Aktueller Zwischenstand Ausbau der S6 auf der Main-Weser-Bahn
Bereits in den 80er Jahren gab es erste Überlegungen und Pläne zu einem Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt-West und Friedberg. Nach Einführung der S-Bahn auf diesem Streckenabschnitt stellte sich nämlich recht schnell heraus, dass dieser Bereich durch den parallel laufenden Nahverkehr, Fernverkehr und Güterverkehr überlastet war. Mitte der 90er Jahre forcierte dann der damalige Landrat des Wetteraukreises, Rolf Gnadl, die Bemühungen und gründete mit anliegenden Gemeinden und Verbänden die Interessengemeinschaft S6.
Als vorrangiges Ziel wurde der zügige vierspurige Ausbau zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel formuliert, da in diesem Bereich zusätzlich auch noch die Niddertalbahn bis Frankfurt durchläuft und es praktisch täglich zu Verspätungen insbesondere im Nahverkehr kam und kommt.
Leider folgten in den folgenden Jahren einige Verzögerungen. Verschiedene Bauwerke müssen verbreitert oder neu gebaut und Lärmschutzmaßnahmen angebracht werden, die Planungen dafür zogen sich in die Länge. Auch verschiedene Anwohner befürchten eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. So kam es zu Problemen bei der Durchführung des Planfeststellungsverfahrens und bis zum heutigen Zeitpunkt ist noch nicht viel Sichtbares geschehen. Lediglich wurde in Bad Vilbel ein neues, aber von diesem Projekt eigentlich unabhängiges, neues Stellwerk gebaut.
Im Moment sind verschiedene Vorarbeiten, für den sogenannten 2. Bauabschnitt, also die viergleisige Weiterführung bis nach Friedberg, vorgesehen. In diesem Bereich ist mit weniger Widerständen zu rechnen als im 1. Bauabschnitt. Wenn alles gut und wie geplant läuft, kann das Planfeststellungsverfahren bereits etwa in 2011 eingeleitet werden, so dass es momentan fast so aussieht, als ob beide Streckenabschnitte etwa zusammen fertig gestellt werden, obwohl das erste Verfahren ja zehn Jahre vor dem zweiten eingeleitet wurde.
Es bleibt zu hoffen, dass es nicht noch zu weiteren Verzögerungen kommt, so dass die Wetterauer Bürger etwa gegen das Jahr 2020 den verbesserten Service im Nahverkehr nutzen können. Auch ist zu hoffen, dass der 2. Bauabschnitt nicht den ersten überholt, denn das könnte man dann wohl nur noch als Schildbürgerstreich bezeichnen.
Letztlich sind natürlich etwa 25 Jahre Planfestellungs- und Bauphase für einen vom Bürger dringend benötigten Streckenabschnitt schon hart an der Grenze des Ertragbaren und man kann nur hoffen, dass der öffentliche Nahverkehr in der Region dadurch nicht einen Imageschaden davonträgt.
Martin Fromm
VCD Wetterau

