Merkel und GroKo: Stoppt den täglichen Menschenversuch der Autoindustrie! Protest vor Bundeskanzleramt mit Affenmasken und Laboretiketten

VCD fordert saubere Luft und ein Ende des Abgasbetrugs. Gesundheitsschutz ist wichtiger als Gewinninteressen der Autoindustrie. Große Koalition muss Handlungsfähigkeit beweisen, blaue Plakette und Hardware-Nachrüstung für Dieselfahrzeuge beschließen.

Berlin , 1. Februar 2018. Zum Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten protestierten Aktive des Verkehrsclub Deutschlands (VCD) heute unter dem Motto „Stoppt den täglichen Menschenversuch der Autoindustrie!“ mit großen, umgehängten Laboretiketten, Schildern und Affenmasken vor dem Bundeskanzleramt für saubere Luft in den Städten. „VW, BMW, Daimler: Wir sind nicht Eure Versuchsaffen“ war bei der Aktion unter anderem auf selbstgemalten Transparenten zu lesen, in Anspielung auf die kürzlich bekanntgewordenen, von den Autoherstellern finanzierten Abgastests an Affen und Menschen. Nach neuesten Angaben des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2017 die Stickstoffdioxid-Grenzwerte in 70 deutschen Städten teils massiv überschritten. Der VCD fordert Kanzlerin Merkel und die große Koalition auf, alle Menschen in diesen Städten besser vor Stickstoffdioxiden aus Diesel-Pkw zu schützen. Dafür müssen CDU, CSU und SPD die blaue Plakette sowie Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Pkw auf Kosten der Hersteller beschließen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitsicher Sprecher des VCD: „Die Vergiftung von Millionen Menschen mit Stickstoffdioxid durch fehlende Katalysatoren und illegale Abschalteinrichtungen muss sofort beendet werden. Die Autoindustrie hat uns alle in einem unkontrollierten Großversuch seit Jahren als Versuchskaninchen missbraucht. Die große Koalition hat die tagtäglichen Menschenversuche bisher nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert: durch Kontrollverzicht beim Schadstoffausstoß und die Weigerungshaltung, die blaue Plakette und Hardware-Nachrüstungen für Diesel einzuführen. Jetzt müssen CDU, CSU und SPD entscheiden, ob sie die Vergiftung durch Dieselabgase weiter fördern oder zu Gunsten der Gesundheit der Menschen endlich beenden möchte.“

Nach Erkenntnissen der Europäischen Umweltagentur sterben alleine in Deutschland jedes Jahr mehr als 12000 Menschen vorzeitig durch erhöhte NO2-Werte in der Luft. Hauptverursacher der Belastung durch das Reizgas in den Städten sind laut Umweltbundesamt die Diesel-Pkw.

Trotz dieser Erkenntnisse werden immer noch neue Diesel zugelassen, die die europäischen Abgas-Grenzwerte um ein Vielfaches  übersteigen. Die Zeit drängt, denn ohne weitergehende Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ist eine Klage der EU-Kommission gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof so gut wie sicher.

„Jeder Tag, an dem Dieselabgase die Menschen in unseren Städten vergiften, ist einer zu viel. Bundeskanzlerin Merkel muss zeigen, dass die Politik handlungsfähig ist und sich nicht von einer mächtigen, moralisch diskreditierten Industrie leiten lässt. Eine Große Koalition, die nicht begreift, dass der Gesundheits- und Klimaschutz wichtiger sind als die Gewinninteressen der Autoindustrie, ist schon bei ihrem Start unglaubwürdig und zehrt Zweifel an ihrer Daseinsberechtigung“, sagte Lottsiepen.

Der VCD demonstriert auch heute Abend zur 15-er Runde der großen Koalition ab 19.30 Uhr vor der Bayerischen Landesregierung für saubere Luft. Ausgewählte Fotos der Aktionen finden Sie hier.

Für Fragen und Interviewwünsche:

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