Rundbrief 2004

Umfrageergebnisse: Auswertung von Herrn Elser (Verkehrsbetriebe)
Bedarfsampeln in Heilbronn
Fensterflächenwerbung in den Regionalbussen
Aus dem Kreisverband
Termine
Auswertung der Umfrageergebnisse des AK Verkehr der Lokalen Agenda 21

Für die Befragung wurde zuerst ein Flyer entworfen. Die Stadtwerke waren bereit, aus ihrem Etat eine Werbeagentur zu beauftragen, und so konnten professionelle Handzettel gedruckt werden.

Das Jahr 2002 war dann mit der Durchführung und Auswertung der Kundenbefragung ausgefüllt. Mit großem persönlichem Engagement verteilten die Agendateilnehmer die Flyer an den Bushaltestellen und in den Bussen. Darüber hinaus führten sie viele Gespräche mit den Fahrgästen. Durch diese publikumswirksame Aktion konnten einige neue Mitstreiter im AK Verkehr gewonnen werden.

Bei der Kundenbefragung kamen etwa 250 Rückmeldungen mit ca. 450 Vorschlägen und Wünschen. Wir haben bei der Auswertung diese Kundenwünsche in 20 Kategorien eingeteilt:
Pünklichkeit, Verhalten der BusfahrerInnen, Linienführung, neue Haltestellen, Haltestellensituation, Verschmutzung - Zerstörung, Behinderte, Verkehrszeiten, Fahrplanhefte, Fahrkartenautomaten, Schwarzfahren besser kontrollieren, Preisgestaltung - Tarife, Organisation des Fahrbetriebs, Busspuren-Busbeschleunigung, Busgestaltung, Umsteigemöglichkeiten, Kundenservice, Werbung, Vorschläge für den Regionalverkehr, Vorschläge der Kunden zur angenehmeren Reise.
Die meisten Verbesserungswünsche wurden bei den Punkten Haltestellensituation, Verkehrs-zeiten und Kundenservice angebracht. Hier sollten also die Schwerpunkte für die Stadt und diee Verkehrsbetriebe in Zukunft liegen.

Die große Resonanz auf die Umfrage bei den Fahrgästen hat gezeigt, dass es ein großes öffentliches Interesse an einer qualitativen Verbesserung des ÖPNV in Heilbronn gibt.

Jetzt müssen die Verantwortlichen daraus praktische Schlüsse ziehen. Der AK Verkehr kann aber nicht auf Dauer die Wünsche der Kundinnen und Kunden sammeln und weiterleiten. Deshalb brauchen wir ein Gremium, in dem die Verbesserungsvorschläge gesammelt und auf kurzem Wege weitergeleitet werden.

Im November 2003 hat Herr Elser, Leiter der Verkehrsbetriebe, die An regungen einzeln kommentiert. Auch dabei hat sich gezeigt, dass ein Fahrgastbeirat gute Dienste leisten könnte, in dem er Wünsche bündeln und filtern kann.

Folgende Punkte aus der Umfrage hält der VCD für besonders wichtig:

1. Schulung der Busfahrer:
Herr Elser berichtet über regelmäßige Schulungen der Busfahrer. Welche Themen und Inhalte werden dort vermittelt?

2. Verspätungen:
Bei Busverspätung kann sich der Busfahrer an die Leitstelle wenden, um den Anschlußbus warten zu lassen.
Machen Sie davon Gebrauch!!

3. Umsteigemöglichkeiten ohne Gewähr (3 +5 in Sontheim, 12 + 10 am Gesundbrunnen):
Herr Elser weist auf die geplante Einführung eines rechnergestützten Betriebsleitsystems hin, für das noch eine Landesförderung erforderlich ist. Ist hier nicht auch eine technisch simple Lösung mit Hilfe der bestehenden Leitstelle möglich?

4. Haltestelle Regionalbusse:
Die Haltestelle Harmonie wird im Zuge der Stadtbahnverlängerung in Nord-Süd Richtung neu gestaltet. In diesem Rahmen könnten auch die Regionalbusse näher an die Stadtbahn herangeführt werden. Dabei wäre eine weitere Haltestelle zwischen Harmonie und Karlstraße denkbar.
Wir werden versärkt auf die tatsächliche Umsetzung dieser Pläne drängen.

