Kreisweit haben wir bis Ende September 2000 den Wettbewerb zur Fahrradfreundlichkeit von Kreuzungen im Kreis durchgeführt. Danach waren wir vom fünfköpfigen Vorstand aus auf Besichtigungstour. Mit der Beteiligung an dem Wettbewerb waren wir sehr zufrieden, nicht allerdings mit den Ergebnissen, denn: Einen Gewinner der Goldenen Rose gab es diesmal nicht! Bei uns waren nur drei Kreuzungen als fahrradfreundlich gemeldet worden und diese entsprachen keinesfalls den Anforderungen einer preiswürdigen Musterkreuzung. Alle anderen gemeldeten Kreuzungen waren nach Meinung der Einsender für Radfahrer so problematisch, dass sie Anwärter für den Negativpreis "Rostige Rose" waren. Mit diesem unrühmlichen Preis zeichneten wir die Kreuzung am Freckenhorster Tor in der Kreisstadt Warendorf aus. Wir haben es uns mit der Entscheidung nicht leicht gemacht, da es eine Reihe von Kreuzungen mit ähnlich schlechten Bedingungen gibt. Die hohe Anzahl von Radfahrern, die täglich die B64 am Freckenhorster Tor queren, gab schließlich den Ausschlag für die Entscheidung. An der Kreuzung kritisierten wir unter anderem die Gefährdung der Radfahrer durch abbiegende Autos und die fehlende Verkehrsführung für Radfahrer auf der B64 und an der Einmündung des Weges "Am Stadtgraben".
In engerer Auswahl für die "Rostige Rose" waren zwei weitere Kreuzungen und zwar in Telgte der Verkehrsknoten Orkotten - Wolbecker Straße – Alverskirchener Straße – Mozartstraße und in Beckum die Kreuzung Alleestraße, Vorhelmer Straße, Nordstraße, Neubeckumer- und Sternstraße. Alle drei Kreuzungen sind aus Radfahrersicht sehr problematisch und bei der Begutachtung haben wir einige brenzlige Situationen für Radfahrer gesehen. Insgesamt sind wir der Meinung, dass für Radfahrer viel zu wenig getan wird. Mit dem Wettbewerb wollten wir Schwachpunkte aufzeigen und Verbesserungen für Radfahrer erreichen. Wir verweisen auf das nahe Münster. Durch Ampelvorrangschaltungen für Radfahrer, eigene Radwege und –straßen, Fahrradschleusen vor Kreuzungen und andere Maßnahmen hat man in Münster den Fahrradanteil des Gesamtverkehrs in der Innenstadt auf 40% hieven können. Davon sind wir im Kreis Warendorf leider noch meilenweit entfernt! Dabei lohnt es sich aus vielen Gründen, für den Radverkehr etwas zu investieren, denn das Rad ist Verkehrsmittel mit Zukunft, da es keine Energie verbraucht und keinen Lärm macht, wenig Fläche beansprucht, kostengünstig ist und die Städte bei einem entsprechend attraktiven Angebot für Radfahrer von der Autoflut entlastet. und es sind gerade Kinder und Jugendliche sind, die überdurchschnittlich am Radverkehr beteiligt sind.
Nach Durchfuhrung des Wettbewerbs gab es einen wichtigen Erfolg fur den VCD und für die Radfahrer in Warendorf: Die mit der Rostigen Rose "ausgezeichnete" Kreuzung am Freckenhorster Tor wurde zwischen Sommer 2001 und Frühling 2002 in mehreren Bereichen fahrradfreundlicher gestaltet. unter anderem wurde die Linienführung für Radler gekennzeichnet, ein Fahrradweg auf der Freckenhorster Straße abgetrennt und die Ampelschaltung verändert. Es ist zu hoffen, dass sich die Situation nach Fertigstellung des Bahnhofs in Warendorf für Radfahrer noch weiter verbessert.