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Kleine Änderung im Fernverkehr –Große Wirkungen im Nahverke

Landräte und Oberbürgermeister im RMV beraten über neue Fahrpläne
für Mittelhessen
Vor- und Nachteile bringt ein neues Fernverkehrs-Konzept der Deutschen
Bahn (DB) für die Kundinnen und Kunden des Rhein-Main-
Verkehrsverbundes (RMV) in Mittelhessen. Landräte und
Oberbürgmeister der Region ließen sich bei einem Treffen in Wetzlar aus
erster Hand von DB- und RMV-Vertretern darüber informieren, wie das
Oberziel erreicht werden könnte, die für die Region bedeutsamen
Anschlüsse ans Fernverkehrsnetz zu erhalten und gleichzeitig die
Nahverkehrsverbindungen unter den neuen Rahmenbedingungen zu
optimieren.
Auslöser der gesamten Diskussion ist der Wunsch der DB ihren
Fernverkehr zu verbessern, konkret die Züge der IC-Linie 26 Hamburg –
Kassel – Gießen – Frankfurt – Karlsruhe mit einer neuen
Streckenführung um bis zu 30 Minuten zu beschleunigen. Logische
Folge: Die IC-Züge mit ihren neuen Zeitlagen verdrängen auf dem stark
genutzten Korridor die dort bislang fahrenden Züge des
MittelHessenExpress (RMV-Linie 30/40).
Konkret heißt das, dass ab 13. Dezember zweistündlich in den geraden
Stunden der MittelHessenExpress Richtung Frankfurt in Gießen überholt
wird. Er rutscht damit alle zwei Stunden zwischen Gießen und Frankfurt
in die bisherige Fahrplan-Lage einer RegionalBahn und hält wie diese auf
seinem Weg nach Frankfurt zusätzlich in Großen-Linden, Langgöns,
Kirch-Göns, Ostheim und Bad Vilbel. Diese Orte sind damit aufgrund des
Flügelungskonzeptes des MittelHessenExpress sowohl aus Richtung
Dillenburg als auch aus Richtung Marburg künftig umsteigefrei zu
erreichen. Die Fahrtzeit des MittelHessenExpress verlängert sich
allerdings alle zwei Stunden um 20 Minuten. Das Gleiche gilt für die
Gegenrichtung: Aus Richtung Frankfurt startet der MittelHessenExpress
in den geraden Stunden 20 Minuten früher.
Auswirkungen gibt es auch auf die schnelleren RegionalExpress-Züge der
RMV-Linie 40, die von Siegen kommend nach Frankfurt unterwegs sind.
Sie fahren künftig alle zwei Stunden in der Zeitlage, in der bis lang der
InterCity verkehrt. Sie können daher nicht mehr in Großen-Linden,
Langgöns und Bad Nauheim halten, bieten allerdings für die Zusteiger in
Haiger, Dillenburg, Herborn, Wetzlar und Gießen schnellere Fahrtzeiten
von bis zu 20 Minuten nach Frankfurt. Diese kürzeren Fahrtzeiten wird
es auch in der Gegenrichtung geben. Zusätzlich werden gute Anschlüsse
in Gießen Richtung Marburg geboten, ab dem übernächsten
Fahrplanwechsel im Dezember 2010 dank eines weiteren
Flügelungskonzeptes sogar umsteigefrei.
Es gibt auch Auswirkungen auf die Züge der S 6 (Friedberg – Frankfurt-
Süd): einmal begrenzt auf das Fahrplanjahr 2010 und indirekt, indem der
verlegte RE Richtung Frankfurt die S 6 alle zwei Stunden in Nieder-
Wöllstadt überholt, was mit Wartezeiten von einigen Minuten verbunden
ist. Und einmal direkt und auf absehbare Zeit, indem ein spezieller,
einmal am Tag hin und zurückfahrender EuroCity von Siegen über
Wetzlar, Gießen, Frankfurt und München nach Klagenfurt und Zagreb
morgens eine S-Bahn in arge Bedrängnis bringen würde: Ausgerechnet
ein sehr gut nachgefragter Zug der S 6 (heutige Abfahrt um 7.47 Uhr in
Friedberg) müsste etwa zehn Minuten früher starten, weil er zwischen
Friedberg und Frankfurt West nicht nur vom RE, sondern auch noch vom
EuroCity überholt würde. Dies sollte unbedingt vermieden werden, war
sich die RMV-Runde mehrheitlich einig und forderte DB Fernverkehr auf,
diesen einzelnen Zug zu einer weniger störenden Zeit fahren zu lassen.
Neben den genannten Auswirkungen auf die eng belegten Trassen
zwischen Mittelhessen und Frankfurt müssen die Planer im RMV auch
die Anschlusszüge in den Knoten wie Marburg, Gießen und Friedberg im
Blick haben. Das geht hin bis zu den städtischen und regionalen
Busnetzen.
Die Landräte und Oberbürgermeister der Region konnten sich während
ihrer Sitzung in Wetzlar ein Bild davon machen, wie die Partner im
Verkehrsverbund auf der regionalen und lokalen Ebene gemeinsam an
den besten Antworten auf die Veränderungswünsche der DB arbeiten.
Bis zum Fahrplanwechsel sind noch viele Einzelheiten zu klären. Wenn
diese dann feststehen, müssten im Herbst mit zusätzlichen
Fahrplaninformationen den Fahrgästen die Vor- und Nachteile des
Fahrplans 2010 erläutert werden. Das gelte auch für den Fahrplan des
Fernverkehrs, so die Landräte und Oberbürgermeister: Denn trotz der
vielen Unnanhemlichkeiten, die der Fernverkehr nun den Nahverkehrs-
Kunden mit sich bringe, sei für Mittelhessen mit seinen Knotenbahnhöfen
Marburg und Gießen eine gute Einbindung ins InterCity-Netz weiterhin
von großer Bedeutung.
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Hinweis an die Redaktionen:
An der Sitzung in der Kreisverwaltung Lahn-Dill in Wetzlar nahmen als
Vertreter der betroffenen RMV-Gesellschafter teil:
Landrat Wolfgang Schuster (Lahn-Dill-Kreis)
Oberbürgermeister Egon Vaupel (Stadt Marburg)
Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten Mc Govern (Landkreis Marburg-
Biedenkopf)
Stadtrat Thomas Rausch (Stadt Gießen)
Klaus Gürsch (Lokale Nahverkehrsorganisation Stadt Wetzlar)
Stefan Klöppel (Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe für
den Landkreis Gießen und den Wetteraukreis)
Für die RMV GmbH war der Sprecher der Geschäftsführung, Volker
Sparmann, dabei.

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