3.059 Tote und 384.000 Verletzte im Straßenverkehr sind nicht hinnehmbar - VCD fordert Tempo 30/80/120

Laut den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der Unfälle 2019 erneut gestiegen. Die Anzahl der im Straßenverkehr Verletzten ging leicht zurück. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD kein Anlass zur Entwarnung.

„Dass tausende Menschen jedes Jahr auf unseren Straßen sterben und hunderttausende verletzt werden, dürfen wir nicht verdrängen oder als gottgegeben hinnehmen. Solche Zahlen würden in keinem anderen Bereich akzeptiert werden“, sagt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. „Die Bundesregierung hat sich vollmundig zum Ziel „Vision Zero –­ Null Verkehrstote“ bekannt. Bereits bis 2020 sollten 40 Prozent weniger Verkehrstote gegenüber 2011 erreicht werden. Davon sind wir noch meilenweit entfernt. Das zeigt: alle bisherigen Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit reichen bei weitem nicht aus. Viele Unfälle könnten etwa durch niedrigere Geschwindigkeiten vermieden werden.“

Der VCD fordert deshalb die Einführung von Tempolimits. Innerorts muss Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit werden. Auf Landstraßen muss die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h gelten und auf Autobahnen 120 km/h. Nach wie vor ist Deutschland das einzige Industrieland, das kein generelles Tempolimit auf Autobahnen hat. Niedrigere Geschwindigkeiten verringern die Unfallgefahr und mildern die Folgen im Falle eines Unfalls – auf Autobahnen, Landstraßen und in den Städten.

Müller-Görnert: „Die „Vision Zero“ darf für die Politik kein reines Lippenbekenntnis sein. Sie muss dieses Ziel konsequent verfolgen. Andere Länder machen vor, wie es geht. Die norwegische Hauptstadt Oslo meldet nur einen Verkehrstoten im vergangenen Jahr. Im finnischen Helsinki kam 2019 kein einziger Radfahrer und Fußgänger ums Leben. Veränderungen sind möglich, wenn der politische Wille da ist. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Statt „Auto first“ fordern wir „Sicherheit first.“       

Mehr dazu auf: https://www.vcd.org/themen/verkehrssicherheit/


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Anne Fröhlich • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität. 

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