Zu heutigem Treffen zwischen Bundesumweltministerin und „Modellstädten zur Luftreinhaltung“: ÖPNV für einen Euro pro Tag bundesweit, statt nur in fünf Städten.

Berlin, 29. Juni 2018. Bundesumweltministerin Svenja Schulze berät heute mit Vertretern der fünf „Modellstädte zur Luftreinhaltung“ Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen über Maßnahmen, die Luftqualität zu fördern. Wegen anhaltender Überschreitungen der EU-Luftqualitätsgrenzwerte, hatte die EU-Kommission eine Klage gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht. Mit 128,1 Millionen Euro möchte die Bundesregierung jetzt für saubere Luft sorgen. Teil davon soll ein kostengünstiger, öffentlicher Nahverkehr nach dem Vorbild Wiens sein. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert den Vorschlag eines Ein-Euro-Tagestarifs wie folgt:

Philipp Kosok, ÖPNV-Experte des VCD: „Das 365 Euro-Jahresticket aus Wien zeigt: Ist der öffentliche Nahverkehr einer Stadt kostengünstig und das Angebot gut ausgebaut, kann eine Stadt wachsen, ohne immer mehr Fläche mit Straßen und Parkplätzen für Autos zu versiegeln. Die Luft in den Städten wird besser, Bürgerinnen und Bürger bekommen mehr Platz, um sich zu bewegen und draußen aufzuhalten. Die Lebensqualität steigt.

Wien ist Modell genug, es braucht keine weiteren Modellstädte. Um den ÖPNV bundesweit als echte Alternative zum eigenen Auto zu etablieren, reicht es nicht, über Nacht in fünf Städten an der Preisschraube zu drehen. Luftschadstoffgrenzwerte wurden zuletzt in über 60 Städten überschritten. Kommunen in ganz Deutschland müssen stetig die Kapazitäten von Bus und Bahn ausbauen und Tickets kostengünstig anbieten. Dafür müsste die Bundesregierung den Kommunen finanziell unter die Arme greifen, doch die subventioniert lieber weiterhin Autoverkehr, der krank macht. Anstatt Diesel mit rund sieben Milliarden Euro und Dienstwagen mit rund drei Milliarden Euro Steuervergünstigungen zu fördern, ließe sich damit der ÖPNV in ganz Deutschland ausbauen und gleichzeitig dessen Ticketpreise auf einen Euro am Tag absenken.“

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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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