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Pressemitteilung des Verkehrsclub Deutschland VCD, Kreisverband                                                Wetterau/Vogelsberg

In einem Brief wendet sich der Verkehrsclub Deutschland (VCD)Kreisverband Wetterau/Vogelsberg an die neugewählte Bundestagsabgeordnete Frau Puttrich um ihr die Forderungen des VCD für den Erhalt und den Ausbau der Umwelt- und verbraucherfreundlichen Mobilität darzulegen und sie darum zu bitten, sich im Rahmen ihrer Arbeit als Bundestagsabgeordnete dafür einzusetzen.

Das erste Anliegen, erläutert der Vorsitzende des VCD Wetterau/Vogelsberg, Christoph Winterberg sind die Mittel die durch das Regionaliesierungsgesetz für den ÖPNV bereit gestellt werden. Aufgrund der Kürzung der Regionalisierungsmittel wurden zahlreiche Strecken stillgelegt und Bahnverbindungen ausgedünnt. Aufgrund der aktuellen Finanzsituation müssen wir schon im Vorfeld allen Kürzungsbestrebungen eine klare Absage erteilen. Gerade in Zeiten des Klimawandels gehen solche Einsparungen in eine völlig falsche Richtung, denn nur mit einem gut ausgebauten und kundenfreundlichen öffentlichen Nahverkehr lässt sich Mobilität für alle sicherstellen und dadurch die Umweltbelastung reduzieren.

Die südliche Wetterau und Teile des Main-Kinzig Kreises sind in vieler Art durch den Flugverkehr des Frankfurter Flughafens betroffen. Der Flugverkehr hat gegenüber der Bahn durch die gänzliche Befreiung von der Mineralölsteuer ein nicht zu erklärendes Steuerprivileg. Gerade unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels ist dieses Privileg nicht zu verstehen und zu akzeptieren. Der VCD fordert, diese Ungleichbehandlung endlich aufzuheben und auf diesem Wege nicht nur mehr Wettbewerbsgerechtigkeit herzustellen, sondern auch etwas für den Klimaschutz zu tun.

Ein weiteres Anliegen ist dem VCD der Güterverkehr. Der Gütertransport muss nicht zwingend durch LKW auf der Straße stattfinden, denn das hat negative Folgen für Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität. Der Lkw-Verkehr produziert Treibhausgase, auch gesundheitsschädliche Stickoxide und Rußpartikel kommen in großen Mengen aus den Auspuffen. Zusätzlich treibt der Lastwagenverkehr die Instandhaltungskosten für Straßen und Brücken in die Höhe, denn ein einziger 40-Tonnen Lkw belastet den Straßenbelag so stark wie 60.000 Pkw. Mit der Ansiedlung der Radeberger Brauerei, in Bad Vilbel, kommt dieses Thema ganz aktuell wieder in unsere Region.

Durch ihren Wahlkreis führen mehrere Eisenbahnlinien, darunter die Linie Frankfurt-Kassel, und Frankfurt- Fulda, beides Linien die ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben bzw. schon jetzt vollkommen überlastet sind.  Der viergleisige Ausbau der Strecke Frankfurt- Bad Vilbel muß umgehend realisiert werden, hier fehlt es an dem politischen Willen.

Die Gründung der Deutschen Bahn als Aktiengesellschaft war der erste Schritt der Bahnprivatisierung, der Bund blieb aber 100prozentiger Eigentümer. Tatsächlich hat aber keine Bundesregierung seit der Bahnreform wirklich Verantwortung für den Verkehrsträger Schiene und seine Weiterentwicklung übernommen. Der VCD fordert die Entscheidungsträgerinnen und -träger dazu auf, nun endlich ein verbindliches, zukunftsfähiges Konzept für den Schienenverkehr zu entwickeln.

Der VCD wird die neue Bundesregierung in den nächsten vier Jahren begleiten und weiterhin für die Umsetzung dieser verkehrspolitischen Ziele streiten.

Nidda, 31.10.09

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