VW rüstet sich für die blaue Plakette

Das Mauern von Verkehrsminister Dobrindt muss spätestens jetzt ein Ende haben. Er muss den Weg für die blaue Plakette umgehend frei machen. Parallel dazu gilt es, die Investitionen in den Elektroantrieb umzusetzen.

Berlin, 15. März 2017. Auf der gestrigen Jahres-Pressekonferenz der Volkswagen AG hat Konzernchef Matthias Müller angekündigt, gemeinsam mit anderen Autoherstellern Lösungen zu suchen, damit ältere Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5 nachgerüstet werden können. In diesem Zusammenhang formulierte Müller das Ziel, so für die nachgerüsteten Fahrzeuge die blaue Plakette abzusichern. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die längst überfällige Ankündigung. Endlich scheinen Hersteller die Verantwortung zu übernehmen und dreckige Diesel, die zum Teil nur wenige Jahre alt sind, wieder sauber machen zu wollen.

Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD: „Wenn jetzt der weltweit größte Autohersteller die blaue Plakette ins Spiel bringt, dann kann Bundesverkehrsminister Dobrindt nicht mehr länger blocken. Er muss den Weg für eine rasche Einführung der blauen Plakette frei machen, denn die Städte brauchen das effektive Instrument, um die Luft, die vielerorts durch gesundheitsgefährdende Abgase belastet ist, wieder sauber zu bekommen.“

Die Einführung der blauen Plakette fordern bereits seit gut einem Jahr der VCD, zahlreiche  Umweltverbände, das Bundesumweltministerium, sogar mehrere Bundesländer und inzwischen auch der Deutsche Städtetag sowie die IG Metall. Alle zusammen sehen deutlich die Potenziale. Die blaue Plakette schafft den Anreiz, Nachrüstsysteme zur Stickoxidreduktion zu entwickeln. So kann erreicht werden, dass nachgerüstete Fahrzeuge ebenfalls die blaue Plakette erhalten und damit weiter fahren könnten. Ein Verfahren analog zur bekannten Partikelfilternachrüstung.

Aus Sicht des VCD und weiterer Umweltverbände muss dabei zusätzlich sichergestellt werden, dass die Schadstoffwerte der Euro 6-Norm auf der Straße und nicht nur im Labor eingehalten werden.

„Nun müssen den Ankündigungen Müllers natürlich Taten folgen, auch andere Autohersteller sollten sich anschließen. Schließlich sind sie in der Pflicht, Nachrüstlösungen für eine Vielzahl betroffener Autofahrer zur Verfügung zu stellen, damit nicht diese die Zeche zahlen, wenn Städte aus Gründen des Gesundheitsschutzes erste Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhängen“, betont Müller-Görnert.

Mit einem weiteren Blick nach vorne, gilt es für die Autohersteller konsequent in die Elektromobilität einzusteigen. Der Diesel ist ein Auslaufmodell. Daran ändern auch Nachrüstungen nichts. Wer jetzt mit Kosten- und Arbeitsplatzargumenten die Einführung des E-Autos bremsen will, hält zu lang an alter Technik fest und erleidet im schlimmsten Falle das Schicksal von Kodak und Nokia.


Für Rückfragen und Interviewwünsche:
Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org

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