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Guter Kompromiss? Quartiersgarage statt Tiefgarage

Steigender Platzmangel, geringe Aufenthaltsqualität – sind Quartiersgaragen die Antwort auf die Anforderungen moderner Wohnquartiere? Sicher ist, dass sie als Teil eines Mobilitätskonzepts dazu beitragen können, den öffentlichen Raum vom ruhenden Verkehr zu entlasten und Flächen gerechter zu verteilen.

Wachsende Städte erhöhen den Druck auf die Wohnungswirtschaft. Nicht nur neuer Wohnraum muss geschaffen werden, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur. Um den Bedürfnissen der Bewohner*innen auch zukünftig gerecht zu werden, kann der Bau von Quartiersgaragen vor allem in neuen Quartieren eine nachhaltige Lösung darstellen.

Das Ziel von Quartiersgaragen ist, den öffentlichen Raum vom ruhenden Verkehr zu entlasten und zu einer höheren Aufenthaltsqualität in Wohnquartieren beizutragen. Gleichzeitig können sie die Rahmenbedingungen schaffen, um nachhaltige und intelligente Mobilitätslösungen für die Menschen im Quartier zu ermöglichen.

Intelligent mobil dank Mobilitätskonzept

Autoarmes Wohnen bedeutet mehr Platz und Lebensqualität für die Anwohner*innen. Doch viele haben noch ein Auto für längere Strecken oder den Weg zur Arbeit. Ein Wandel in der Mobilität braucht Zeit. Wohin also mit den Parkplätzen, die immer noch nachgefragt werden? Die Antwort darauf könnten Quartiersgaragen sein. Sie stellen der Bewohnerschaft in einem bestimmten Gebiet genau diese benötigten Parkplätze zur Verfügung. Auch andere Gruppen profitieren von dem Angebot.

Gegenüber anderen Garagen im öffentlichen Raum zeichnen sich Quartiergaragen dadurch aus, dass sie auf dauerhaftes Parken ausgelegt sind. Meistens befinden sie sich in der Nähe von Wohnhäusern, in der Regel ohne direkten Zugang zum Wohnhaus. Trotzdem sind sie für alle Anwohner*innen durch sichere und barrierefreie Fußwege schnell zu erreichen. Um den Radverkehr zu fördern, lassen sich wettergeschützte und diebstahlsichere Radabstellanlagen in die Quartiersgaragen einbinden. Idealerweise sind sie außerdem in ein Mobilitäts- und Parkraumkonzept des Stadtquartiers eingebunden, welches konkrete Mobilitätslösungen in einer Gesamtstrategie verfolgt.

Kosteneinsparung gegenüber Tiefgaragen

Der große Vorteil von Quartiersgaragen ist, dass sie kostengünstig umzusetzen sind. Tiefgaragen machen beim Wohnungsbau oftmals bis zu 10% der Gesamtbaukosten aus! Quartiersgaragen können deshalb die Kosten von Stellplätzen im Wohnungsbau senken, wenn sie in Mobilitäts- und Parkraumbewirtschaftungskonzepte eingebettet sind. So können sie auch dazu beitragen, gerechte und zukunftsfähige Mietkosten zu erhalten. Bestimmte Bauweisen wie die Systembauweise ermöglichen zudem einen unkomplizierten Aufbau. Und falls sie irgendwann doch nicht mehr benötigt werden, lassen sie sich auch leicht wieder abbauen.

Mehr als nur Parken

Quartiersgaragen zielen nicht nur darauf ab, die benötigte Fläche für private Parkplätze zu bündeln, sondern - wo es geht - auch zu reduzieren. Dafür müssen aber gleichzeitig sinnvolle Mobilitäts-Alternativen angeboten werden. Neben der zentralen Funktion als Stellplatz, können Quartiersgaragen durch ergänzende Nutzungskonzepte einen zusätzlichen Beitrag zur klimafreundlichen und stadtverträglichen Mobilität am Wohnstandort leisten. Sie bieten beispielsweise Platz für Mobilitätszentralen, die Sharing-Angebote oder Mobilitätsberatung zur Verfügung stellen können. Auf dem Dach können Flächen für Spielplätze oder zur Erholung errichtet werden. Außerdem kann ein Postdepot mit Packstationen eingeplant werden, um den Lieferverkehr im Quartier zu reduzieren. Damit ist die Quartiersgarage ein Multitalent in der Flächeneinsparung und kann helfen, klimafreundlichere Mobilitätskonzepte zu etablieren.

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