Elektroauto
Quelle: Robert Lehmann/ubitricity.com

Klimaschonende Autos

Alternative Antriebe

Elektro-, Hybrid-, Erdgas- oder Wasserstoff-Pkw? Was ist derzeit die praktikabelste und zukunftsfähigste Alternative zu Verbrennern auf dem Automarkt?

| / Auto / Elektromobilität / Klimafreundliche Mobilität

Um die Verkehrswende zu schaffen, das Klima zu schützen und unsere Städte lebenswerter zu machen, bedarf es mehr als nur einer Antriebswende bei Autos, Lkw und Co. Doch auch in Zukunft werden nicht alle Menschen in der Lage sein, ihre Wege mit Fahrrad, Bus und Bahn zurückzulegen. Das Auto wird ein Teil unserer Mobilität bleiben. Aber der verbleibende Autoverkehr muss klimaneutral werden. Elektroautos bringen uns diesem Ziel am nächsten.

Elektroautos

Das Elektroauto stößt beim Fahren keine Abgase aus und sorgt so für saubere Luft in den Städten. Wird es mit Ökostrom betankt, ist es zudem CO2-neutral unterwegs. Zwar ist die Produktion der Batterien sehr energieaufwändig und ressourcenintensiv, weshalb das E-Auto mit einem ökologischen Rucksack ins Rennen geht. Aber gerade bei kleineren E-Autos, die keinen großen Akku brauchen und regelmäßig, etwa von Pendler*innen, gefahren werden, ist dieser Nachteil schnell ausgeglichen. Das gilt bereits unter den heutigen Produktionsbedingungen für Batterien und im aktuellen deutschen Strommix. Sobald grüner Strom zum Herstellen und Laden der Akkus genutzt wird, bauen die E-Autos ihren Vorsprung vor Verbrennern weiter aus. Zudem wächst das öffentliche Ladenetz und viele Menschen haben die Möglichkeit ihr Fahrzeug zu Hause oder am Arbeitsplatz aufzuladen. Damit spielt das Elektroauto mit Batterieantrieb die wichtigste Rolle, den Straßenverkehr schnell zu dekarbonisieren.  

In der VCD Auto-Umweltliste 2019/2020 haben wir Elektro-Autos unter die Lupe genommen und überprüft: Wie umweltfreundlich sind E-Autos im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Pkw?

Wasserstoff und Brennstoffzelle

Brennstoffzellenfahrzeuge fahren im Betrieb ebenfalls emissionsfrei. Aus dem Auspuff kommt lediglich Wasserdampf. Allerdings wird der benötigte Wasserstoff derzeit überwiegend aus Erdgas hergestellt. Dabei entsteht CO2, wodurch die Klimabilanz nicht besser ist als bei einem Verbrenner. Klimaschonend ist lediglich die Wasserstoff-Elektrolyse mit zusätzlich erzeugtem erneuerbarem Strom. Dieser Prozess ist aber sehr energieaufwändig. Mit der gleichen Menge Strom, die zur Herstellung des Wasserstoffs benötigt wird, fährt ein E-Auto 2,5 Mal so weit wie ein Brennstoffzellenfahrzeug. Tanken können Sie Wasserstoff derzeit nur an rund 80 Tankstellen und es sind lediglich drei Modelle von Hyundai, Mercedes und Toyota erhältlich. 

Plug-in-Hybride

Mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor sowie Tank und extern aufladbarer Batterie versprechen die Hersteller die Vorteile von Verbrenner und E-Auto zu kombinieren: Also elektrisches Fahren auf kurzen Strecken bis rund 50 Kilometer und per Sprit eine hohe Reichweite für lange Touren, wie die Fahrt in den Urlaub oder Dienstreisen. Die niedrigen Verbrauchswerte, die die Hersteller angeben, entpuppen sich in der Realität meist als Mogelpackung. Das gilt vor allem für große und schwere Plug-in-Fahrzeuge. Ist der Akku leer, werden sie zum Spritfresser. Empfehlenswert sind Plug-In-Hybride lediglich, wenn sie auch im Verbrennerbetrieb sparsam sind und mindestens 70 Prozent rein elektrisch gefahren werden. Andernfalls sind batterieelektrische Fahrzeuge die bessere Wahl. 

Benzin-Hybride

Toyota brachte vor über 20 Jahren mit dem Prius die Hybridtechnologie auf den Markt. Weltweit wurde er mehr als 1 Millionen Mal verkauft. Benzin-Hybride verfügen über Benzinmotor und Tank sowie Elektromotoren und eine kleine Batterie. Im Gegensatz zu Plug-In-Hybriden wird die Batterie nicht extern sondern durch einen Generator während der Fahrt und durch die Rückgewinnung von Bremsenergie aufgeladen. Ein automatisches Energiemanagementsystem legt fest, welche Motoren zum Einsatz kommen. Hybride sind vor allem im Stadtverkehr sehr sparsam und stoßen weniger Schadstoffe als reine Verbrenner aus. Auf der Autobahn sind ihre Vorteile aber geringer. Benzin-Hybride sind derzeit lediglich eine Brückentechnologie, da sie nicht CO2-neutral fahren und zum Erreichen langfristiger Klimaziele nicht ausreichen. Sie sind aber derzeit die bessere Lösung gegenüber reinen Verbrennern und Plug-In-Hybriden.

