VCD fordert Klimakabinett zu entschlossenem Handeln auf: CO2-Steuer muss kommen – auch im Flugverkehr

Die Bundesregierung muss angesichts der Klimakrise die Verkehrswende endlich konsequent in Angriff nehmen. Ohne Einführung einer CO2-Steuer wird Deutschland seine Klimaziele bis 2030 nicht erreichen. Auch der Flugverkehr muss in die Pflicht genommen werden.


Berlin, 18. Juli 2019. Vor der heutigen Sitzung des Klimakabinetts fordert der ökologische Verkehrsclub VCD dazu auf, die jüngsten Regierungsgutachten ernst zu nehmen und umzusetzen. Dabei ist aus Sicht des VCD eine CO2-Steuer einer Ausweitung des Emissionshandels vorzuziehen, denn sie ist sofort umsetzbar und die Zeit drängt.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „Jetzt darf sich niemand mehr mit leeren Floskeln aus der Verantwortung stehlen. Die Zeit der Ausflüchte ist vorbei. Wer die Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens ernst nimmt, muss jetzt handeln. CO2 ist ein Klimakiller, und ein wichtiges Element einer neuen Klimapolitik muss die Einführung einer CO2-Steuer sein.“

Vor allem im Mobilitätsbereich hinkt Deutschland beim Erreichen seiner Klimaschutzziele massiv hinterher. Aktuell liegen die CO2-Emissionen im Verkehr mehr als drei Prozent über dem Ausgangswert von 1990. Der Grund: Gestiegene Fahrleistungen sowie der Trend zu größeren Autos. Eine CO2-Steuer muss deshalb aus Sicht des VCD so gestaltet sein, dass sie zu grundlegenden und nachhaltigen Änderungen im Verkehrsverhalten führt. Ein sozialer Ausgleich kann über eine Klimaprämie hergestellt werden, die an alle Bürger in gleicher Höhe ausgezahlt wird. Um Planungssicherheit zu garantieren, müssten CO2-Steuer und Klimaprämie jährlich angehoben werden.

Michael Müller-Görnert: „Die Gegner einer CO2-Steuer versuchen, ökologische und soziale Gerechtigkeit gegeneinander auszuspielen, aber das ist falsch! Wir müssen erreichen, dass klimaverträgliche Mobilität belohnt wird. Wer viel mit großen Spritschluckern unterwegs ist, sollte mehr bezahlen. Wer viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad fährt, oder als Pendler ein E-Auto benutzt, sollte profitieren.“

Darüber hinaus begrüßt der VCD den Vorstoß von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, auch den ungebremst wachsenden Flugverkehr stärker in die Pflicht zu nehmen. Kerosin muss endlich besteuert werden. Bis es soweit ist, sollte die bestehende Luftverkehrsteuer erhöht werden. Um den Ausstoß von Kohlendioxid wirksam zu reduzieren, müssen aber auch andere Maßnahmen in Angriff genommen werden, darunter ein generelles Tempolimit auf Autobahnen.
 

Pressekontakt:
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

zurück