VCD zum Rückgang der NO2-Belastung in deutschen Städten: Kein Grund zur Entwarnung, Frohlocken des VDA ist zynisch

Berlin, 1. Februar 2018. Die heute veröffentlichten, vorläufigen Daten des Umweltbundesamts (UBA) zur Luftbelastung in deutschen Städten verzeichnen zwar einen leichten Rückgang der Stickstoffdioxid (NO2)-Belastung im letzten Jahr, dennoch ist die Luft vielerorts nicht sauber genug. In rund 20 Städten ist es nach wie vor unwahrscheinlich, die geforderten NO2-Grenzwerte bis 2020 einzuhalten, wie Umweltministerin Barbara Hendricks diese Woche vor dem EU-Umweltkommissar einräumte. Eine Klage gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichthof wegen anhaltendem Überschreiten der Luftqualitäts-Grenzwerte ist deswegen sehr wahrscheinlich. Den leichten Rückgang der Stickstoffdioxid-Belastung kommentiert der VCD wie folgt:

Michael Müller-Görnert, VCD-Referent für Verkehrspolitik: „Der leichte Rückgang der Stickstoffdioxide in den Städten ist kein Grund zur Entwarnung. Immer noch überschreiten 70 Städte die geltenden EU-Grenzwerte und das zum Teil deutlich. Die künftigen Koalitionäre müssen sich endlich auf die blaue Plakette verständigen, sonst drohen pauschale Dieselfahrverbote und ein Flickenteppich kommunal unterschiedlicher Regelungen. Die GroKo muss Druck auf die Hersteller machen, um echte Nachrüstlösungen für Dieselfahrzeuge anzubieten.

Dass der Verband der deutschen Autoindustrie angesichts der Zahlen von einem Erfolg spricht und als Grund für die Verbesserung der Luft vor Ort die Aktivitäten der Autohersteller nennt, ist mehr als zynisch. Die Autoindustrie hat über Jahre mit ihren Manipulationen ja erst zu den erhöhten NO2-Belastungen beigetragen und verweigert bis heute, die manipulierten Fahrzeuge effektiv nachzurüsten.“

Für Fragen und Interviewwünsche:
VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org

zurück