„Erster Schritt zu einem konsequenten Klimaschutzgesetz“: VCD zu den Plänen von Umweltministerin Schulze für eine C02-Steuer

Berlin. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will eine CO2-Steuer schrittweise einführen und mit Hilfe einer „Klimaprämie“ sozialverträglich gestalten. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Äußerungen der Umweltministerin – angesichts sich überschlagender Meldungen vom Klimakollaps: teurer Hochwasserschutz für die Halligen in der Nordsee oder Ausrufung des Klimanotstandes in Düsseldorf. Der VCD verlangt deshalb schnelles, konsequentes Handeln und kritisiert den Widerstand von Autoindustrie sowie Verkehrs- und Wirtschaftsministerium gegen eine klimaverträgliche Verkehrspolitik.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Spätestens seit der Klimakonferenz von Rio 1992 ist klar, dass etwas gegen den Klimawandel getan werden muss. Der VCD hat bereits in den 1990er Jahren die Einführung einer CO2-Steuer mit sozialen Ausgleichszahlungen und einen globalen Klimafonds gefordert. Hätten Bundesregierung und Kommunen nicht so lange im Tiefschlaf gelegen, dann müsste man jetzt keinen Klimanotstand ausrufen. Jetzt muss umgehend gehandelt werden! Der VCD fordert ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz noch in diesem Jahr. Wer klimafreundlich mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte belohnt werden. Die Abhängigkeit vom Auto muss dringend reduziert werden. Wer jetzt noch einen spritdurstigen SUV kauft, sollte wissen, dass die Tankrechnung von Jahr zu Jahr höher wird. Die Pläne der Umweltministerin gehen schon mal in die richtige Richtung. Die finanziellen Anreize – vorgesehen sind zunächst 80 Euro pro Jahr für jeden Einwohner – und die angestrebten Steuersätze – 35 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2020 bis zu 180 Euro 2030 – könnten beide durchaus höher ausfallen, damit die CO2-Emissionen schnell sinken. Den Lackmustest, ob die Umweltministerin ihre Pläne auch durchsetzen kann, erleben wir bei den nächsten Treffen des Klimakabinetts.“

Pressekontakt: Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher • Fon 030/280351-11 • gerd.lottsiepen@vcd.org bzw. VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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