Bayerische Eisenbahngesellschaft auf Forderung des VCD: zusätzliche Fahrten ab Straubing zu teuer?
VCD: Straubing braucht bessere Umsteigemöglichkeiten von den agilis-Zügen in die ICEs in Regensburg.
Auf den Antrag des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nach besseren Umsteigemöglichkeiten von den agilis-Zügen in die ICEs in Regensburg durch einige zusätzliche Fahrten antwortete die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) abschlägig: „Die Herstellung weiterer Anschlüsse von und zum ICE haben wir mit Agilis intensiv diskutiert. Angesichts der hohen Bestellerentgelte und der begrenzten finanziellen Ressourcen des Freistaats ist es derzeit leider nicht möglich, eine solche Angebotsverbesserung außerhalb der Hauptverkehrszeiten zu realisieren,“ heisst es in dem Schreiben vom März. Und zur Gäubodenbahn „gibt es zu Ihren Forderungen nach einem 1- Stunden-Takt am Wochenende sowie nach zusätzlichen Zügen im Berufsverkehr keinen neuen Sachstand. Wir planen nicht, zum nächsten Fahrplanwechsel Änderungen am Fahrplanangebot vorzunehmen“. Dass der BEG und somit dem Freistaat Bayern eine einigermassen annehmbare Anbindung Straubings an die ICEs in Regensburg nach Wegfall der meisten Fernverkehrshalte in der Gäubodenstadt kein Geld wert ist, ist nicht akzeptieren, so Johann Meindorfer vom VCD.
Auch der Hinweis, dass die Verantwortung für den Schienenpersonenfernverkehr ohnehin beim Bund liege, helfe da nicht weiter. Nachdem agilis mit dem vorhandenen neuen Fahrzeugpark problemlos in der Lage wäre, die dazu weiter erforderlichen Verdichterzüge zu fahren und diese auch für ein angemessenes Angebot auch für studentische und Berufspendler zwischen Straubing und Regensburg nötig sind, sieht der VCD die BEG für eine Bestellung solcher Zusatzleistungen zum nächsten Fahrplanwechsel in der Pflicht, um für entsprechende Verbesserung der Bahnanbindung des Oberzentrums Straubing zu sorgen. Auf der Strecke Neumarkt – Regensburg –Straubing – Plattling fehlten angesichts der zusammengestrichenen Fernverkehrshalte in Straubing nach wie vor zeitlich angemessene Umsteigemöglichkeiten von den agilis-Regionalzügen in die und von den ICEs in Regensburg. Um diese zu ermöglichen, ist die Bestellung weiterer Fahrten erforderlich, die Anschlüsse mit kurzen Umsteigezeiten herstellen zu den verschiedenen ICE 228, 28, 26, 90 und 20 sowie von ICE 21, 23, 91,27, 229 und EN 491, listet Meindorfer auf. Einzig bei den ICE 22 und 29 könne bisher von annehmbaren Umsteigezeiten gesprochen werden, da sich durch schon vorhandene agilis-Verdichterzüge besser erreichbar sind.
Für die Gäubodenbahn zwischen Bogen, Straubing und Neufahrn bestehe die Erfordernis eines ganztägigen Stundentakts auch an Wochenenden und Feiertagen sowie eines werktäglichen Halbstundentakts in den Hauptverkehrszeiten. Damit müssten weitere Reisendenpotentiale abgedeckt werden, ebenso die Gewinnung neuer Bahnkunden sowie die Sicherung einer ausreichenden ÖPNV-Mobilität für die Bewohner des Labertals, wie dies auch für andere Strecken zur Verbindung von Oberzentren der Fall sei. Die BEG solle zumindest Mittel für eine schrittweise Taktverdichtung auf dieser Strecke zur Verfügung stellen, was diese bisher ablehnt. Mandatsträger aller Parteien und Ebenen in Bundestag und Landtag müssten genügend Geld für einen zeitgemässen Eisenbahnverkehr im Lande zur Verfügung stellen, so der Verkehrsclub, „der Bahn als sozial- und ökologieverträglichem Verkehrsträger muss dabei eine deutliche Priorität zukommen“.
Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer

