VCD-Fachgespräch mit Verwaltungsrat für Umweltfragen
„Der ÖPNV muss auch in Straubing als gute Alternative zum motorisierten Individualverkehr anerkannt werden“
Auf Verwirklichung der Zusage von Bayerns Martin Zeil zur Taktverdichtung auf der Gäubodenbahn pochen!
Sein erstes verkehrspolitisches Fachgespräch hielt der neue VCD-Kreisvorstand am Samstag mit dem Verwaltungsrat für Umweltfragen der Stadt Straubing und Grünen-Stadtrat Erhard Grundl. Dabei wurde die Hoffnung geäussert, dass als Ergebnis des sogenannten „Bahngipfels“ tatsächlich ein baldiger barriererfreier Ausbau des Bahnhofs Straubing komme. Dies sei im Interesse der mobilitätsbehinderten Menschen ebenso erforderlich wie für Personen mit Kinderwägen oder Fahrrädern. Man war sich einig, dass in die Planungen auch ein Bahnsteigzugang von Süden her mit einbezogen werden müsse, unabhängig vom letztendlichen Standort der notwendige Park&Ride-Anlage für Bahnpendler. So müsse der Bahnhofsausbau zumindest kompatibel mit einer künftigen direkten Anbindung des Stadtsüdens an die Bahnsteige erfolgen. Wichtig sei aber auch ein am Bahnhof präsenter persönlicher Service, der neben Auskünften etwa auch bei der Bedienung von Fahrausweisautomaten zur Verfügung steht. Grundl legte besonderen Wert, dass auch der für Straubing wichtige Umsteigebahnhof Neufahrn mit ausreichenden witterungsgeschützten Wartemöglichkeiten ausgestattet und die ganze Gäubodenbahn inclusive ihrer Haltepunkte kundengerecht ausgebaut wird. Johann Meindorfer vom VCD bemerkte dazu, dass Stadt und Landkreis auf Umsetzung der Zusage des bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Martin Zeil drängen müssten, „dass der Freistaat hinter den (Bahn-) Anliegen von Stadt und Landkreis stehe. Denn die Bayerische Staatsregierung, deren Mitglied Minister Zeil ist, sei über die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) ganz alleine für ein verdichtetes Zugangebot auf der Gäubodenbahn zwischen Bogen, Straubing und Neufahrn zuständig. Grundl und seine Stadtratskollegin Maria Stauber von der ÖDP, die stellvertretende VCD-Sprecherin ist, wollen dafür eintreten, dass die Stadt wegen einer Taktverdichtung massiv vorstellig wird.
Sehr anerkennend äusserten sich die VCD-Vertreter zu Grundls Engagement für den bis Mitte März erweiterten Stadtbus-Halbstundentakt auf den Linien 1 und 2. Der Verwaltungsrat für Umweltfragen äusserte sein Unverständnis, wie man trotz des erfolgten Fahrgastzuwachses, der in dieser kurzen Zeit und ohne ein ausreichendes Marketingkonzept erzielt worden sei, seitens der Stadtratsmehrheit eine Verlängerung ablehnen konnte. Rainer Schwarz berichtete von den äusserst positiven Äusserungen von Passanten und Stadtbuskunden bei der Vorstellung des erweiterten Angebots bei einem VCD-Infostand. Ziel, so waren sich die Gesprächspartner aus Politik und VCD einig, diese Taktverdichtung zumindest jeweils im Winterhalbjahr, der Zeit der höheren Nachfrage, wieder einzuführen. Der ÖPNV müsse auch in Straubing als gute Alternative zum motorisierten Individualverkehr werden, in seinem Angebot wie auch im Bewusstsein von Bevölkerung, Verwaltung und Kommunalpolitik. Angesichts der gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Kosten des Autoverkehrs müsse auch die Finanzierung eines verdichteten Stadtbusangebotes möglich sein. Die Stadtratsmehrheit sollte hier entsprechende Aufgeschlossenheit zeigen.
Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer
Verkehrsclub Deutschland VCD
Kreisgruppe Straubing-Bogen