5. Fahrpläne an den Haltestellen:
Aus Kostengründen können die Fahrpläne nicht beleuchtet werden. Die Stadtwerke bemühen sich die Pläne in der Nähe von Werbevitrinen aufzuhängen.
Eine geradezu skurile Lösungsmöglichkeit bietet der HNV auf seiner Website an:
Da sage nochmal einer, die Verantwortlichen dort hätten keine Fantasie, wenn es darum ginge, mit der Not der Fahrgäste auch noch ein Geschäft zu machen. Kundenservice ist das allerdings nicht:

"Bringt Licht ins Dunkel."
Damit Fahrpläne auch bei Nacht deutlich zu lesen sind:
Blau leuchtende Mini-Taschenlampe mit Schlüsselanhänger und eingraviertem HNV-Logo.

6. Information im Hbf über HNV:
s ist Sache der Deutschen Bahn AG, welche Informationen sie in Ihren Gebäuden dem Publikum geben möchte und was nicht. Es liegt nicht in der Zuständigkeit der Verkehrsbetiebe oder des HNV, die Bahn hierzu zu veranlassen." (Herr Elser)
Statt sich zusammen zu setzen, um für die Kunden eine optimale Information zu erreichen, „wurstelt" jeder vor sich hin. Hier muss der HNV dringend den Dialog mit der DB AG suchen!

7. Liniennummern:
Die verschiedenen Linienverläufe ein und des selben Busses, z.B. Linie 7 und Linie 3 sind nicht zu erkennen. Auf der Aushangtafel an den Haltestellen werden diese mit Buch-staben versehen. Es gibt aber auch Abfahrtszeiten ohne Buchstaben, wie fährt der Bus dann?
Laut Herr Elser ist eine größere Fahrplanänderung Ende 2004 geplant, in der z.B. die Linie 3 in die Liniengruppe 30 geändert wird. Dann werden verschiedene Nummern 31, 32, 33 ... für die unterschiedlichen Endziele vergeben.
Bei der Vergabe von Liniennummern müssen wir aktiv mitwirken, um eine größtmögliche Übersichtlichkeit und Verständlichkeit für die Fahrgäste zu erlangen.

8. Frühwagen:
Ein deutlicher Hinweis an den betreffenden Haltestellen und in den normalen Linienfahrplänen auf die Frühwagen ist dringend nötig.
Warum werden die Frühwagen nicht in die normalen Linien integriert?

9. Anschlussfahrkarte
Es ist nicht möglich, beim Besitz einer Monatskarte eine Anschlußkarte in DB-Zügen oder an den Automaten zu kaufen. Laut Herr Elser wird das nicht nachgefragt. Aber nicht jeder, der sich über den Automaten ärger, ruft gleich beim HNV an. In der Stadtbahn kann man eine Anschlußkarte kaufen, aber erst, wenn man über die Zone herausgefahren ist, in der die Zeitkarte gilt. In den Bussen bekommt man Anschlußkarten beim Fahrer.
Die Bemerkung des HNV, dass die Automaten überfordert wären, kann nur gelten, wenn eine Haltestellen bezogene Anschlusskarte gefordert wird. Zonenbezogene Karten wären sicher die einfachere Lösung. Das wären lediglich sechs zusätzliche Zahlencodes.
Die DB verkauft immerhin am Schalter des Heilbronner Hbf Fahrkarten des HNV. Wie ist das an anderen Bahnhöfen mit Schalter? Bitte melden Sie sich mit einer kurzen Mail oder Anruf.

10. Niederflurbusse:
Die Haltestangen im hinteren Bereich werden bemängelt, da man sich leicht den Kopf anstößt. Laut Herr Elser ist diese Lösung ein Kompromiss zwischen der Stehhöhe und einem sicheren Halt. Kopfanschlagen ist also im Fahrpreis enthalten! Es gibt auch hier im Stadtbusbereich Busse (Neoplan) ohne eine Haltestange hinten.

