VCD Verkehrswende Blog

Elke Seipp und Almut Langer, VCD-Führungskräfte

Die Vorständinnen im VCD Düsseldorf engagieren sich für eine bessere ÖV-Anbindung des Umlandes der Metropole und für den Radverkehr.

Um den schlechten Nahverkehr in der Region zu verbessern, engagiert sich Elke Seipp aus Heiligenhaus im VCD. Den ÖPNV erfährt am eigenen Leib, wer sich aus dem etwa 80 Kilometer entfernten Bonn auf den Weg in die 27000-Einwohner-Stadt im Kreis Mettmann macht: Zwei Stunden dauert die Reise, zum Schluss per Bus, der Personenbahnhof schloss Anfang der 60er. Als die Prokuristin vor 22 Jahren in den Stadtteil Unterilp zog, hielten an der nächsten Haltestelle noch fünf Buslinien – heute ist es eine. „Kein Wunder, dass die Busse leer sind!“, sagt Seipp, seit 16 Jahren auch in der FDP vor Ort aktiv. „Nur wenn das Angebot stimmt, kommen die Fahrgäste, nicht andersherum.“ In die zwölf Kilometer entfernte Kreisstadt Mettmann braucht man mit dem ÖPNV mindestens eine Stunde. „Mit dem Fahrrad wäre man in der Region oft schneller unterwegs“, stellt die 48-jährige Almut Langer fest, die mit dem Bus aus Ratingen nach Heiligenhaus gekommen ist, um ihre VCD-Kollegin zu treffen, „wären da nicht die vielen Hügel im Bergischen Land.“ Da hilft ein E-Bike, wie es die vierfache Mutter und Großmutter eines einjährigen Enkels Elke Seipp gekauft hat.

Die 57-Jährige und die Fahrrad-Aktivistin Langer sind seit April im geschäftsführenden Vorstand des VCD-Kreisverbands Düsseldorf/Mettmann/Neuss. Wichtiger als das Amt an sich ist den beiden energischen Frauen allerdings, was sie in ihren Heimatstädten bewegen können. Die studierte Mathematikerin Langer organisiert für den VCD das Verkehrsforum Ratingen, unterstützt von der Stadt: Mit Politik, Wirtschaft, Handel sowie Bürgerinnen und Bürgern diskutiert sie zwei- bis dreimal jährlich die Zukunft der Mobilität vor Ort. Langers Ideal ist die Stadt der kurzen Wege – wie im Stadtteil Ratingen-West, in dem die lebhafte Mutter eines neunjährigen Sohnes lebt und radelt: mit viel Grün, vielen Schulen, sicheren Schleichwegen für Radfahrer und Fußgänger. Ihre Heiligenhausener Mitstreiterin Elke Seipp kann als sachkundige Bürgerin – 2016 vom VCD vorgeschlagen und vom Rat benannt – für den VCD Ideen im Verkehrsausschuss voranbringen. Sie setzt sich unter anderem für mehr Schnellbusse ein. Jüngster Erfolg der jahrelangen Lobbyarbeit des VCD-Kreisverbands: Der wichtige Umsteige-S-Bahnhof Ratingen-Hösel wird behindertengerecht ausgebaut. „Der öffentliche Nahverkehr ist zentral für alle , die nicht mehr Auto oder Rad fahren können“, betont Seipp. Ihr Traum: eine regionale Bahnstrecke, die zurzeit ausschließlich für Kalktransporte genutzt wird, für den Personenverkehr zu reaktivieren. Politisch vorgefühlt habe sie schon, sagt die umtriebige Prokuristin einer Werkzeugbaufirma. Ihr sei aber klar, dass ein solches Projekt bedeute, dicke Bretter zu bohren, eine Reaktivierung könne auch mal 30 Jahre dauern.

Der VCD ist für die beiden frischen Vorstandsfrauen ein wichtiger Verein, denn, so Seipp: „Er ist der einzige, der sich für alle Verkehrsteilnehmer einsetzt: ÖPNV-Nutzer, Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger.“

Kirsten Lange

Freie Journalistin und Redakteurin aus Bonn mit den Themenschwerpunkten Klimaschutz, nachhaltige Mobilität und gerechte Gesellschaft. Ist am liebsten mit dem Fahrrad oder auf ihren eigenen Füßen unterwegs, sowohl im Alltag (es lebe die Stadt der kurzen Wege!) als auch in ihrer Freizeit: im Wald, am Meer oder in den Bergen. 

Kirsten.Lange@fairkehr.de

zurück