Einwand des Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Wetterau/ Vogelsberg (VCD) zur Planfeststellung zum Bau der Teilortsumgehung Friedberg- Fauerbach
Der VCD lehnt den Bau der Teilortsumgehung Friedberg-Fauerbach ab. Der Bau von Ortsumgehungen ist immer ein Eingriff in die Natur, so auch hier in Friedberg. Hier wird, u.a. durch den Bau einer Brücke, dass Usa Tal, ein Naherholungsgebiet zerstört.
Der Bau der Umgehungsstraße verlagert die Verkehrsbelastung von einem Bereich des Ortes auf einen anderen. Die Verlagerung soll eine Entlastung für die L3351 bringen sodass dort aber immer noch 6600 Fahrzeuge in 24Std. durchschnittlich, verkehren. Dies ergibt noch immer eine Belastung von 4 Autos/min bzw. alle 20sek ein Auto(Hessische Straßen und Verkehrsverwaltung), hierfür 5 Mio Euro auszugeben ist schlichtweg Steuergeldverschwendung.
Die Wahrscheinlichkeit das es bei den veranschlagten 5Mio € Baukosten bleibt ist sehr gering, da z.B. Lärmschutzmaßnahmen nicht vorgesehen sind, aber zwingend erforderlich sind.
Bei einer gezählten Belastung von derzeit 11.000 Fahrzeugen pro Tag, muss man sich zunächst einmal fragen, wo diese Fahrzeuge herkommen. Es ist wohl offensichtlich, das es sich hauptsächlich um Pendler handelt, die aus anderen Teilen der Wetterau stammen, die entweder den Bahnhof Friedberg, die Autobahn A3, oder andere Ziele in Friedberg ansteuern und die L3351 als Ausweichstrecke zu der Ortsdurchfahrt Kaiserstrasse benutzen. Durch die im Bau befindliche Ortsumgehung Dorheim und die gerade fertiggestellte B3n, wird in Zukunft eine schnelle Verbindung von den nördlichen und östlichen Gebieten der Wetterau, in Richtung Autobahn, bzw. Industriegebiet Friedberg West möglich sein.
Seitdem die Problematik der hohen Verkehrsbelastung besteht, sind noch nie verkehrslenkende Maßnahmen ergriffen worden, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren. Die Errichtung einer Tempo 30 Zone, oder sogar ein Durchfahrtsverbot hätte sofort zur Reduzierung der Verkehrsbelastung geführt. Außerdem sind verkehrslenkende Maßnahmen eine erheblich kostengünstigere Möglichkeit Straßenverkehr zu reduzieren.
Sollte diese Teilumgehung von Fauerbach gebaut werden, wird man bei nachfolgenden Verkehrszählungen schnell feststellen, das sich die Verkehrsbelastung erhöht, da so mancher Autofahrer für sich eine Möglichkeit sieht doch wiederum mit dem Auto zu fahren, da es jetzt schneller geht. Damit wird die alte Wahrheit wiederum bestätigt, der Bau von Umgehungsstraßen und Autobahnen zieht den Verkehr an und reduziert ihn nicht. Dieses ist kontrapoduktiv zu den erklärten Zielen der Bundesregierung den CO2 Ausstoß zu reduzieren.
Der Bau der Ortsumgehung Fauerbach löst auch nicht die Probleme im Bereich Zusammenfluss mit der B452. Hier fehlt es an einem gesamt örtlichen Verkehrskonzept, wozu auch z.B. die Erschließung des Bahnhofs durch den Busverkehr gehört. Durch eine bessere Anbindung des Bahnhofs durch den Busverkehr ließe sich der innerstädtische Verkehr erheblich reduzieren, sodass die Stadt Friedberg in ihrem ganzen lebenswerter wird.
Der Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Wetterau /Vogelsberg lehnt aus den oben beschrieben Gründen den Bau der Teilortsumgehung von Friedberg/Fauerbach ab und fordert die Verantwortlichen auf eine kostengünstigere, ökologisch Ressourcen schonende, für alle verträgliche Lösung zu suchen.