Die Agenda lädt zur Podiumsdiskussion über dieses Thema 17. Mai 2004 um 19:00 Uhr in die VHS im Deutschhof (Foyer) ein !
Bedarfsampeln in Heilbronn

In Heilbronn gibt es einige Fußgängerampeln die nur bei Bedarf für Fußgänger angeschaltet werden. Diese Ampeln sind aus zwei Gründen gefährlich:
Sie werden seit einem halben Jahr schon um 20 Uhr ganz ausgeschaltet und sie sind für langsame Personen zu kurz geschaltet.
An Kreuzungen kann man verstehen, dass man Kompomisse machen muss, an Bedarfsampeln, die nicht im Umlauf mit eingebunden sind, nicht. An der Allee hat die Stadt 30 Sekunden grün für Fußgänger ermöglicht, an anderen Bedarfsampeln sind es meist nur 5 Sekunden.
Nun hat sich auch ein ernsthafter Unfall ereignet. Am 9. Februar 2004 wurde eine 71 Jahre alte Fußgängerin von einem Auto erfasst und getötet.
Auf Anfrage teilte Oberbürgermeister Himmels-bach sinngemäß mit, dass in Zusammenarbeit mit der Polizei die Laufzeiten der Signalanlagen regelmäßig geprüft würden und kein Handlungs-bedarf bestehe. Auch unter Sicherheitsaspekten sei es vertretbar, einige Fußgängerampeln nach 20 Uhr abzuschalten.
Was bitte sind das für Sicherheitsaspekte? Sollte die Sicherheit von Fußgängern an Ampeln nicht immer gewährleistet werden?
Fensterflächenwerbung in den Regionalbussen

Zitat aus dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbad e.V. Bonn:
Gerade Sehbehinderte sind massiven Beeinträchtigungen in Ihrer Orientierung und Mobilität durch Lochrasterfolie auf Fensterflächen ausgesetzt......Im Zeitalter des Bundesgesetzes zur Gleichstellung Behinderter und der darin geforderten Autonomie unseres Personenkreises ist dies ein Rückschritt, den wir im Namen der ca 500.000 Sehbehinderten in Deutschland ablehnen."

Die Fahrgäste müssen wegen der Werbeeinnahmen ohnehin akzeptieren, dass sie in fahrenden Werbeträgern befördert werden, aber das Verkleben der Fenster (z.B. Kölle-Bus) wird von den Kunden nicht toleriert. So ein Bus sieht wie ein LKW oder ein Gefangenentransporter aus.
Auch für Personen die epileptische Anfälle haben, ist dieses ständige Flimmern gefährlich. Diese sollten in einen solchen Bus besser nicht einsteigen.
Aussage des HNV: Er könne seinen Vertragspartnern in dieser Sache keine Vorschriften machen.
Aus dem Kreisverband
Kreisvorstand nach der letzten Jahreshauptversammlung 2003

Vorsitzende:
Susanne Lederer, Kopernikusweg 21, 74080 HN-Böckingen;

Stellvertretetende Vorsitzende:
Hans-Martin Sauter, Beim Schützenbrünnle 12, 74196 Neuenstadt;
Armin Stahl, Eppinger Str. 158, 74211 Leingarten

Schatzmeister:
Roland Arnold, Dipl.-Volkswirt, Martin-Niemöller-Str. 8, 74080 HN-Böckingen;

Kassenprüferinnen:
Christel Frey, 74078 HN-Neckargartach;
Karin Schebestzik, 74078 HN-Neckargartach.

Termine:

22.6., 20.7., 28.9., 26.10., 30.11. :
VCD-Treffen im "Schlachthof", Frankfurter Straße 83, Heilbronn an jeweils einem Dienstag im Monat um 19.15 Uhr (vom Bahnhof herauskommend rechts Richtung Neckarkanal). Bitte beachten Sie auch den Aushang in unserem Schaukasten im Hauptbahnhof (Unterführung an der Treppe zu den Gleisen auf der rechten Seite).

17.5.2004 19:00, VHS im Deutschhof (Foyer) :
Podiumsdiskussion zum Thema "Busse und Bahnen in Heilbronn. Zustand - Perspektiven - Bürgerinteressen"


Anschrift
VCD Kreisverband Heilbronn e.V.
c/o Susanne Lederer
Kopernikusweg 21
74080 Heilbronn
07131/484890
thorstenfaust@hotmail.com