Motorisierter Individualverkehr (MIV)
Im Kreis Tübingen ist der Autoverkehr allgegenwärtig: Zwei verkehrsreiche Bundesstraßen (B27 und B28) durchqueren den Kreis; ergänzt durch zwei nachrangige Bundesstraßen und die tangierende A81.
Es bestehen Forderungen nach einem durchgehend vierstreifigen Ausbau der B27 und einem Neubau der B28.
Die Stadt Tübingen ist neben Reutlingen der wichtigste Ausbildungs- und Arbeitsplatzstandort der Region Neckar-Alb. Die Einpendler benutzen überwiegend den Pkw und steuern als wichtigste Ziele die Universität und die Kliniken an. Insbesondere der von Süden, aber auch von Osten und Westen einbrechende Auto-Verkehr nimmt dabei den Weg über den "Flaschenhals" Neckarbrücke und
Mühlstraße. Der MIV konkurriert hier auf engstem Raum mit dem ÖPNV und dem Fahrrad, da dieser Straßenzug gleichzeitig als zentrale innerstädtische ÖPNV- (mit mehr als 1.500 Bussen täglich) und Rad-Achse (mit mehreren tausend Fahrrädern täglich) fungiert.
Die Problematik des ruhenden Verkehrs konnte in den letzten Jahren etwas entschärft werden, da durch eine sukzessiv erweiterte Parkraumbewirtschaftung (welche mittlerweile auch das gesamte öffentliche Stellplatzangebot der Tal-Universität mit einschließt) und Ausbau des ÖPNV der Parkdruck spürbar verringert werden konnte.
Forderungen
- Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer durch Reduzierung des Autoverkehrs, Ausweisung von Tempo-30-Zonen und verkehrsberuhigter Bereiche. Verbesserung der Straßenquerungsmöglichkeiten für Fußgänger (z.B. durch fußgängerfreundliche Ampelschaltungen).
- Schutz der unverbauten Landschaft vor weiterem Straßenbau durch Realisierung der südlichen Ortsumgehung Tübingen (B 27) als langer Schindhaubasistunnel und Verzicht auf den Bau der B 28 neu zwischen Rottenburg und Tübingen.
- Ausweisung bevorrechtigter Stellplätze für die Fahrzeuge von teilAuto, um Car-Sharing (Autoteilen) noch attraktiver zu machen.
- Sperrung der Mühlstraße für den motorisierten Individualverkehr.

