VCD Verkehrswende Blog

„Deutschland muss den Kuschelkurs mit der Autoindustrie beenden.“

Das Europaparlament stimmt für schärfere CO2-Grenzwerte für Pkw – mehr wäre nötig. Der Wechsel zu emissionsfreien Antrieben muss beschleunigt werden.

Wir begrüßen die Position des Europarlaments, das vorgestern auf seiner Sitzung in Straßburg für eine Verschärfung der CO2-Vorgaben für neue Pkw gestimmt hat. Danach steigt das Minderungsziel für 2025 von 15 auf 20 Prozent und in 2030 von 30 auf 40 Prozent. Gleichzeitig sprachen sich die Parlamentarier*innen für höhere Quoten bei emissionsfreien Fahrzeugen sowie der Einführung eines Malus aus. Michael Müller-Görnert, Verkehrsreferent des VCD, kommentiert den Beschluss des Europaparlaments wie folgt:

„Trotz der massiven Lobbyarbeit seitens der Autoindustrie, Gewerkschaften und Betriebsrät*innen, die mit drohenden Jobverlusten Stimmung gegen schärfere CO2-Ziele machten, haben sich die Europaparlamentarier*innen für eine Verschärfung des Vorschlags der EU-Kommission ausgesprochen. Sie haben damit ein klares Zeichen gesetzt für mehr Klimaschutz und einen raschen Übergang zu emissionsfreien Antrieben. Angesichts der Herausforderungen beim Klimaschutz wären aber noch strengere Minderungsvorgaben nötig gewesen. Der VCD hatte im Vorfeld eine Minderung bis 2030 um 60 bis 70 Prozent gefordert. Nun kommt es auf die Sitzung der EU-Umweltmister*innen am 9. Oktober an, das Ambitionsniveau sogar noch zu erhöhen. Die Mehrheit der Mitgliedsstaaten hat sich bereits für höhere Minderungsvorgaben ausgesprochen. Deutschland hingegen stützt den schwachen Vorschlag der EU-Kommission. Angesichts der Dieselkrise ist es aber nun an der Zeit, den Kuschelkurs gegenüber der Autoindustrie zu beenden und sich klar für saubere und emissionsarme Fahrzeuge auszusprechen.“

Michael Müller-Görnert

Michael Müller-Görnert

ist verkehrsoplitischer Referent beim VCD mit den Schwerpunkten Klimaschutz und Luftreinhaltung im Verkehr.

Michael.Mueller-Goernert@vcd.org

zurück