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Unsere Grundziele

Erstes Ziel ist der Schutz von Leib und Leben aller Menschen, also das Vermeiden Verkehrsbedingter Unfälle und Krankheiten. Dabei kommt es darauf an, die Ursachen der Gefährdung zu beseitigen, nicht die gefährdeten Menschen auszugrenzen.

Die Umweltverträglichkeit des Verkehrssystems ist unverzichtbar, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern. Das erfordert

den Verzicht auf die weitere Versiegelung des Bodens durch Verkehrswege,

den Erhalt vielfältiger Lebensräume mit ihren Pflanzen- und Tiergemeinschaften,

den Erhalt natürlicher Kreisläufe (Wasser, Luft, Boden und     Mineralien, Klima),

die Verringerung der Belastungen durch Schadstoffe (Abgase,  Abwässer, Schmutz...) auf ein von der Natur abbaubares Maß sowie

die erhebliche Reduktion der Lärmbelastung.

Wir brauchen für Mensch und Tier angemessen große verkehrsfreie bzw. -arme Schutzzonen.

Die Verträglichkeit  des Verkehrs mit sozialen Strukturen ist ebenfalls wichtig. Straßen und Wohnquartiere sollen wieder soziale Räume werden. Die Zerschneidung von Orten durch Verkehrswege muss aufgehoben, die weitere Zerstörung von Ortsbildern und historischen Stätten verhindert werden. Wir wollen "schöne" Verkehrswege, die sich gut in ihre Umgebung einfügen, und wir brauchen Technik und Geschwindigkeit nach menschlichem Maß. Die Verkehrspolitik muss überdies demokratisch sein, d. h. Bürgerinnen und Bürger müssen zwischen Planungsalternativen wählen können, ohne künftige Handlungsspielräume völlig zu "verbauen".

Freiheit und Gleichheit sind wichtige individuelle Grundwerte, die untrennbar verbunden sind. Freiheit bedeutet hier, dass jeder Mensch Ziel und Form seiner Ortsveränderungen selbst bestimmen kann, aber auch, dass jede/r frei von unzumutbaren Belastungen durch den Verkehr leben und sich im öffentlichen Raum aufhalten kann. Freiheit kann es nur zusammen mit Verantwortlichkeit geben: die freie Wahl findet dort ihre Grenze, wo andere erheblich beeinträchtigt werden. Gleiche Rechte für alle Menschen sind nur möglich, wenn ungleiche Verkehrsmittel auch ungleich behandelt werden: aggressive und schädlich wirkende Fahrzeuge müssen begrenzt und besänftigt, - bedrängte und harmlose VerkehrsteilnehmerInnen geschützt und gefördert werden. Nutzen und Lasten des Verkehrs, darin auch die Arbeit im Verkehrssektor und der Rohstoffverbrauch, müssen gerecht verteilt werden, und dies weltweit.

Als positives Ziel der Verkehrspolitik gilt allgemein die Erhöhung der "Mobilität". Auch wir wollen Mobilität, aber nicht im Sinne von immer weiteren Fahrten, die häufig unfreiwillig sind (z. B. zum entfernten Arbeitsplatz), und immer höheren Geschwindigkeiten. Übermäßige Mobilität kann zerstörerisch wirken, z. B. auf die innere Ruhe und nachbarschaftliche Beziehungen der Menschen. Was wir durchsetzen wollen, ist das Recht aller Menschen, ihre gewünschten Ziele gut zu erreichen. Dabei ist umso weniger Verkehr und damit umso weniger Umweltbelastung nötig, je näher die Ziele wie Wohnung, Arbeitsplatz und Freizeitorte beieinander liegen. Wir halten uns nicht für besonders mobil, wenn wir weit fahren müssen, sondern wenn wir bequem dort hinkommen, wo unsere Wünsche erfüllt werden können. außerdem geht es um Fortbewegung mit neuer bzw. wiederhergestellter Qualität: Muße und Erleben der Stadt und Landschaft, Begegnungen mit anderen Menschen.

Um die genannten Ziele zu erreichen, muss die Politik rational und wirtschaftlich handeln. Rationalität darf nicht mit Technokratie, Wirtschaftlichkeit nicht mit Gewinnstreben verwechselt werden. Unter Rationalität verstehen wir ganzheitliches Planen unter gerechter Abwägung aller Vor- und Nachteile für alle Beteiligten. Unter Wirtschaftlichkeit verstehen wir die möglichst sparsame Verwendung von Raum, Rohstoffen und Energie. Schädliche Wirkungen müssen von vorneherein vermieden, nicht nachträglich beseitigt werden. Dazu müssen die Vermeidung überflüssigen Verkehrs und die sinnvolle Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen Verkehrsarten bewusst geplant werden.

Es bleibt in der Verantwortung der einzelnen Menschen, sich im Verkehr vernünftig zu verhalten und umweltverträgliche Verkehrsarten zu wählen, auch wenn Planung und Politik die Nutzungsmöglichkeiten der Verkehrsmittel stark vorbestimmen. Über die für die Planung verantwortlichen Politiker entscheiden aber auch wieder die BürgerInnen.

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