VCD widerspricht Analyse des IfW Kiel zu volkswirtschaftlichen Kosten eines Tempolimits auf Autobahnen

Laut einer Analyse des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel hätte ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen bedeutende volkswirtschaftliche Kosten zur Folge. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD, kommentiert:

„In seiner Analyse kommt das IfW Kiel zu dem Ergebnis, dass die Kosten den Nutzen eines Tempolimits übersteigen und es zu massiven Wohlstandsverlusten käme. Aber: Ein Tempolimit rettet Menschenleben und jeder Verkehrstote weniger zählt. Längere Fahrtzeiten gegen weniger Verkehrstote aufzurechnen ist unangemessen und makaber.

Deutschland ist das einzige Industrieland, das kein Tempolimit hat. Was die Analyse ausblendet: Neben den jährlich etwa 400 Toten bei Unfällen auf deutschen Autobahnen werden rund 33.000 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Niedrigere Geschwindigkeiten verringern nicht nur die Anzahl der Unfälle, sondern auch die Schwere. Nicht berücksichtigt wurde auch ein weiterer positiver Effekt eines Tempolimits auf Autobahnen: Die Geschwindigkeitsunterschiede – insbesondere zu den langsameren Lkw – nehmen ab, die Kapazität nimmt zu und der Verkehr fließt gleichmäßiger. Das bedeutet im Ergebnis weniger Staus und somit sogar kürzere Fahrtzeiten.

Fazit: Ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen erhöht die Verkehrssicherheit, verringert den CO2-Ausstoß des Verkehrs und führt zu einem gleichmäßigeren Verkehrsfluss. Die Analyse des IfW weisen wir deshalb entschieden zurück.“

 

Weitere Informationen zu Tempolimits auf Autobahnen: https://www.vcd.org/themen/verkehrssicherheit/tempolimit-auf-autobahnen/


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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