Nicht der grosse Wurf, aber immerhin etliche Verbesserungen im Bahnfahrplan
Nachdem bei der Presseverlautbarung von Herrn MdB Hinsken die Unterüberschrift "Zwei zusätzliche ICE aus und nach Nürnberg" irreführend war, im Folgenden das, was wirklich an Verbesserungen erfolgt ist. Auch der neue Bahnfahrplan ist sicher nicht der grosse Wurf : keine weiteren Fernverkehrshalte für Straubing. Trotzdem enthält er – einige Nummern kleiner - etliche Verbesserungen für unser Gebiet: Ab sofort gibt es Montag bis Freitag einen Halbstundentakt auf der Strecke Regensburg – Sünching – Radldorf - Straubing – Strasskirchen – Plattling von 15 bis 18 Uhr, der die Anschlusssituation an einen ICE verbessert. Mit einer zusätzlichen Regionalbahn (RB) ab Straubing Richtung Regensburg um 17:49, also zwischen den bisherigen Abfahrten im Stundentakt, wird der ICE 22 nach Frankfurt nun mit einer kürzeren Umsteigezeit von nur 12 Minuten erreicht. Durch eine zusätzliche RB, die unmittelbaren Anschluss vom ICE 27 aus Dortmund mit nur zehn Minuten Übergangszeit herstellt, bieten sich dann halbstündlich Fahrmöglichkeiten ab Regensburg um 14:57, 15:32, 15:59, 16:29, 16:58, 17:29 und 18:01 Uhr. Ferner gibt es durch zusätzliche Regional-Express-Züge (RE) zwischen Plattling und München jede Stunde eine Verbindung Strasskirchen – München mit einer Fahrzeit von ca. 2 Stunden und von Straubing mit ca. 2 Stunden 7 Minuten geben, was bisher nur alle zwei Stunden auf dieser Route gegeben war – natürlich zusätzlich zu den München-Verbindungen mit der Gäubodenbahn über Neufahrn.
Neben der weiterhin massiven Forderung nach einer besseren Fernverkehrsanbindung des Oberzentrum Straubing an DB AG und Bundesregierung durch die regionale Politik muss diese auch vor Ort zu einer Steigerung der Nachfrage und der Fahrgastzahlen beitragen. Dies beginnt bei einer verdichteten Stadtentwicklung mit Ausrichtung auf publikumsintensive Einkaufsstätten und Dienstleister im Bahnhofsumfeld statt in der nicht von Bahn und ÖPNV erschlossenen Peripherie und geht bis zur vorrangigen Durchführung von Dienstreisen und Betriebsausflügen per Bahn. So sollten Exkursionen, Bildungsreisen, Ausflüge, von Behörden, VHS, Pfarreien, Vereinen und Verbänden gezielt mit Regelzügen der Bahn organisiert werden, um zu einem noch besseren Bahnangebot für alle BürgerInnen von Stadt und Landkreis beizutragen. Natürlich hängt die Inanspruchnahme der Bahn von einem attraktiven Angebot ab, für das wir uns seit langem und mit einigen kleineren Erfolgen einsetzen, aber umgekehrt hängt dieses Angebot genauso vom Zuspruch der Bürger als tatsächliche Bahnnutzer ab. Weitere Forderungen an DB AG, Bundesregierung, Freistaat Bayern und Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) müssen Fahrzeitbeschleunigende Ausbaumassnahmen auf den Strecken Regensburg – Landshut – Freising - München, Passau – Landshut – Freising - München und der Gäubodenbahn zwischen Bogen, Straubing und Neufahrn für eine angemessen höhere Reisegeschwindigkeit sein. Und ebenso weiter erforderlich bleibt ein Stundentakt am Wochenende und ein Halbstundentakt werktags auf der Gäubodenbahn als verbesserte regionale Erschliessung und Anbindung Straubings an die Bezirkshauptstadt Landshut und die Landeshauptstadt München über Neufahrn mit Sanierung und streckenbeschleunigendem Ausbau der Gäubodenbahn .
Johann Meindorfer
Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Kreisgruppe Straubing-Bogen

