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Straßenverkehr und Auto

Obwohl die Hälfte aller Wege nicht mit dem Kfz zurückgelegt wird, ist der Straßenverkehr zur vorherrschenden Verkehrsart geworden. Dies liegt an den starken Außenwirkungen und der aggressiven Technik des Massenautoverkehrs wie auch an den ökonomischen Interessen, die dahinter stehen. Es geht darum, die negativen Auswirkungen des Auto- und Motorradverkehrs zu verringern und ihn auf das notwendige Maß zu reduzieren. Es gibt kein "umweltfreundliches Auto" , auch Katalysatorwagen verschwenden Platz und produzieren Lärm und Unfälle. Es gibt aber eine umweltverträglichere Autonutzung.

Eine humanere und rücksichtsvolle Fahrkultur muss entwickelt und durch entsprechend angepasste Fahrzeuge und Straßen unterstützt werden. Strengere Verkehrsregeln mit intensiver Kontrolle und spürbaren Strafen bei gefährlichem Verkehrsverhalten (zu geringer Sicherheitsabstand u.ä.) werden aber notwendig bleiben.

Wir wollen alternativ Nutzungsformen zum eigenen Auto fördern (Mitfahren, Gemeinschaftsauto) und ohne Autos leben können.

Die Geschwindigkeit muss auf allen Straßen so begrenzt werden, dass Sicherheit und Umweltverträglichkeit endlich gewährleistet sind, wobei durch gleichmäßigeren Verkehrsfluss i. d. R. sogar die Straßenkapazität größer wird: Tempo 100 auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen, 30 als Regelgeschwindigkeit Innerhorts, außerdem Durch- und Nachtfahrverbote in Wohngebieten. Durch Pförtnerampeln und andere Maßnahmen kann auch die Menge des in die Orte strömenden Verkehrs reguliert werden.

Auch der sog. "ruhende Verkehr" ist problematisch, da auch das stehende Fahrzeug Rohstoffe und Platz verbraucht, Menschen behindert, Benzindämpfe ausstößt. Der Parkraum insbesondere in Innenstädten darf nicht mehr vergrößert werden und muss streng bewirtschaftet werden, d. h. es darf dort keine kostenlosen Parkplätze mehr geben, und Langzeit-Parkplätze müssen drastisch reduziert werden. Dies ist das wichtigste Instrument städtischer Verkehrslenkung.

Wir benötigen eine grundlegend verbesserte Auto- und Motorradtechnik, aber nicht zugunsten eines "tollen" Designs oder höherer Geschwindigkeiten, sondern zugunsten der Umwelt: sparsame, leise und schadstoffarme Antriebe für beruhigte Geschwindigkeitsbereiche, evtl. kleine "Stadtautos". Hier müssen entsprechend scharfe technische Normen und finanzielle Anreize (Kfz-Steuer) greifen. Die Sicherheit im Straßenverkehr wird nicht durch technische Perfektionierung (ABS etc.) erreicht, die riskanteres Fahren provoziert, sondern durch Leistungsbegrenzung der Motoren und durch passive Sicherheit für schwächere Unfallgegner (FußgängerInnen, RadfahrerInnen). Neue elektronische Leitsysteme werden unseres Erachtens die Verträglichkeit des Massenautoverkehrs nicht entscheidend erhöhen.

Auch bei der Straßenunterhaltung muss auf Umweltverträglichkeit geachtet werden: Verwendung umweltverträglicher Materialien, Verzicht auf Streusalz, Klärung der Straßenabwässer, Hege von Pflanzengemeinschaften an Straßenrändern, Schutz von querenden Tieren....

Der Straßengüterverkehr verursacht besondere Belastungen. Deshalb ist er zu reduzieren und verträglicher zu gestalten: Die Vorschriften bezüglich Sicherheit, Arbeitszeit, Sozial- und Arbeitsbedingungen etc. sind zu verschärfen und lückenlos zu überwachen, wobei Verstöße stärker zu Lasten des Unternehmers gehen und spürbar sein müssen. Die technischen Anforderungen an die Fahrzeuge (Schadstoffe, Sicherheit, Geschwindigkeitsbegrenzer) müssen erheblich verbessert werden. Für den Lkw-Fernverkehr muss es Nachtfahrverbote und die Beschränkung des Durchgangsverkehrs auf wenige Hauptstraßen geben. Besonders scharfe Bestimmungen sind für den Gefahrguttransport notwendig, dabei ist dieser durch eine Verringerung der Produktion gefährlicher Güter und ein striktes Verbot des Straßentransportes bei vorhandenem Bahnangebot weitgehend zu vermeiden.

Der VCD lehnt Motor"sport" ab, da dieser die Umwelt stark belastet und Hochgeschwindigkeitsideologie verbreitet.

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