweist dagegen auf „weitere gute Verknüpfungen mit dem RE bzw. dem ICE in Regensburg mit dem ab Dezember 2010 erweiterten Halbstundentakt der Regionalbahnen Regensburg – Straubing – Plattling. Zum geforderten kapazitäts- und geschwindigkeitserhöhenden Ausbau der Strecke Regensburg –Passau verweist der Minister auf das in weiten Abschnitten schon mögliche Tempo 160 für Reisezügen und kapazitätssteigernde Massnahmen im Rahmen des Sonderprogramms für den Seehafen-Hinterland-Verkehr mit Fertigstellung voraussichtlich bis Ende 2011. Dabei handelt es sich laut VCD um Verbesserungen für den Langstrecken-Güterverkehr von den Nordsee-Häfen nach Österreich und weiter südöstlich, von denen aber auch andere Bahnverkehre profitieren können.
„Genau wie Sie sehe ich die Notwendigkeit, die Fahrzeiten auf der Gäubodenbahn zu verkürzen“, bestätigt er die VCD-Position. „Leider sind bislang nicht alle Kommunen bereit, die für eine Geschwindigkeitsanhebung notwendigen Anpassungen durchzuführen,“ kommentiert er das langsame Vorankommen bei der Anpassung von Bahnübergängen, die dazu erforderlich sei. Eine Angebotsausweitung wie der vom VCD auf der Gäubodenbahn geforderten Stundentakt am Wochenende und Halbstundentakt werktags sei aber „angesichts der begrenzten Mittel vorerst nicht geplant“.
Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer
Verkehrsclub Deutschland VCD
Arbeitskreis Ostbayern

