Energiesparen im Verkehr

Mit der Kampagne zum Energiesparen gibt das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium alltägliche Tipps zum Energiesparen. Was fehlt? Der Verkehr! Deshalb lesen Sie hier, was Sie tun können, um auch im Bereich der Mobilität Energie zu sparen.

„Mehr als 80 Millionen Menschen leben in Deutschland – und wir alle können etwas beitragen, damit Deutschland unabhängiger von fossilen Energieimporten wird und wir das Klima schützen.“ So schreibt es das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium in seiner aktuellen Kampagne zum Energiesparen. Dort gibt die Regierung alltägliche Tipps, um Wasser zu sparen, die Heizkosten zu reduzieren oder den Stromverbrauch zu drosseln. Was aber fehlt? Der Verkehr: Haushalte haben zwar mit 28,6 Prozent den höchsten Anteil am Endenergiebedarf in Deutschland, der Anteil des Verkehrssektors liegt aber mit 27,2 Prozent fast gleichauf (UBA, für 2020).

Der Kraftstoffverbrauch ist seit Beginn der Neunzigerjahre gestiegen, entsprechend wächst der Anteil des Verkehrs am Energieverbrauch kontinuierlich. Und es sind größtenteils fossile Energien, die dort verbraucht werden – während der Anteil der Erneuerbaren im Energiesektor inzwischen bei 47 Prozent liegt (Destatis 2022), werden im Verkehr noch immer zu über 90 Prozent Benzin und Diesel verbrannt (UBA, für 2020).

Wer weniger verbrauchen und dabei helfen will, den Energiebedarf im Verkehr zu senken, hat dafür einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeiten. Weniger Verbrauch ist gut für Klima, Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Folgende Maßnahmen kann man direkt umsetzen:

Langsamer fahren

Je schneller man fährt, desto mehr Kraftstoff verbraucht ein Auto und setzt entsprechend mehr CO2 und Schadstoffe wie Stickoxide frei. Warum? Mit steigendem Tempo erhöht sich auch der Luftwiderstand, gegen den das Auto ankommen muss. Also runter vom Gas, denn bereits ab 80, 90 km/h steigt der Kraftstoffverbrauch überproportional an (BR, 2021).

So viel Kraftstoff kann eingespart werden:

  • Wer auf der Autobahn 100 statt 120 km/h fährt, senkt den Verbrauch im Durchschnitt um bis zu 15 Prozent (UBA, 2022)
  • Wer 100 statt 160 km/h fährt, verbraucht im Durchschnitt bis zu 66 Prozent weniger, spart also zwei Drittel des Kraftstoffs ein. (ADAC, 2022)

Wer langsamer fährt, spart nicht nur Sprit, sondern auch jede Menge CO2. Jeder eingesparte Liter Benzin entlastet das Klima um rund 2,5 kg CO2. Bei einem generellen Tempolimit von 120 km/h auf der Autobahn, wie es der VCD fordert, würden die Emissionen laut eines aktuellen Forschungsprojekts im Auftrag des Umweltbundesamts insgesamt um jährlich 6,7 Millionen Tonnen CO2 reduziert – mehr als doppelt so viel wie bisher angenommen. Umgerechnet sind das ca. 2,6 Milliarden Liter Kraftstoff. (UBA, 2023).

Das Fahrrad nutzen

Fast zwei Drittel aller Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer und fallen somit in die Kategorie Kurzstrecke (MiD, 2018). Auf diesen Strecken verbraucht der Wagen verhältnismäßig besonders viel Sprit, da der Motor noch nicht auf Betriebstemperatur ist. Der durchschnittliche Verbrauch beim Start eines Mittelklassewagens beläuft sich auf bis zu 30 Liter pro 100 km (UBA, 2022).

Gerade kurze Strecken eignen sich für die Fahrt mit dem Fahrrad oder Pedelec. Das ist nicht nur gesund und macht Spaß, sondern entlastet das Klima. Denn jeder Kilometer, den man mit dem Fahrrad statt mit dem Verbrenner-Pkw zurücklegt, spart im Schnitt etwa 185 g CO2 ein (UBA 2022). Das klingt nicht viel? Die Beispielrechnung zeigt das immense Potential:

Wer an jedem Arbeitstag 20 km mit dem Rad statt dem Auto zurücklegt (220 Tage), kann den durchschnittlichen CO2-Ausstoß von rund 2 Tonnen pro Jahr um mehr als 800 kg verringern.

Und für längere Strecken bietet sich das S-Pedelec an. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h haben sie keinen Zeitverlust gegenüber Autos, die in den meisten Städten im Schnitt nur mit ca. 20 km/h vorankommen. Und die Parkplatzsuche gestaltet sich auch einfacher (VCD, 2021).

Geld sparen mit Bus und Bahn

Autofahren ist teurer als die meisten denken. Neben den Kosten an der Tankstelle, schlagen auch die Ausgaben für Versicherungen, Steuern, Reparaturen und der Wertverlust zu Buche. So ist es kein Wunder, dass die Gesamtkosten für ein Auto um die Hälfte unterschätzt werden, wie eine Analyse des RWI Leipzig, der Uni Mannheim und der US-Uni Yale zeigt. Die tatsächlichen Kosten belaufen sich demnach auf durchschnittlich 425 Euro im Monat, während die befragten Haushalte sie auf gerade mal 204 Euro schätzten (VCD 2020).

Für das beliebteste Auto der Deutschen, den VW Golf, geht es bei 600 Euro im Monat los, und selbst ein Kleinstwagen wie der VW up kostet bereits über 400 Euro im Monat (ADAC, 2022). Das ist viel Geld.

Ein Monatsticket für Bus und Bahn kostete im Schnitt schon bisher nur 80,60 Euro (ADAC, 2021) – und mit dem 49-Euro-Ticket wird es bald noch günstiger, mit den Öffentlichen unterwegs zu sein. Wo das ÖPNV-Angebot stimmt und das Radfahren sicher und komfortabel ist, können viele auf ein eigenes Auto verzichten. Und wenn man doch mal eines braucht, sind Carsharing oder ein Mietwagen die günstigere Option. Alles zusammen immer noch viel preiswerter als die hohen Kosten für einen eigenen Wagen.

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