Auf dem Weg zum emissionsfreien Verkehr: Debatte über Fahrplan beginnt heute in Brüssel

VCD: Fortschreibung der CO2-Vorgaben für Pkw, Transporter und Lkw leistet entscheidenden Beitrag für EU-Klimaziele – CO2-Grenzwert für 2025 ist unabdingbar

Ende letzten Jahres beschloss die EU im Rahmen ihres Klima- und Energiepakets die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen in 2030. Diese sehen unter anderem vor, die Treibhausgasemissionen der nicht im Emissionshandel integrierten Sektoren – im Wesentlichen Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft – um 30 Prozent gegenüber 2005 zu verringern. Für Deutschland bedeutet das im Rahmen der Lastenteilung eine Minderung von knapp 40 Prozent. Jetzt stellt die EU-Kommission die Aktivitäten vor, mit denen die Ziele im Verkehrsbereich erreicht werden sollen.

Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt den Start der Debatte und weist gleich zu Beginn ausdrücklich darauf hin, dass die Fortschreibung der CO2-Grenzwerte wesentlich zur Erreichung der Minderungsziele beitragen kann. Daher muss sie zum Maßnahmenpaket der EU gehören.

Legt man für den Verkehr das 30-Prozent-Minderungsziel zugrunde, können CO2-Grenzwerte laut einer Analyse von Transport & Environment (T&E) die Emissionen des Verkehrs allein in Deutschland um 20 Millionen Tonnen senken. Das heißt, gegenüber dem heutigen Emissionsniveau des Verkehrs könnten die CO2-Grenzwerte um mehr als ein Drittel zur Reduktion beitragen.

Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD: „Bewiesenermaßen sind die CO2-Grenzwerte ein effektiver Treiber, um die CO2-Emissionen von Pkw und Transportern zu verringern. Deren ambitionierte Fortschreibung ist ein Muss. Darüber hinaus liegen in der Einführung von CO2-Grenzwerten für Lkw weitere Einsparpotenziale.“

Die EU-Kommission analysierte bereits, dass mit der Einführung von CO2-Grenzwerten für Lkw vor 2020, die CO2-Emissionen dieser Fahrzeuge bis 2030 um 35 Prozent verringert werden können. Die bereits begonnenen Arbeiten für ein Regime zur Minderung der CO2-Emissionen von Lkw müssen daher schnell in verbindlichen Vorgaben analog zu Pkw und Transportern münden.

Entscheidend für die Wirksamkeit der CO2-Grenzwerte ist aber auch der Zeitpunkt der Einführung und dass diese nicht mit Flexibilitätsmechanismen kombiniert werden, die zu einer zeitlichen Verzögerung der Einhaltung verbindlicher Minderungsziele führen. Der Verkehr ist mit rund einem Drittel der größte Emittent von CO2. Der Verkehrsbereich muss endlich liefern und seinen Beitrag zur Zielerreichung der Reduktion von Treibhausgasemissionen leisten.

„Je früher Grenzwerte gelten, desto schneller wirken sie sich auf die Emissionen des gesamten Fahrzeugbestands aus. Es muss also im Interesse Deutschlands sein, wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes im Verkehr voranzubringen. Deutschland darf nicht länger verzögern oder abschwächen. Die Minderungsziele sind verbindlich und es ist nicht zu vermitteln, warum andere Sektoren zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen, weil der Verkehr nicht liefert“, betont Müller-Görnert.

T&E-Studie „Road to 2030: how EU vehicle efficiency standards help member states meet climate targets”:  www.transportenvironment.org/sites/te/files/2015%2006%20ESD%20Paper.pdf

Grafiken zum Abdruck – zur Verdeutlichung der CO2-Emissionen des Verkehrs und dem möglichen Beitrag von CO2-Standards: www.vcd.org/fileadmin/user_upload/redakteure_2010/themen/auto_umwelt/CO2-Grenzwert/Grafik_neu.jpg

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org

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