Pressemitteilung:
Wahlprüfsteine von ADFC und VCD (30.05.2009)
Fahrradfreundliches Tübingen in Sicht!? (Gemeinsame PM von ADFC und VCD)
ADFC und VCD haben gemeinsam die Gemeinderatsfraktionen befragt, wie sie die Zukunft des umweltfreundlichsten Verkehrsmittel, das Fahrrad, in Tübingen sehen. Wie kann der Radverkehrsanteil konkret gesteigert werden kann? Imagekampagnen? Höherer Radverkehrsetat? Neue Stelle für einen Fuß- und Radverkehrsplaner? Fahrradstation am Bahnhof? Mehr Abstellanlagen im Stadtzentrum – auch durch Umwidmung von Parkplätzen? Umleitungsbeschilderung für den Radverkehr bei Baustellen? Winterdienst auf Radwegen? Und natürlich durfte auch die Frage zur Mühlstraßen-Sperrung für den motorisierten Individualverkehr nicht fehlen.
Ergebnis: Alle Fraktionen unterstützen die Radverkehrsförderung. Die Wege können aber sehr unterschiedlich sein, es gibt aber auch Konsens, wie z.B. bei einer Fahrradstation am Bahnhof.Die kreativste Idee kam von Herrn Brenner von der TüLL: Blaue Schneeketten sollen Fahrrädern auf ungeräumten Radwegen im Winter helfen. Radverkehrsgutachten externer Institute sieht er mit Mißtrauen.
Nach Dr. Albrecht Kühn unterstützt die CDU eine Fahrradstation am Hauptbahnhof. Die CDU beantragt in diesem Zusammenhang, das Pkw-Parken von der Nord- auf die Südseite des Bahnhofs zu verlagern, um Platz für ÖPNV, Taxi, Fuß- und Radverkehr zu schaffen. In der Mühlstraße will man die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessern, indem man das „private und unerlaubte Parken“ wirksamer bekämpft.
Dietmar Schöning von der FDP sieht die Tübinger Topografie als begrenzenden Faktor für den Radverkehr. Schwerpunkte werden deshalb eher beim ÖPNV gesehen. Die FDP befürwortet direkt nach dem Umbau des Zinserdreiecks die Neugestaltung des Europaplatzes in Angriff zu nehmen, mit einer Fahrradstation als integralen Bestandteil.
Der Vorsitzende der UFW Prof. Dieter Barth weist auf die prinzipiellen Probleme der Trennung von Rad- und Kfz-Verkehr mittels Radwegen hin: „Radfahrer fahren sicherer, wenn sie im Kfz-Strom mitschwimmen, als wenn sie in diesen plötzlich einmünden müssen, etwa an Kreuzungen“. Nachholbedarf sieht er bei der Beschilderung für Ortsunkundige. Wichtig ist der UFW zudem eine verbesserte Mitnahmeregelung im Bus auf den Bergstrecken.
Für die SPD fehlt nach Worten von Klaus te Wildt zunächst ein klares Verkehrskonzept. Mit einer geeigneten Kampagne könne man einen Bewußtseinswandel hin zu einer radfahrfreundlicheren Stimmung erreichen. Ein Leihradsystem mit in der Stadt verteilten Stationen erscheint ihm überlegenswert.
Tilmann Häusser von der WUT sieht im Bereich Mühlstraße und Neckarbrücke das Problem für die Radler weniger im Pkw- sondern im Busverkehr. Radwege in beiden Richtungen seien hier erforderlich. Es fehlt ein durchgängiges Radwegenetz.
Auch der Grüne Roland de Beauclair fordert ein durchgehendes Radwegenetz für Tübingen. Es sollen insbesondere Lückenschlüsse verwirklicht werden. Als wichtige Ost-West-Achse soll der Ammerbegleitweg realisieren werden. Schaffung von Fahrradabstellplätzen, eine Fahrradstation am Hauptbahnhof mit sicheren Abstellplätzen, Verleih und Reparaturservice, die Verbesserung der Fahrradmitnahme in Stadtbussen und die Freigabe der Fußgängerzone zwischen 20 und 9 Uhr sollen handfeste Verbesserungen in der Infrastruktur bringen.
Zum Schluss: CDU, SPD, FDP fordern den ADFC und den VCD auf sich intensiver für den Radverkehr einzusetzen.
Am Radverkehr Interessierte können die vollständigen Fragen und Antworten auf www.adfc-bw.de/tuebingen lesen.

