Verunsicherung vor dem Autokauf: Was Autofahrer jetzt beachten sollten.

VCD: Erdgasautos, Benzin-Hybride sowie gebrauchte Benziner sind Alternativen im Abgasskandal

Berlin, 3. Mai 2017. Die Debatte um die Schadstoffbelastung von Pkw nach dem Abgasskandal verunsichert zunehmend die Autokäufer. Erst vergangene Woche belegte das Umweltbundesamt durch eigene Messungen, dass selbst neue Euro 6-Diesel im Schnitt sechsmal mehr Stickoxide ausstoßen als erlaubt. Das Ergebnis ist nicht überraschend, doch die zunehmende Aufklärung führt dazu, dass immer mehr Diesel-Fahrer über einen Umstieg auf andere Motortypen nachdenken.

Der ökologische Verkehrsclub VCD empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, die jetzt ein Auto brauchen, die Umweltaspekte bei der Kaufentscheidung nicht außer Acht zu lassen. Tipp: Erdgasfahrzeuge, Benzinhybride oder gar gebrauchte Benziner sind in Betracht zu ziehen. Deren Umweltperformance ist ab Abgasnorm Euro 3 meist besser als bei neuen Dieselfahrzeugen mit Schummelsoftware.

Der VCD empfiehlt vor dem Autokauf:

Recherchieren und Ansprüche festlegen. Vor dem Autokauf sollten Einsatzzweck, Platzbedarf und die jährliche Fahrleistung geklärt werden. So fällt die Vorauswahl interessanter Modelle leichter.

Auto nach eigenem Alltag auswählen. Braucht es einen eigenen Pkw, so ist es oft günstiger, das ganze Jahr mit einem Kleinwagen zu fahren und sich nur für den Urlaub oder für Transporte einen größeren Wagen zu leihen.

Diesel-Pkw vermeiden. Denn: Erste Fahrverbote drohen. Betroffen sind Euro 4 und Euro 5-Diesel-Pkw, aber möglicherweise auch moderne Euro-6-Diesel, bei denen die Hersteller es nur im Labor schaffen den Schadstoffgrenzwert einzuhalten. Ab September 2017 gilt für neue Modelle jedoch, den Schadstoffausstoß im Realbetrieb (RDE) einzuhalten. Erste Diesel-Pkw schaffen die EU-Vorgaben bereits. Allerdings ist die Datenlage intransparent und Hersteller bewerben diese Fahrzeuge nicht.

Alternativen zum Diesel testen: Empfehlenswert sind Erdgas- und Hybridautos sowie sparsame gebrauchte Benziner, die bereits ab Euro 3 wenige Schadstoffe selbst im Straßenbetrieb ausstoßen. Diese sind zudem klimaschonender und günstiger im Betrieb. Achtung aber: bei Benzinern mit Direkteinspritzung. Diese haben ein Problem mit gesundheitsgefährdenden Feinstpartikeln. Daher sind Direkteinspritzer nur mit Partikelfilter zu empfehlen.

Verbrauchswerte prüfen. Da die Schere zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Verbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich größer geworden ist, können die Abweichungen bei älteren Modellen geringer ausfallen. Tipp: Auf www.spritmonitor.de geben Autofahrer die real beobachteten Verbrauchswerte ihrer Autos an. Ein Blick hinein lohnt sich.

Elektro-Auto für Pendler die am Arbeitsplatz oder zu Hause laden können: Das Elektroauto ist auch mit Kaufprämie immer noch teuer und richtig ökologisch ist man damit nur unterwegs, wenn man viel fährt und Ökostrom tankt. Wichtig zudem: Umso größer und schwerer das Auto ist, umso mehr Strom benötigt es. Daher auf die Effizienz achten.

Übrigens: wer nur wenig mit dem Auto unterwegs ist, kann auch auf Carsharing-Angebote zurückgreifen und so die Umwelt sowie den eigenen Geldbeutel schonen. Der VCD hält hilfreiche Tipps dafür bereit: bit.ly/carsharing_fragen.

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org

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