12qmKULTUR statt Autoverkehr: VCD macht mit beim Aktionstag „Tauentzien autofrei“

Mit seinem Projekt 12qmKULTUR hat sich der VCD an der dreistündigen Aktion auf der Berliner Tauentzienstraße beteiligt. Gemeinsam mit anderen Organisationen zeigte der ökologische Verkehrsclub, wie öffentlicher Raum stärker für Menschen als für Autos genutzt werden kann. Bei der bundesweiten Aktionsreihe 12qmKULTUR wird die durchschnittliche Fläche eines Parkplatzes für ein Kulturprogramm genutzt.


Berlin, 10. Oktober 2020. Gute Stimmung und entspanntes Schlendern dort, wo sonst Autos entlangrasen – gemeinsam mit der Initiative Stadt für Menschen, Greenpeace und vielen anderen hat der ökologische Verkehrsclub VCD aus der Betonwüste Tauentzienstraße eine Fläche der Erholung und des Austauschs gemacht. Drei Stunden lang wurde ein Abschnitt der sechsspurigen Straße für den Autoverkehr gesperrt und mit einem bunten Programm bespielt. Inmitten eines Kiezlabors, einer grünen Plantage und einem Spielbereich für Kinder nahm der VCD die Fläche eines Parkplatzes ein und funktionierte sie zu einem Ort der Begegnung und der politischen Diskussion um.

Ingrid Ahrens, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: „Das Auto nimmt in unseren Städten enorm viel Platz ein. Allein parkende Autos belegen in Berlin etwa ein Fünftel der Fläche! Ich freue mich sehr, dass gerade die jungen Menschen das nicht mehr hinnehmen wollen und sich die Straße zunehmend zurückzuerobern. Mit der Aktion heute im Herzen des Berliner Westens machen wir erlebbar, was die Menschen gewinnen, wenn wir den öffentlichen Raum gerechter verteilen.“

In zwei Gesprächsrunden diskutierte der VCD mit Passanten, Initiativen, Planern und weiteren Stadtmachern, wie sich die Fläche eines Parkplatzes für die Gesellschaft sinnvoller nutzen lässt, als nur zum Abstellen eines Autos. Darüber hinaus konnten die Besucher bei einem Verkehrswende-Quiz ihr Wissen testen und ein Überraschungsgeschenk gewinnen. Mit Burkhard Horn, Verkehrsplaner und Berater für die Initiative Mobilitätskultur bei Phineo, sowie der Initiative Kiezerfahren und dem Bündnis temporäre Spielstraßen diskutierte Ingrid Ahrens aus dem VCD-Vorstand über Möglichkeiten und Herausforderungen von Experimenten im öffentlichen Raum. In einer weiteren Runde wurde mit der Stadtmacher Akademie der Weg von temporären Experimenten hin zur langfristigen Umsetzung beleuchtet. 

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Wir stellen heute die Frage: wofür kann dieser Platz genutzt werden, wenn dort kein Auto rumsteht? Wir haben uns so an die Allgegenwärtigkeit des Autos gewöhnt, dass wir aus dem Blick verloren haben, wie sehr der wertvolle Platz im öffentlichen Raum zugestellt wird. Mit 12qmKULTUR wollen wir zeigen, dass wir diesen Platz auch den Menschen für Begegnung und Kommunikation zur Verfügung stellen könnten.“ 

Das Aktionsformat 12qmKULTUR fand in Berlin als sechste Veranstaltung im Jahr 2020 statt und bildete gleichzeitig den diesjährigen Abschluss. Zuvor war der VCD an fünf Orten in Deutschland und eroberte mit Initiativen und regionalen VCD-Gruppen die Straßen zurück. Die Schwerpunkte waren breit gefächert – von verkehrsberuhigten Bereichen über Fußgängerzonen bis hin zu autofreien Innenstädten und neuen Mobilitätskonzepten. Die Aktionen wurden jeweils mit Musik, Mitmachaktionen und Diskussionsrunden begleitet.
 

Das Projekt: 
Das Projekt »Straßen für Menschen« des ökologischen Verkehrsclub VCD fördert das bürgerschaftliche Engagement für die Verkehrswende. Der Fokus liegt dabei auf der Rückeroberung der Straße für eine flächengerechte Verteilung des öffentlichen Raums unter den Verkehrsteilnehmenden und mehr Lebensqualität in der Stadt.  
Mit 12qmKULTUR möchte der VCD auf die ungerechte Flächenverteilung im Straßenraum aufmerksam machen und Alternativen zur autogerechten Stadt aufzeigen. Mit den Anwohner*innen vor Ort möchte der VCD die Straße zurückerobern, um gesellschaftliches Leben dort hin zurückzubringen, damit sich Menschen treffen können, wo heute zahllose Autos unsere Straßen verstopfen.  
Das Projekt Straßen für Menschen wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. 

 

Pressekontakt: 
Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • 030/280351-59 • presse@vcd.org • www.vcd.org Twitter: @VCDeV   
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität. 

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