Zu lasch: EU-Vorschlag zu CO2-Grenzwerten für Lkw hilft dem Klima wenig

VCD: Ambitionierte Vorgaben sind nötig, um Lkw-Verkehr auf Klimakurs zu bringen. Bundesregierung muss sich für schärfere Grenzwerte einsetzen. Spediteure und Verlader profitieren von effizienteren Lkw.

Brüssel/Berlin: Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die heute von der EU-Kommission veröffentlichten CO2-Grenzwerte für Lkw als zu lasch. Der Vorschlag der Kommission trägt zu wenig zum Erreichen der europäischen Klimaziele bei und bleibt sogar hinter Forderungen von Speditionen und Unternehmen zurück. Laut EU soll bis zum Jahr 2025 der CO2-Ausstoß der Lkw-Flotte um 15 und bis 2030 um 30 Prozent verringert werden. Diese schwachen Emissionslimits würden dazu führen, dass viele bereits vorhandene Effizienz-Technologien nicht in neue Lkw eingebaut werden und somit auch weniger CO2 eingespart wird. Der VCD fordert eine CO2-Minderung von 25 Prozent bis 2025 und von 45 Prozent bis 2030.

Michael Müller-Görnert, Verkehrsreferent beim VCD: „Die vorgeschlagenen Grenzwerte sind viel zu schwach, um den Lkw-Verkehr wirklich auf Klimakurs zu bringen. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene für schärfere Emissionslimits einzusetzen. Diese liegen auch im Interesse Deutschlands. Denn um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen, braucht es entweder sehr ambitionierte CO2-Vorgaben für neue Pkw und Lkw auf EU-Ebene oder aber drastische und unpopuläre Maßnahmen auf nationaler Ebene wie eine deutliche Anhebung der Kraftstoff- und Fahrzeugsteuern und der Lkw-Maut.“

Es ist höchste Zeit, ambitionierte CO2-Grenzwerte für Lkw einzuführen. Obwohl sie nur fünf Prozent aller Straßenfahrzeuge stellen, verursachen Lkw EU-weit fast ein Viertel der CO2-Emissionen des Verkehrs, in Deutschland sogar mehr als ein Drittel. Die wichtigsten Lkw-Märkte USA, Japan, China und Kanada sowie jüngst auch Indien haben bereits erfolgreich CO2-Grenzwerte eingeführt. In Europa hingegen hat sich die Kraftstoffeffizienz von Lastkraftwagen in den letzten 20 Jahren kaum verbessert.

Spediteure und Verlader profitieren in erheblichem Umfang von effizienteren Lkw. Bereits das vorgeschlagene Ziel der EU für 2025 bedeutet jährliche Kraftstoffeinsparungen in Höhe von 5000 Euro pro Fahrzeug. Gleichzeitig werden durch die Vorgaben Millionen von Tonnen klimaschädlicher Emissionen eingespart. Eine höhere CO2-Minderung ist jedoch möglich und dringend notwendig. Selbst große Unternehmen wie IKEA, Unilever, DB Schenker, Hermes und Nestlé sowie eine Gruppe von EU-Ländern, einschließlich der Lkw-produzierenden Nationen Frankreich und den Niederlanden, hatten im Vorfeld des Kommissionsvorschlags eine Minderung von 24 Prozent bis 2015 gefordert.

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org •Twitter: @VCDeV

 

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