EU-Studie: Kerosinsteuer könnte 3,1 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen

Bislang unveröffentlichte Studie der EU-Kommission zeigt Vorteile der Besteuerung von Kerosin auf. VCD fordert Bundesregierung auf, die Steuerfreiheit des Treibstoffs zu beenden.

Berlin, 13. Mai 2019. Eine Steuer auf Flugbenzin könnte den CO2-Ausstoß der von Deutschland ausgehenden Flüge um zwölf Prozent pro Jahr verringern. Das sind 3,1 Millionen Tonnen CO2 und entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 1,5 Millionen Pkw. Dies zeigt eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene und von ihr bislang zurückgehaltene Studie. Die Nichtregierungsorganisation Transport & Environment (T&E) hat das Papier heute veröffentlicht (siehe www.transportenvironment.org/publications/leaked-european-commission-study-aviation-taxes). Eine Kerosinsteuer würde laut EU-Studie knapp fünf Milliarden Euro in die deutsche Staatskasse spülen, ohne negative Folgen auf Beschäftigung und Wirtschaft. Der ökologische Verkehrsclub VCD ruft die Bundesregierung auf, die klimaschädliche und wettbewerbsverzerrende Steuerfreiheit von Kerosin zu beenden.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Das immense Wachstum des Flugverkehrs heizt das Klima immer weiter auf. Trotzdem genießt die Luftfahrt Steuerfreiheit. Anders als im Straßen- und Bahnverkehr zahlen Fluggesellschaften in Europa bislang keinen Cent Steuer auf ihren Treibstoff. Das ist klimapolitischer Irrsinn. Von der Steuerfreiheit profitieren Vielflieger und Geschäftsreisende in besonderem Maße, zulasten des Klimas und der öffentlichen Haushalte. Damit muss Schluss sein.“

Auf Inlandsflügen kann laut EU-Recht bereits seit 2003 eine Kerosinsteuer erhoben werden. Durch bilaterale Abkommen mit anderen EU-Ländern kann die Steuer auch auf innereuropäische Flüge ausgeweitet werden. Länder wie die USA, Australien, Japan, Kanada und Saudi-Arabien beteuern bereits seit vielen Jahren Kerosin auf Inlandsflügen. Die CO2-Emissionen innereuropäischer Flüge sind alleine in den letzten fünf Jahren um 26 Prozent gestiegen.

Müller-Görnert: „In der Bevölkerung und auch der Politik steigt das Bewusstsein, endlich den Flugverkehr für seine Klimafolgen in die Verantwortung zu nehmen. Selbst CSU-Politiker fordern inzwischen die Kerosinsteuer. Angesichts der Erkenntnisse aus der EU-Studie kann die Bundesregierung nicht länger an der Steuerfreiheit für Kerosin festhalten. Bereits Mitte Juni hat sie die Gelegenheit, sich beim Treffen der EU-Finanzminister für mehr Klimaschutz im Flugverkehr stark zu machen.“

Mehr Informationen:
Pressemitteilung von T&E (englischsprachig): www.transportenvironment.org/press/eu-sat-data-showing-benefits-ending-airlines%E2%80%99-tax-break-%E2%80%93-leak    

Pressekontakt:
Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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