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Die Werkrealschule – eine (verpasste) Chance für den ländlichen ÖPNV ?

Das Land Baden-Württemberg macht Ernst mit der Bildung der Werkrealschulen als Ersatz für die Hauptschulen. Zehntausende Schüler und Schülerinnen müssen dann außerhalb ihres Wohnorts in die Schule pendeln und sind auf gute Schulbusverbindungen ohne lange Wartezeiten angewiesen.

Die Hauptschulen sollen sich zu Werkrealschulen zusammenschließen, um ein besseres Bildungsangebot auch für die Hauptschule zu ermöglichen. Das Land erhofft sich durch die Zusammenlegung Einsparungen in seinem Haushalt und hat auch die Absichterklärung abgeben, dass die eingesparten Mittel auch in den Ausbau des ÖPNV fließen sollen. Nur geschehen ist bis jetzt nichts. Zur Zeit löst jede Kommune dieses Problem auf ihre Weise und nimmt dafür hohe Beträge in die Hand, um die neuen Verbindungen beim örtlichen Busunternehmen zu bestellen. Nur, reine Schulbusverbindungen erfordern viele Lehrfahrten, da die Busse ja nicht morgens und mittags bei der Schule bleiben, sondern meist auch anders genutzt werden.
Daher fordert das Land Baden- Württemberg in seinem Gesetz (ÖPNVG), dass gerade diese Sonderlinien in den Öffentlichen Personennahverkehr integriert werden müssen (§4, Abs. 7). Auch die Bildung von Verkehrsverbünden hatte ja das Ziel, weg von der kleinen Kommunalen Lösungen und hin zu einem abgestimmten ÖPNV in der Fläche zu kommen.

Rückgrat des ÖPNV war schon immer der Transport der Schüler der weitergehenden Schulen, die 60 % der Kunden stellen. Deshalb wäre es die Aufgabe der Landkreise und Verbünde, sich dieser neuen Herausforderung zu stellen. So entstünden viele neue Verbindungen, die nicht nur den Schülern, sondern allen Menschen neue Möglichkeiten böten. Gerade der ländliche Raum leidet stark unter dem Verlust von Dienstleistungen. Die Hausfrau und die Oma müssen zum Einkaufen und Arztbesuch bereits weite Wege in die nächste Stadt nehmen und wären sicher froh, vom “ Nachbartaxi” unabhängiger zu werden.


Bernhard Meucht, Achern
 



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