»Lasten auf die Räder!« – Newsletter 1/2015

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 
 

über 70 Gäste aus Verbänden, Medien und Unternehmen kamen im Dezember zum Abschlussempfang von »Lasten auf die Räder!« und präsentierten im Innenhof der Berliner VCD-Bundesgeschäftsstelle rund 30 Lastenräder. ZEIT online, DVZ, VerkehrsRundschau und Berliner Morgenpost berichteten (zu Pressespiegel und Fotos). Als Projektteam hätten wir uns keinen schöneren Abschluss wünschen können – vielen Dank an alle Beteiligten sowie an alle Kooperationspartner der letzten zwei Jahre. Gemeinsam haben wir das Lastenrad als innovative und realistische Option für den Wirtschaftsverkehr erheblich weitergebracht!

Beim VCD geht die Arbeit zu Lastenrädern einerseits im Rahmen des von mir geleiteten Projekts European Biking Cities weiter. Dort tauschen sich sechs europäische Städte (u.a. Mannheim und Potsdam) auch über Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern aus. Außerdem wird dieser Newsletter mit inzwischen über 700 Abonnenten fortgeführt. Wasilis von Rauch ist seit Ende 2014 nicht mehr Mitarbeiter der VCD-Bundesgeschäftsstelle und trat im März sein Amt als gewähltes Mitglied im VCD-Bundesvorstand an. Dort wird er den Lastenrädern ebenfalls verbunden bleiben.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen dieser neuen Newsletter-Ausgabe und freue mich über Kommentare und Weiterempfehlungen. Zum Bestellen, Abbestellen und zu den bisherigen Ausgaben geht es hier.

 
     
 

Newsletter auf Facebook teilen!

 
       
 

Mit besten Grüßen

Arne Behrensen

 

Das Projekt »Lasten auf die Räder«
wurde gefördert durch:

 
     
 

Lastenräder im Aktionsprogramm Klimaschutz der Bundesregierung

Das Bundeskabinett hat im Dezember das »Aktionsprogramm Klimaschutz 2020« verabschiedet. Darin heißt es im Kapitel zur klimafreundlichen Gestaltung des Güterverkehrs: »Regionale Wirtschaftskreisläufe sollen gestärkt und Zulieferverkehre umweltfreundlich organisiert werden, z.B. durch Bündelung von Verkehren in Ballungsgebieten und den verstärkten Einsatz von Lastenrädern«. Die Bundesregierung will hier beratend unterstützen und nennt als Zeitplan: »Vorstudien der Bundesregierung ab 2015«. Zuvor hatte das Thema Lastenräder in der Innenstadtlogistik bereits in den Entwurf des neuen Aktionsplan Güterverkehr und Logistik der Bundesregierung Eingang gefunden (siehe Newsletter 3/2014).

Studie empfiehlt Kombination von Mikrodepots und Lastenrädern in der KEP-Branche

Ende  Februar  stellte der Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) in Berlin die Studie »Nachhaltige Stadtlogistik durch Kurier-, Express- und Paketdienste« vor. Studienautor Prof. Ralf Bogdanski beschreibt im Kapitel »Nachhaltige Adresszustellung durch das Mikro-Depot-Konzept« wie die Kombination von mobilen Depots und Lastenrädern herkömmliche Zustellfahrzeuge in Innenstädten ersetzen kann. Als Vorbild gilt ein Modellversuch in Hamburg (siehe Meldung unten). BIEK und VCD hatten bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 zum Thema Lastenräder in der Citylogistik gemeinsam Stellung bezogen.   

Modellprojekt mit  Lastenrädern in Hamburg ausgeweitet, ähnliche Pläne auch in Stuttgart

Der Hamburger Senat kündigte Ende Januar die Ausweitung eines Modellprojekts zur nachhaltigen Innenstadtbelieferung an (siehe Pressemitteilung). Seit 2012 stellt UPS von einem Container am Neuen Wall aus per Sackkarre und mit zwei Lastenrädern zu. Jetzt wurde das Projekt auf vier Containerstandorte und neun Lastenräder (fünf große E-Lastenräder und vier kleinere konventionelle Lastenräder) erweitert. Damit will UPS bis zu zwölf Zustellfahrzeuge in Hamburg einsparen. UPS-Kontakt: Holger.Ostwald@havaspr.com

Laut Stuttgarter Zeitung werden im März im Stuttgarter Gemeinderat Pläne für zwei zentrale Containerstandorte besprochen, von denen aus per Sackkarre und Lastenrad zugestellt werden kann. Der VCD hatte mit einer Veranstaltung und Gesprächen den Anstoß für einen entsprechenden Gemeinderatsantrag und dessen positive Beantwortung durch Oberbürgermeister Kuhn gegeben.  

