Stadtbus-Halbstundentakt weiter nutzen, es gibt ihn morgens und ab mittlerem Nachmittag auf 4 Linien
Schade, dass nur die Stadträte von SPD, ÖDP und Grünen den Mitte September eingeführten erweiterten Stadtbus-Halbstundentakt als Beitrag zu mehr Lebensqualität auf Dauer zu erhalten bereit waren. Schade, dass man durch erst nach seinem Start – und nach heftigem Nachbohren – einsetzende Werbemaßnahmen auf die Verbesserung aufmerksam gemacht hatte, um schon nach knapp 5 Monaten sein Ende zu besiegeln. So ist es halt in der ÖPNV-Diaspora, wo ja auch kaum einer der Entscheidungsträger zu dessen Nutzern zählt und die Wichtigkeit einer hoch-flexiblen Verfügbarkeit des Busverkehrs aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann. Was bleibt (zu tun):
1. Nutzen Sie den erweiterten Halbstundentakt auf den Linien 1 und 2, solange er noch läuft, bis Mitte März!
2. Nutzen Sie das auch darüber hinaus bestehende Stadtbus-Angebot, das ja am Morgen und ab dem mittleren Nachmittag weiterhin den Halbstundentakt auf allen Linien von 1 bis 4 umfasst.
3. Nutzen Sie in oder von Richtung Landkreisgemeinden das kostenlose Umsteigen vom Regionalbus oder der Bahn auf den Stadtbus und umgekehrt. Bei Hin- und Rückfahrt lässt man sich vom VSL-Busfahrer oder am Bahnschalter zwei Kontrollkarten aushändigen und erhält dafür im Stadtbus ein kostenloses Stadtbus-Tagesticket.
4. Nutzen wir die erstmalige Aufstellung eines gemeinsamen Nahverkehrsplanes von Stadt und Landkreis für ein fahrgastorientiertes ÖPNV-Gesamtsystem ÖPNV inklusive Bahn.
5. Und setzen wir eine Taktverdichtung wieder auf die Tagesordnung, wenn ein paar andere Hausaufgaben zur Attraktivitätssteigerung gemacht sind, das Umsteigen von Bahn oder Regional- auf den Stadtbus noch einfacher ohne Fahrkarteneintausch gemacht, das Busbeschleunigungssystem in Betrieb gegangen ist und eine Mehrheit im Stadtrat die Bedeutung eines dichten flexibel nutz- und verfügbaren ÖPNV für Gesundheits- Umwelt- und Klimaschutz erkannt und als Beitrag zu mehr Lebensqualität verinnerlicht hat, den sie uns schuldet. Man kann ja auch mit weniger Kosten eine schrittweise Taktverdichtung etwa im Winterhalbjahr, der Zeit der höheren Nachfrage, einführen. Kosten für den ÖPNV sind jedoch immer die ungedeckten gesundheitlichen sozialen und ökologischen Kosten des fließenden wie des ruhenden Autoverkehrs gegenüberzustellen, inklusive Aufwand für Winterdienst, Parkplätze etc.
6. Eines baldigen Herbstes sollte dann – zumindest für das Winterhalbjahr – wieder ein erweiterter durchgängiger Stadtbus-Halbstundentakt angekündigt werden, mit einem zum Mitfahren animierenden Marketingkonzept.
Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Kreisgruppe Straubing-Bogen
Johann Meindorfer

