VCD hakt zum Verbesserungsbedarf im Bahnverkehr für Straubing nach
-Antwort der agilis Verkehrsgesellschaft
Agilis-Triebwagen mit mobiler Rampe zur Spalt- und Höhenüberbrückung – Tarifsystem bleibt – Semesterticket auf Straubing ausdehnen!- Taktverdichtung auf der Gäubodenbahn erforderlich – BEG an barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Straubing erinnert
Nachdem die agilis Verkehrsgesellschaft mbH & Co. KG künftig die Verkehre auf der Strecke Neumarkt – Regensburg –Straubing – Plattling übernehmen wird, ist Johann Meindorfer vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) mit Fragen zum künftigen Bahnbetrieb dort vorstellig geworden. Ein Anliegen war ihm, dass es dadurch zu keiner weiteren Zersplitterung des Tarifsystems kommt, sondern sowohl fahrplanmässige wie auch tarifliche Verbesserungen erreicht werden. Man wünsche sich eine Kooperation von agilis mit dem RVV bezüglich einer Ausgedehnung der Gültigkeit des dort angebotenen Semester-Tickets auf die von agilis bediente Gesamtstrecke. Nun hat agilis dem VCD gegenüber erklärt, das Tarif- bzw. Vertriebssystem werde sich nicht grundlegend ändern. Alle Fahrscheine der DB würden bei agilis anerkannt, auch die Angebote des Freistaats Bayern wie das Bayern -Ticket. Fahrscheine aus dem Eigenvertrieb von agilis könnten „natürlich ebenfalls in den Fahrzeugen anderer Unternehmen genutzt werden“. Das Semesterticket Regensburg wird in agilis-Zügen analog zur heutigen Situation gültig sein, was laut VCD Straubing und den Landkreis Straubing-Bogen nicht mit erfasst. Bezüglich einer weiteren Ausdehnung der Gültigkeit sei agilis generell gesprächsbereit, was laut Meindorfer einem Auftrag an die Politik in Stadt und Landkreis gleichkomme, mit agilis, dem RVV (Regensburger Verkehrsverbund) und dem Studentenwerk Regensburg über eine Ausdehnung zu verhandeln.
Zur Frage des VCD nach dem Zusammenpassen von Bahnsteigen und den von agilis eingesetzten neuen Fahrzeugen des Typ´s Coradia Continental BR 440 mit einer Einstiegshöhe von 600 mm antwortete die Verkehrsgesellschaft, es sei auf jedem Triebwagen eine mobile Rampe vorhanden, „die vom Zugpersonal auf Anforderung ausgelegt wird und der Spalt- und Höhenüberbrückung dient“. Da dies immer noch nicht die ganze Zugangssituation etwa am Bahnhof Straubing barrierefrei macht, rief der Verkehrsclub Deutschland dennotwendigen barrierefreien Ausbau sowie eine generelle und bayernweite Abstimmung von Bahnsteighöhen an die eingesetzten Fahrzeuge in einem aktuell übersandten Schreiben an die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) in Erinnerung. Man fordert auch zur Vermeidung von Verspätungen und Erhöhung der Streckenkapazität auch im Hinblick auf die Trassenkonkurrenz mit dem auszubauenden Güterverkehr einen geschwindigkeitserhöhender Ausbau der Bahnstrecken München-Regensburg und München—Passau; bei letzterer fehlt auch nach wie vor ein zweites Gleis zwischen Landshut und Plattling. Zur Sicherstellung hinreichender Pünktlichkeit, von Umsteigeverbindungen, sei eine Verkürzung der Blockabstände und Modernisierung der Signaltechnik sowie Ertüchtigung für Tempo 160 bei Reisezügen zur Ausschöpfung der Geschwindigkeitspotentiale der eingesetzten Fahrzeuge und zur angemessenen Erhöhung der Reisegeschwindigkeit erforderlich, so Johann Meindorfer vom VCD- Arbeitskreis Ostbayern. Dieser bittet die BEG, sich beim Bund, der DB Netz AG und der Staatsregierung auf die Bereitstellung entsprechender Finanzmittel und Aufnahme in die notwendigen Ausbaupläne einzusetzen. Nachdem die erfreulich hohe Nachfrage zwischen München und Landshut leider immer noch häufig für überfüllte Züge auf diesem Streckenabschnitt – nicht nur zu Zeiten besonders publikumsträchtiger Veranstaltungen – sorgt, beanttagt der VCD, hier zusätzliche Zug- bzw. Sitzplatzkapazitäten zu bestellen. Dringender Verbesserungsbedarf sei auch zwischen München und Freising abzuarbeiten, um die wegen der häufig auf diesen Strecken auftretenden Verspätungen durch verspätete vorausfahrende S-Bahnen abzustellen.
Für die Gäubodenbahn zwischen Bogen, Straubing und Neufahrn bestehe die Erfordernis eines ganztägigen Stundentakts auch an Wochenenden und Feiertagen sowie eines werktäglichen Halbstundentakts in den Hauptverkehrszeiten. Damit müssten weitere Reisendenpotentiale abgedeckt werden, ebenso die Gewinnung neuer Bahnkunden sowie die Sicherung einer ausreichenden ÖPNV-Mobilität für die Bewohner des Labertals, wie dies auch für andere Strecken zur Verbindung von Oberzentren der Fall sei. Die BEG solle zumindest Mittel für eine schrittweise Taktverdichtung auf dieser Strecke zur Verfügung stellen. Sinnvoll wäre laut VCD dort eine Herstellung von Anschlüssen an die zwischen München und Regensburg und umgekehrt bisher ohne Halt in Neufahrn verkehrenden Alex-Zusatzzüge. Dies könne erfolgen, indem diese Züge in ihrer Fahrlage so verschoben werden, dass dies mit den Anschlüssen von und zur Gäubodenbahn kompatibel ist. Eine solche Massnahme würde zugleich zusätzliche Fahrmöglichkeiten vom aufkommensstarken Bahnhof Neufahrn für die dortige Bevölkerung bieten.
Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer

