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Eisenbahn

Die Eisenbahn ist im Regional- und Fernverkehr das sicherste und umweltverträglichste Verkehrsmittel. Sie kann durch den Bus, der erheblich geringere Kapazität und Reisequalität hat, nicht ersetzt werden. Die offizielle Politik treibt aber die Bahn in den Ruin: Personal und Anlagen werden rigoros abgebaut, die durch die Benachteiligung der Bahn entstandenen erdrückenden Bahnschulden werden noch vergrößert. Mittel für eine flächendeckende Modernisierung verweigert, verkehrspolitische Entscheidungen zu Lasten der Bahn gefällt.

Die Bahn muss ihren Schwerpunkt im Nahverkehr setzen und ihr Angebot nicht an der aktuellen, sondern der potentiellen Nachfrage und an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden ausrichten. Eine gute Zukunft der Bahn, die bei geeigneten Rahmenbedingungen auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann, erfordert folgendes:

Ein geeigneter politischer und rechtlicher Rahmen muss gesetzt werden:

Demokratisierung der Bahnpolitik: Parlamente und Fahrgäste/Verlader müssen statt Behörden und Wirtschaftsverbänden über die Bahnpolitik entscheiden: im Verwaltungsrat, bei der politischen Festlegung des Streckennetzes, bei der Vorgabe ausdrücklicher Leistungsaufträge an die Bahn.

Regionalisierung der Bahn: Der Nahverkehr wird in eigenverantwortliche Regionalorganisationen (innerhalb oder außerhalb der DB) gegliedert, an denen die Gemeinden und Kreise beteiligt werden.

In den nachzubessernden "Rahmenvereinbarungen" mit den Ländern sollen die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Garantien für den Erhalt aller vorhandenen Strecken und für den Ausbau und die Modernisierung des Netzes geschaffen werden. Unter Umständen können Teilnetze von den Ländern bzw. Kommunen übernommen werden.

Die Bahn-Finanzen müssen gründlich saniert werden: Alle Altschulden und ein großer Teil der Versorgungslasten werden durch den Bund übernommen, ein Bahnbedarfsplan und Investitionsprogramm wird zur schnellen Modernisierung des Gesamtnetzes aufgestellt, gemeinwirtschaftliche Leistungen werden der Bahn voll erstattet.

Ein modernes Personenbahnangebot auf einem weiterhin dichten Schienennetz soll zumindest alle Mittelzentren anschließen. Als notwendige Ergänzung zu den von der Bahn geförderten Produkten im Fern- (IC, Interregio) und Ballungsraumverkehr (City-Bahn, S-Bahn) müssen die Regionalbahn als allgemeiner hochwertiger Nahverkehr und die Regionalschnellbahn als ergänzender Schnellverkehr die Fläche überall flexibel bedienen. Alle vorhandenen Strecken müssen erhalten bleiben, notwendige weitere Strecken wieder in Betrieb genommen bzw. neu geplant werden. Instand gesetzte Trassen und moderne Betriebstechnik steigern die Attraktivität und senken die Kosten gerade im Nahverkehr erheblich. Die flächendeckende Verbesserung von Komfort, Geschwindigkeit und Betriebstechnik sind wichtiger als der kostspielige Ausbau einzelner Fernstrecken.

Attraktive Fahrpläne erfordern in den Hauptverkehrszeiten auf allen Fern-, Regional und Nahstrecken als Mindeststandard einen einprägsamen Halbstundentakt, abends und am Wochenende einen Stundentakt. Wirksamer als Höchstgeschwindigkeiten sind für die Schnelligkeit der Reise optimale Fahrpläne und Anschlüsse, optimal gelegene Haltepunkte, kurze Wartezeiten am Schalter etc.

Der Komfort des Eisenbahnverkehrs muss auch außerhalb der Hauptstrecken und S-Bahnen erheblich besser werden:

sanierte Bahnhöfe und Bahnsteige (wetterfeste gemütliche Warteräume an allen Haltepunkten; gepflegte Bauten, Zusatzservice wie Kioske - an kleinen Bahnhöfen mit Fahrkartenverkauf - u. a.) und eine bessere Einbindung der Bahnhöfe in die Orte durch eine Verlegung bei ungünstiger Lage, verbesserte Wegweisung, Einbindung in örtliche Straßen- und Busnetze, Einrichtung neuer Haltepunkte

neue Fahrzeuge (im Nahverkehr; Einmann-Triebzüge) und sanierte Strecken  für höheren Reisekomfort und -geschwindigkeit sowie höhere Wirtschaftlichkeit

volle Behindertengerechtheit

guter Service an allen Bahnhöfen (kundengerechte Schalteröffnungszeiten, guter Gepäckdienst …)

Ein besonderes Ziel ist die Verbesserung des Berlin-Verkehrs auf IC-Niveau.

Billige Fahrpreise sind ein wichtiges Instrument zur Erhöhung des Verkehrsanteils der Bahn: Zentrale Forderung ist der Halb-Preis-Paß für alle, mit dem alle Bahnkarten einschließlich Zeitkarten zum halben Preis erworben werden können. Weiterhin nötig sind eine allgemeine Preissenkung im Personenverkehr, die Einbeziehung der DB in alle Verkehrsgemeinschaften (vorläufig zumindest bei Zeitkarten) und generell die Vereinfachung der Tarife statt immer neuer Sonderbedingungen.

Die optimale Verknüpfung der Eisenbahn mit dem Rad und mit dem örtlichen öffentlichen Verkehr ist wichtig. Dazu gehören auch Billigtarife für die Radmitnahme im Nahverkehr und die Erweiterung des Angebotes im Fernverkehr auf alle Züge (IC).

Der Aus- und Neubau von Fernbahnstrecken ist nötig, um die Attraktivität und die Kapazität des Bahnnetzes  zu erhöhen. Hier muss der Streckenausbau Vorrang vor dem Neubau haben, und die Umweltverträglichkeit der Trassen ist wichtiger als Höchstgeschwindigkeiten. Neue Verkehrstechnologien dürfen den Bahnausbau nicht behindern.

Der Schienengüterverkehr ist durch folgende Maßnahmen zu entwickeln: Erhalt und Sanierung aller Güterstrecken, mehr direkte Schienenanschlüsse und Industriestammgleise, moderner Service an den Bahnhöfen (Güterverteilzentren), leistungsfähige Umschlag- und Rangieranlagen (Entwicklung neuer Technologien), weitere Verbesserung der Bahngüterangebote.

Einen Bedarf für eine Magnetschwebebahn (Transrapid) , die nicht wirtschaftlicher oder umweltverträglicher ist als die Eisenbahn, die aber das Schiene-System brechen würde, sehen wir im Fernverkehr in Mitteleuropa nicht.

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