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12.04.2007

Klimabündnis und VCD fordern:

Freiburg soll ein Zeichen für den Umweltschutz setzen



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Vor dem Hintergrund der neuesten Klima-Berichte fordern das Freiburger Klimabündnis und der Umweltverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des klimaschädlichen Autoverkehrs in der Region. Als erstes solle der Rotteck-Werder-Ring probehalber für 55 Tage für den PKW- und LKW-Durchgangsverkehr gesperrt werden. Dies haben sie kürzlich in Schreiben an OB Salomon und die Gemeinderatsfraktionen vorgeschlagen. 
Als Auftakt für diese Maßnahme wollen die Initiativen am 6./7. Juli 2007 ein großes Umweltfest am Ring feiern, bei dem auch die von Al Gore veranstalteten "Live Earth-Konzerte" auf einer Großbildwand übertragen werden sollen. 
 
VCD und Klimabündnis sehen die aktuellen UNO-Klimaberichte als Beleg dafür, dass auch Freiburg und seine Region noch bei weitem nicht ihre Hausaufgaben für den Klimaschutz erledigt haben. Was den Verkehrsektor angehe, so könne zwar die Stadt Freiburg für die internen Verkehre einen sehr guten Modal Split aufweisen. Durch die Fahrzeuge, die jeden Tag nach Freiburg kommen, von hier starten oder die Stadt durchfahren, habe es in den letzten Jahren jedoch keine Verbesserung der Klimabelastungen gegeben. 
"Die im aktuellen Verkehrsentwicklungsplan vorgesehenen Maßnahmen werden daran nicht viel ändern", so Hannes Linck vom VCD. "Und der geplante Stadttunnel würde zwar die Straßen der Stadt vom Durchgangsverkehr entlasten, den Pkw- und Lkw-Verkehr für die gesamte Region jedoch deutlich verstärken. Mit entsprechenden Folgen für das Klima." 
Das Klimabündnis und der VCD fordern dagegen für Stadt und Region umgehend Maßnahmen, die den Autoverkehr gezielt reduzieren. Besonders Erfolg versprechend werden von ihnen neben dem Stopp für den Straßenausbau die folgenden Maßnahmen eingeschätzt, die mit geringen Mitteln umzusetzen seien: 
- Einführung und wirksame Durchsetzung von Tempo 30 auf allen Stadt- und Gemeindestraßen mit wenigen Ausnahmen 
- Flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in den Orten und Städten 
- Schließung von Straßen für den Durchgangsverkehr / Verengung der Profile 
- Einrichtung einer Mautzone für Freiburg nach dem Vorbild von London 
Als ein erstes Zeichen dafür, jetzt entschlossen zu handeln, schlagen VCD und Klimabündnis vor, den Rotteck-Werder-Ring bereits vor dem Ausbau der Heinrich-von-Stephan-Straße für den Durchgangsverkehr zu sperren. 
Die Organisationen gehen davon aus, dass es dadurch keineswegs wie von vielen befürchtet zu chaotischen Zuständen, Staus und der Verlagerung des Verkehrs in andere Straßen kommen wird. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten schon lange nachgewiesen, dass ein erheblicher Teil des Autoverkehr durch Maßnahmen wie Straßenschließungen oder -verengungen schlicht verschwindet, „verdampft“. 
"Um die Auswirkungen einer solchen Maßnahme beobachten zu können, bietet sich für Freiburg im Juli eine günstige Chance", betont Björn Slawik, der Sprecher des Freiburger Klimabündnisses. Während der Feiern zum Universitätsjubiläum sollen die beiden Ringstraßen sowieso für einige Tage gesperrt werden. "Wir schlagen vor, diese Sperrung zu Ehren von 550 Jahren Uni Freiburg auf 55 Tage auszudehnen und die Auswirkungen durch Studenten untersuchen zu lassen", so Slawik weiter. 
Da die Sperr- und Umleitungsmaßnahmen auch für die bereits geplanten Tage nötig seien, würden nicht in großem Umfang weitere Kosten für die Stadt anfallen. Auf der anderen Seite ließen sich die Auswirkungen der Maßnahmen erst über eine längere Zeit sinnvoll beurteilen. 
 
Nach dem Vorschlag von VCD und Klimabündnis sollte die Sperrung am 7.7.07 beginnen, dem Tag, an dem weltweit von Al Gore veranstaltet Konzerte stattfinden, die auf die dringende Klimaproblematik hinweisen sollen. Eine Live-Übertragung der Konzerte auf einer Großbildleinwand am Rotteck-Werder-Ring könnte Rahmen und Auftakt für vielfältige Aktionen zum Thema werden. "Das könnte der "Umwelthauptstadt" doch gut zu Gesicht stehen, wenn sie als erste deutsche Stadt beim "Live Earth-Event" dabei wäre. Allerdings ist die Zeit gekommen nicht nur symbolische Akte wie so ein Fest zu veranstalten, sondern konkrete Schritte zur Reduzierung der Klimabelastung zu tun," unterstreicht Hannes Linck. 
 
Für ihre Aktion haben die Initiatoren bereits Partner wie den U-Asta der Universität, den BUND, die FESA, die Firma Konzertservice u.a. gewonnen. Weitere Kontakte zu Unterstützern und Sponsoren sowie zur Stadt Freiburg sind geknüpft. 
 
Kontakt: Björn Slawik, Tel. 0761-70 49 83 6, Hannes Linck, Tel. 0761-400 433-5 

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