Zu strengeren CO2-Grenzwerten für Pkw durch EU-Parlament: „Bundesregierung muss sich entscheiden, ob sie Klima oder Autoindustrie schützen will“

Brüssel/Berlin, 11.09.2018. Gestern Abend hat der Umweltausschuss des Europaparlaments für strengere CO2-Vorgaben bei Neuwagen gestimmt. Bis 2025 soll der CO2-Ausstoß neuer Pkw im Schnitt um 20 Prozent gegenüber 2021 sinken, bis 2030 um 45 Prozent. Die EU-Kommission hatte Ende letzten Jahres lediglich 15 beziehungsweise 30 Prozent Minderung vorgeschlagen. Als Ziel für 2040 fordern die Parlamentarier null Emissionen. Gleichzeitig haben die Europaparlamentarier für eine höhere Quote emissionsfreier Autos gestimmt sowie Verbrauchsmessungen auf der Straße gefordert. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert die Entscheidung des Umweltausschusses wie folgt:

Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte: „Die Abstimmung im Europaparlament ist ein wichtiges Signal für mehr Klimaschutz im Verkehr und beschleunigt den Wechsel zu emissionsfreien Antrieben. Allerdings sind noch ambitioniertere Vorgaben nötig, um die Klimaziele Deutschlands und der EU einzuhalten. Erforderlich wäre eine CO2-Minderung von 60 bis 70 Prozent bis 2030. Jetzt ist eine klare Position Deutschlands gefragt. In der Bundesregierung herrscht nach wie vor Streit darüber, ob sie das Klima oder die Autoindustrie schützen will. Das Bundesumweltministerium hat eine CO2-Minderung von 50 Prozent vorgeschlagen. Das stellt aus Klimasicht das Minimum dar. Nach wie vor lehnen jedoch Verkehrsminister Andreas Scheuer und Wirtschaftsminister Peter Altmaier den Vorschlag ab. Mehrere EU-Staaten, darunter auch Frankreich, Spanien und Großbritannien, sprechen sich für deutlich höhere CO2-Vorgaben aus. Dem muss sich Deutschland anschließen und mindestens dem Vorschlag des Bundesumweltministeriums folgen.“

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. Lisa Feitsch, VCD-Pressevolontärin • Fon 030/280351-18 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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