Verkehr auf Bahn, Bus und Rad verlagern hat enormes CO2-Einsparpotential - KCW-Analyse stützt VCD-Forderung

Berlin, 30.09.2019. Das Beratungsunternehmen KCW hat die Eckpunkte des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung analysiert. Demnach könnte der CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 um 32 Millionen Tonnen verringert werden, wenn ein Großteil des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Rad- und Fußverkehr verlagert würde. Basis der Analyse ist das im Koalitionsvertrag enthaltene Ziel, den Bahnverkehr bis 2030 zu verdoppeln. Durch die Verlagerung könne ein maßgeblicher Teil der für 2030 erwarteten Klimaschutzlücke im Verkehr in Höhe von 52 bis 55 Millionen Tonnen geschlossen werden, so die Experten. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD folgt daraus: Die Bundesregierung muss ihr Klimaschutzpaket nachschärfen.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Analyse macht deutlich, dass bei den Maßnahmen, die aus dem Verkehrsministerium stammen, die Bedeutung der Verlagerung des Verkehrs sträflich vernachlässigt wird. Stattdessen setzt Verkehrsminister Scheuer darauf, den CO2-Ausstoß durch Milliardeninvestitionen in technologische Verbesserungen an Pkw und Lkw zu reduzieren. Dahinter steckt das Prinzip „business as usual“, die Verkehrswende wird damit kaum gelingen. Wir müssen weg von der Subventionierung des Straßenverkehrs. Grundlegende Veränderungen dürfen nicht weiter aufgeschoben werden. Im Jahr 2030 könnte Mobilität ganz anders aussehen: klimaverträglich und sozial gerecht.

Das Maßnahmenprogramm zum Klimaschutz muss konsequent auf die Verlagerung des Verkehrs auf klima- und umweltfreundlichere Verkehrsträger ausgerichtet werden. Nur so kann die geplante Verdoppelung beim Umweltverbund aus Bahn, Bus, Rad- und Fußverkehr gelingen. Angesichts der langen Zeiträume, die eine Realisierung von Maßnahmen im Schienenverkehr benötigt, brauchen wir umgehend eine sinnvolle Konzeption und Umsetzung – und dazu ausreichende Finanzmittel. Besonders wichtig: Alle Maßnahmen müssen auf das angestrebte Ziel der Bundesregierung - Klimaneutralität bis 2050 – ausgerichtet sein, damit die Entwicklung nicht in die falsche Richtung geht.“

Die KCW-Analyse finden Sie hier: www.kcw-online.de/content/6-veroeffentlichungen/162-klimaschutz-und-mobilitaet/erste-bewertung-der-eckpunkte-zum-klimaschutzprogramm-2030.pdf


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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