Erdgasfahrzeuge

Auch Erdgasfahrzeuge sind schon lange etabliert. Herkömmliches Erdgas wird für den Einsatz im Auto komprimiert und wird daher an Tankstellen unter dem Namen Compressed Natural Gas (CNG) verkauft. Lange ein wichtiges Argument für Erdgas: Es verbrennt deutlich sauberer als Diesel oder Benzin. Inzwischen hat aber die Abgasgesetzgebung auch Benziner und Diesel sauberer gemacht. Bleibt noch der CO2-Vorteil:  Gegenüber einem vergleichbaren Benziner ist der CO2-Ausstoß bis zu 25 Prozent geringer, gegenüber einem Diesel immer noch bis zu zehn. Das gilt aber nur für die direkten Emissionen. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass die Methanemissionen bei der Erdgasförderung und beim Transport den CO2-Vorteil stark verringern. Das Netz an Tankstellen ist in größeren Städten und an Autobahnen gut ausgebaut, in ländlichen Regionen aber eher dünn. Erdgasfahrzeuge haben es aber nie aus ihrer Nische heraus geschafft. VW, größter Erdgasfahrzeuganbieter, hat nun angekündigt, aus der Produktion auszusteigen. Dies und der Umstand, dass auch Erdgas ein endlicher, fossiler Kraftstoff ist, zeigt: Erdgasfahrzeuge haben keine Zukunft und die Technologie reicht nicht aus, um den Verkehr CO2-neutral zu machen und somit langfristige Klimaziele zu erreichen.

E-Fuels

Synthetische Kraftstoffe, auch E-Fuels genannt, sind momentan der Hoffnungsträger der Industrie, weil sie in bestehenden Verbrennungsmotoren eingesetzt werden können. E-Fuels basieren auf Wasserstoff. Zusätzlich zur Wasserstoff-Elektrolyse kommt noch ein weiterer Umwandlungsschritt hinzu. Mittels CO2 aus der Luft wird der Wasserstoff zu flüssigen oder gasförmigen Kraftstoffen aufbereitet. Im Vergleich zum E-Auto benötigen Autos, die mit E-Fuels fahren,  in der Gesamtbilanz sechsmal mehr Energie pro Kilometer. Die erforderliche Menge erneuerbaren Stroms steht weder in Deutschland zur Verfügung, noch gibt es absehbar ausreichende Produktionsanlagen im Sonnengürtel der Erde. E-Fuels wären zudem an der Tankstelle deutlich teurer als herkömmlicher Kraftstoff. Sie sind bis auf Weiteres keine Alternative im Straßenverkehr.

Biokraftstoffe

Schon seit Jahren werden Benzin und Diesel Biokraftstoffe beigemischt. Zum Einsatz kommen dabei aktuell fast ausschließlich Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse, wie Raps, Soja, Palmöl oder Zuckerrüben. Beim Verbrennen geben Biokraftstoffe zwar nur so viel CO2 ab, wie die Pflanzen zuvor beim Wachsen gebunden haben, allerdings verschlechtern die indirekten Landnutzungsänderungen durch den Anbau für den Biosprit die Klimabilanz erheblich. Brandrodungen in den Regenwäldern beispielsweise, führen dazu, dass ein mehrfaches an CO2 produziert wird und Biokraftstoffe damit klimaschädlicher sind als die konventionellen Kraftstoffe, die sie eigentlich ersetzen sollen. Die EU will daher nun verstärkt nur noch sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe auf Basis von Rest- und Abfallstoffen fördern. Aber auch hier gilt: das Mengenpotenzial ist begrenzt und es gibt bereits etablierte Verwertungswege, die wesentlich effizienter sind. Biokraftstoffe sind keine Lösung und gehören künftig nicht mehr in den Tank.

    Das fordert der VCD

    • Da der direkte Stromeinsatz am effizientesten ist, sollte vorrangig der batterieelektrische Antrieb forciert werden. Hersteller müssen alltagstaugliche und sparsame Modelle anbieten, gleichzeitig braucht es einen zielgerichteten Ausbau der Ladeinfrastruktur.
    • Für die Wasserstoffproduktion kommt nur zusätzlich erneuerbarer Strom in Frage und ist an Nachhaltigkeitskriterien zu knüpfen. Aufgrund des hohen Energiebedarfs kommt der Einsatz im Verkehr nur in den Bereichen in Frage, die nicht direkt elektrifiziert werden können. Dies sind vorrangig der Flug- und Schiffsverkehr. Keine Lösung sind Wasserstoff und E-Fuels für Pkw.
    • Erdgas ist keine Klimaschutzoption mehr. Entsprechend sollte jegliche Förderung von Erdgasfahrzeugen, insbesondere von LNG-Lkw, rasch beendet werden. Darüber hinaus sollte auch keine Betankungsinfrastruktur für verflüssigtes Erdgas (LNG) gefördert und aufgebaut werden.  
    • Biokraftstoffe sind keine Lösung im Verkehr. Vordringlich muss der Einsatz von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse beendet werden. 

    zurück