Lastenräder für Gewerbetreibende in Herne und München

Im Rahmen der »Energiewende Ruhr« werden ab Mai fünf Gewerbetreibende in Herne mit E-Lastenrädern unterwegs sein. Sieben Monate lang will die Zeppelin Universität Friedrichshafen damit die Praxistauglichkeit von Lastenrädern auf der »letzten Meile« sowie deren Beitrag zu Energiewende und Klimaschutz untersuchen. Zum Einsatz kommt laut Projektbeschreibung ein neuer E-Lastenrad-Prototyp der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG). Projektkoordination: Lea.Heinrich@zu.de

Das Münchner Modellprojekt, bei dem 13 Gewerbetreibende längerfristig ein Lastenrad testen ist seit März um ein kurzfristiges Verleihangebot ergänzt worden. Zwei zusätzliche Räder können jeweils vier Wochen lang für 30 bzw. 40 Euro (ohne bzw. mit E-Antrieb) getestet werden. Kontakt: Roland.Hoesl@muenchen.de

Lastenräder für kommunale Fuhrparks

Mit dem Modellversuch Flotte electric II wird in der Metropolregion Hannover seit Januar der Einsatz von elektrischen leichten Liefer- und Nutzfahrzeugen in kommunalen Fuhrparks gefördert. Das Angebot gilt auch für E-Lastenräder. In der Informationsbroschüre heißt es dazu: »Wir sondieren hier derzeit den Markt und können (hoffentlich) mehrere Modelle anbieten.«

Die Stadt Stuttgart hat im Februar zwei E-Lastenräder probehalber im Garten-, Friedhofs- und Forstamt in Dienst genommen. Details in dieser Pressemitteilung.

Förderprogramme, die Kommunen für Lastenräder in Anspruch nehmen können sind in unserem Newsletter 4/2014 vorgestellt.  

Die Automobilindustrie entdeckt das Lastenrad  

Der Entwicklungschef des Automobilzulieferers Schaeffler kündigte in »auto motor und sport« 3/2015 ein »Biohybrid« genanntes dreirädriges Pedelec mit ausreichend Transportvolumen und »Dach über dem Kopf« an. Die Autoindustrie brauche neue Geschäftsmodelle, denn das Auto werde sich »von der Straße auf den Radweg hin entwickeln und das Fahrrad zum Automobil«. Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 hatte schon der LKW-Anhängerhersteller KRONE verkündete »Krone kann auch Lastenrad«. Mit dem Veleon der Adomeit Group ist bereits ein Lastenrad eines deutschen Autozulieferers auf dem Markt.

Neues aus der Schwer- und Leichtgewichtsklasse  

Die Elektromotorenwerk Grünhain GmbH haben für den Lastenradhersteller MIFA einen E-Motor für Schwerlastanwendungen bis 300kg Gesamtgewicht entwickelt.

Im Frühjahr 2015 soll ein neues innovatives Lastenrad aus Schweden in die Vorserienproduktion gehen. Das vierrädrige Velove Cargo Bike hat einen Laderaum von einem Kubikmeter, kann eine Europalette aufnehmen und ist dabei nur 88cm breit.

Der Berliner Künstler und Konstrukteur Nico Jungel zeigt mit der Weiterentwicklung seines 8rad zum elektrifizierten 8rad²solar neue Dimensionen des Transports per Fahrrad auf. Zwei Fahrer plus 480kg kann das Rad zuladen. Kontakt: NicoJungel@posteo.de

Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden hat einen Lastenrad-Prototyp in Faserverbundbauweise mit einem Gewicht von 18kg konstruiert und sucht Geschäftspartner für die Weiterentwicklung. Kontakt: Gordon.Just@tu-dresden.de

Lastenrad-Terminkalender:

21. März 2015 in Berlin: Podiumsgespräch Lastenräder im Wirtschaftsverkehr auf der VELOBerlin. Mehr

18./19. April 2015 in Nijmegen (NL): International Cargo Bike Festival. Mehr

23. April 2015 in Dortmund: Netzwerktreffen CargoBike-Dortmund der Wirtschaftsförderung. Mehr

16./17. Juni in Berlin: Sitzung des DIN-Arbeitskreis zur Normierung von Lastenrädern bis zu einem Gesamtgewicht von 300kg. Mehr

18./19. Juni 2015 in Dessau-Roßlau: Fachveranstaltung zu umweltverträglichem Wirtschaftsverkehr in Städten im Umweltbundesamt. Mehr

15-17. Okt. 2015 in San Sebastian (ES): Jahreskonferenz European Cycle Logistics Federation (ECLF). Mehr

 
 
     
 


Kontakt/Impressum:

Verkehrsclub Deutschland e.V. - »Lasten auf die Räder!«
Wallstraße 58 - 10179 Berlin - Fon 030/280351-402 - Fax 030/280351-10
E-Mail: lastenrad@vcd.org - Internet: www.lastenrad.vcd.org

Bildnachweise:
oben links: Urban-e
oben mitte:
Amac Garbe / DLR

oben rechts: enviado