Thesen zu den diskutierten Tunnelbauten an der B31
Der weitere Ausbau der B31 und damit der geplante Bau von Tunneln am Falkensteig und in der Stadt Freiburg ist äußerst kritisch zu bewerten, da
- der großzügige Ausbau von Straßen keine nachhaltige Lösung der vom Autoverkehr verursachten Probleme darstellt,
- die Situation in Freiburg nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern die Auswirkungen auf die gesamte Region mit ins Auge gefasst werden müssen,
- durch ein mit den umliegenden Kreisen abgestimmtes Maßnahmenkonzept bei entsprechendem politischen Willen die Straßenanlieger und die ganze Region bereits kurz- und mittelfristig deutlich von den Folgen des Autoverkehrs entlastet werden könnten,
- unter dem durch die Verdoppelung der Straßenkapazität in den Tunneln zu erwartenden starken Anstieg des Autoverkehrs alle Gemeinden entlang der Strecke sowie Erholungswert und touristische Attraktivität des Südschwarzwalds leiden würden,
- die Tunnelbauten den Ausbau weiterer Abschnitte auf der B 31 nach sich ziehen und am Ende doch die „Schwarzwald-Autobahn“ entstehen lassen würden,
- wir jedoch eine LKW-Fernverbindung Moskau–Madrid über den Schwarzwald und durch Freiburg nicht brauchen, die Güter gerade im Fernverkehr auf die Bahn gehören,
- die prognostizierte Entlastung der Innenstadt Freiburgs nicht eintreten würde, da ein Großteil des heutigen Verkehrs auf der B31 „hausgemacht“ ist und dieser sowie ein guter Teil des durch den Straßenausbau neu entstehenden Autoverkehrs in die Stadt weiter oberirdisch laufen würden,
- eine Verwirklichung der Tunnel angesichts von vielen konkurrierenden, aber bereits fertig geplanten Straßenbauprojekten sehr unwahrscheinlich ist, die Region auf vorfinanzierten Planungskosten in Höhe von 7-8 Mio € plus Zinsen sitzen zu bleiben droht, wenn nicht gebaut wird,
- der große Einsatz von Geld und Engagement für eine Durchsetzung der allerfrühestens 2025 zu erwartenden Tunnel offensichtlich den notwendigen Elan der regionalen Politik bei der Durchsetzung kurz- und mittelfristig wirksamer Lösungen verhindert,
- das für den Tunnel- und weiteren Straßenbau benötigte Geld – auch wenn es nicht aus den selben „Töpfen“ käme – für den Klima- und Umweltschutz auf andere Weise weitaus sinnvoller eingesetzt werden kann,
- die jahrelange Bauzeit die Stadt vor ungeahnte Probleme stellen und den Anwohnern weitere massive Belastungen zumuten würde,
- durch den zu erwartenden Anstieg des Autoverkehrs die möglichen anfänglichen positiven Klima- und Umweltauswirkungen rasch in ihr Gegenteil verwandelt würden.
Hannes Linck, 21.6.2009

