VCD zur Stickoxid- und Feinstaub-Diskussion: "Minister Scheuer nimmt die Erkrankung zigtausender Menschen in Kauf"

Berlin, 24.01.2019. Mehrere Lungenärzte zweifeln die seit Jahren geltenden Grenzwerte der europäischen Luftreinhalte-Richtline an. Sie stellen sich damit gegen ihren eigenen Verband, der sogar strengere Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit fordert. Verkehrsminister Andreas Scheuer fordert nun, dass auf europäischer Ebene darüber diskutiert wird, die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide auszusetzen. Dies kommentiert der ökologische Verkehrsclub VCD wie folgt:

Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte: „Minister Scheuer krönt sich zum Schutzpatron der Autoindustrie und nimmt dafür die Erkrankung zigtausender Menschen in Kauf. Ein Aussetzen der Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide wäre ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die unter den Folgen schlechter Luft zu leiden haben. Das sind vor allem Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Statt die seit Jahren wissenschaftlich belegten negativen Auswirkungen von NO2 und Feinstaub wissenschaftlich haltlos in Frage zu stellen, muss Minister Scheuer endlich dafür sorgen, dass Dieselfahrzeuge deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen. Hätten die Autohersteller nicht die Abgasreinigung manipuliert, wäre die Luft vielerorts deutlich sauberer und es gäbe keine Diskussion um Fahrverbote.“

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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